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17.06.2010

WestLB: Mayer Brown-Partner Friedrich Merz leitet Verkauf

Der Berliner Mayer Brown-Partner Friedrich Merz soll im Auftrag des Bundes den Verkauf der angeschlagenen nordrhein-westfälischen Landesbank WestLB abwickeln. Der Bankenrettungsfonds SoFFin trug das Mandat direkt an den Finanzexperten und früheren CDU-Spitzenpolitiker als Veräußerungsbevollmächtigten heran. Die Kanzlei bestätigte dies JUVE gegenüber.

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Friedrich Merz

Die EU-Kommission hatte als Auflage für finanzielle Hilfen für die in Schieflage geratene WestLB im vergangenen Jahr festgelegt, dass die Landesbank nach Abschluss der Umstrukturierung in einem transparenten und diskriminierungsfreien Bieterverfahren veräußert werden muss.

Überraschend kommt die Mandatsvergabe nicht. Denn für den SoFFin hatte Mayer Brown schon kürzlich die Errichtung der ersten Bad Bank in Deutschland begleitet, in die die WestLB toxische Wertpapiere und bilanziellen Ballast in Höhe von insgesamt 71 Milliarden Euro ausgelagert hat. Zugleich hatte sich der SoFFin mit einer stillen Einlage über drei Milliarden Euro an der WestLB beteiligt (mehr…). Mayer Brown hatte sich für dieses Mandat im Pitch gegen mehrere Wettbewerber durchsetzen können.

Eine zentrale Rolle spielte dabei Beobachtern zufolge die Erfahrung der Kanzlei mit notleidenden Krediten, sogenannten Non-Performing-Loans. Mayer Brown genießt in diesem Bereich seit Jahren einiges Renommee. 2007 war die Kanzlei an der ersten Verbriefung von notleidenden Krediten in Deutschland beteiligt (mehr…). Bereits 2004 hatte die Kanzlei Lone Star beim Kauf des betroffenen Portfolios von der Hypo Real beraten (mehr…).

Merz, von 2000 bis 2002 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bundestag, war Ende 2004 zu Mayer Brown gestoßen (mehr…). Stärker als viele Juristenkollegen aus der Politik hatte sich Merz stets auch aktiv als Anwalt betätigt. Bis 2002 war er Partner der Kölner Sozietät Leinen & Derichs, der bis heute auch CDU-Umweltminister Dr. Norbert Röttgen angehört. Von 2002 bis 2004 war Merz Partner der Kölner Kanzlei CBH Cornelius Bartenbach Haesemann & Partner. (Norbert Parzinger)

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