Umsatzsprung

Noerr legt um zehn Prozent zu und steigert Produktivität

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  • JUVE

Noerr hat ihre Erlöse im Geschäftsjahr 2010 um fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Inzwischen liegt der deutsche Umsatz bei fast 116 Millionen Euro. Der Umsatz pro Berufsträger legte ebenfalls deutlich, aber weniger stark zu.

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Noerr setzt mit diesem Ergebnis ihren seit Jahren eingeschlagenen Wachstumskurs fort. Zwar sorgte das Krisenjahr 2009 für eine kurzfristige Wachstumspause, im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern präsentierte sich die Kanzlei aber immerhin als stabil. Nun liegt das Plus fast wieder im zweistelligen Bereich.

„In dem verbesserten wirtschaftlichen Umfeld zeigt sich, dass sich unsere strategischen Ansätze bewährt haben“, sagte Dr. Tobias Bürgers, der zusammen mit Dr. Dieter Schenk die Kanzlei als Sprecher vertritt. Seit rund zwei Jahren fokussiert sich Noerr stärker auf ausgewählte Beratungsfelder. „Wir bleiben eine Full-Service-Kanzlei, ziehen uns aber aus Randgebieten des Wirtschaftsrechts zurück“, so Bürgers.

UBT steigt an

Auch die Produktivität entwickelte sich sehr positiv: Mit einem Umsatz pro Berufsträger (UBT) von 431.000 Euro konnte Noerr weiteren Boden zu Wettbewerbern gut machen. Prozentual hob die Kanzlei diese Kennzahl um 6,7 Prozent, was auf die leicht gestiegene Zahl von Berufsträgern zurückzuführen ist. Noerr beschäftigte 269 Rechtsanwälte und Steuerberater, im Jahr zuvor waren es nur 7 weniger.

Die Partnerzahl hat sich 2010 kaum erhöht, weshalb der Gewinn pro Partner – nach einer kleinen Delle im Vorjahr – um 6,8 Prozent von 605.000 Euro auf 646.000 Euro wuchs. Allerdings ist auch die Kostenquote weiter leicht gestiegen. Sie beträgt jetzt 62,3 Prozent.

Erfolg in Osteuropa

Positive Zahlen haben auch die osteuropäischen Büros zu vermelden. Nach dem schwachen Jahr 2009 trimmte Noerr diese auf Effizienz. Jetzt legte der Umsatz um 13,6 Prozent auf 27,5 Millionen Euro zu. Nur 5,5 Partner verantworten diesen Umsatz an den sieben osteuropäischen Standorten, hier arbeitet Noerr mit einer hohen Leverage.

Den Erfolg führt Noerr insbesondere auf ein verbessertes Cross-Selling zwischen den verschiedenen Standorten und Rechtsgebieten zurück. „Es zeigt sich, dass die Neuausrichtung richtig war“, sagte Schenk. So gibt es Praxisgruppen, die sich auf bestimmte Branchen konzentrieren. Ein Beispiel ist der Fachbereich Regulatory & Governmental Affairs, der sich unter anderem auf die Beratung regulierter Industrien spezialisiert hat. „Zusammen mit Corporate/M&A ist dieser Bereich ein Wachstumstreiber“, so Schenk. „Etwa die Hälfte bis zwei Drittel aller Transaktionen europa- und weltweit finden in regulierten Branchen statt.“

Überproportional entwickelt haben sich nach Kanzleiangaben auch die Bereiche Litigation, Commercial und Kartellrecht.

Deutsche Bank im Fokus

Aufmerksamkeit erregte im vergangenen Jahr das Litigation-Outsourcing-Mandat der Deutschen Bank. „Das ist eine echte Innovation im Markt und wir sind fest davon überzeugt, dass dieses Mandat in unser Profil passt“, sagte Schenk. Insbesondere aus Großkanzleien waren dazu einige kritische Stimmen zu hören. Viele Kenner der Szene bezweifeln, dass diese Art von Standardgeschäft besonders margenträchtig ist. Noerr will die Arbeit durch die Standardisierung profitabel machen – und hofft, durch den Top-Mandanten den Zugang zu anderen interessanten Beratungsprojekten zu bekommen.

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