Die WAZ-Mediengruppe zahlt dafür 16 Millionen Euro und ist damit alleinige Gesellschafterin des ZVW und des Verlagshauses in Hagen, das täglich rund 600.000 Zeitungen druckt. Die ‚Westfälische Rundschau‘ kam zuletzt auf eine Auflage von 120.000 Exemplaren.
Dem Verkauf vorangegangen war eine monatelanger Streit zwischen den beiden Gesellschaftern. Zu Jahresbeginn hatte die WAZ-Gruppe die Redaktion der ,Westfälischen Rundschau‘ aufgelöst und 120 Redakteure entlassen. Diesen Schritt begründete sie mit der defizitären Lage der Tageszeitung und dem Abonnentenschwund. Die DDVG hatte diesen Vorgang als Alleingang der WAZ-Gruppe scharf kritisiert und plante sogar, mit einer Klage dagegen vorzugehen. Den Ausstieg aus dem ZVW kündigte die SPD-Medienholding dann in einer Erklärung am vergangenen Wochenende an.
Berater WAZ-Mediengruppe
Linklaters (Düsseldorf): Achim Kirchfeld (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht); Associates: Marco Huchzermeier (Corporate), Dr. Tim Mundhenke (Steuerrecht)
Inhouse (Essen): Dr. Axel Kroll (Leiter Recht)
Berater DDVG
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt (Federführung), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht); Associates: Adrian von Prittwitz (Gesellschaftsrecht/M&A), Ulrike Sommer (Steuerrecht)
Hintergrund: Linklaters tritt erstmals in einem größeren Komplex als Beraterin der WAZ-Gruppe in Erscheinung. Die Kanzlei hatte sich im Vorjahr unter Führung ihres Düsseldorfer Corporate-Schwergewichts Ralph Wollburg bei der Essener Verlagsgruppe für die laufende Umstrukturierung beworben.
Bereits im Frühjahr 2012 hatten die verschiedenen WAZ-Gesellschafter beschlossen, eine bislang unbeteiligte Kanzlei für die bevorstehende Umstrukturierung auszuwählen. JUVE-Recherchen zufolge stach Linklaters seinerzeit andere Top-Kanzleien vor allem dank Wollburgs Präsentation aus. In der aktuellen Transaktion lag die Federführung jedoch bei seinem Düsseldorfer Partner-Kollegen Achim Kirchfeld.
Freshfields-Partner Seibt betreute aufseiten der DDVG bereits den Einstieg bei der ,Frankfurter Rundschau‘ im Jahr 2004 sowie die Verhandlungen anlässlich der Mehrheitsübernahme durch das Kölner Verlagshaus DuMont 2006 (mehr…). Zudem war sein Team laufend in den gesamten Verkaufsprozess der ,FR‘ eingebunden (mehr…).
Die WAZ-Großaktionärin Petra Grotkamp vertraut laufend auf die Gesellschaftsrechtler von Heuking Kühn Lüer Wojtek (mehr…). Der Managing-Partner der Kanzlei, Dr. Andreas Urban, betreute im vergangenen Jahr beispielsweise die Übernahme der Anteile von der Miteigentümerfamilie Brost. Deren Familienholding setzte dabei auf ein Pöllath-Team unter Leitung von Dr. Andreas Richter und Dr. Matthias Bruse.