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04.07.2011

Frankfurt: Taylor Wessing forciert Ausbau ihrer Corporate- und Kapitalmarktpraxis

Taylor Wessing geht beim Ausbau ihrer Corporate- und Kapitalmarktpraxis in Frankfurt in die Offensive. Dafür holt sie mit Christoph Vaupel (48) von Linklaters und Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (40) von Broich Bezzenberger zwei anerkannte Spezialisten als Equity-Partner hinzu.

Lüßmann kam bereits zum Monatsbeginn zu Taylor Wessing. Vaupel, der im Laufe des Herbstes hinzustößt, wird künftig die Kapitalmarktpraxis gemeinsam mit dem in München und Frankfurt tätigen Partner Stephan Heinemann leiten. Mit Vaupel sollen dem Vernehmen nach auch die beiden Managing Associates Daniele Helbig und Ulrich Reers von Linklaters wechseln. Sie steigen demnach bei Taylor Wessing als Fixed-Share-Partner ein.

Christoph Vaupel

Vaupel ist seit rund 16 Jahren für Linklaters sowie deren Vorgänger-Kanzleien tätig und hat in dieser Zeit zahlreiche Mandate im Eigenkapitalmarktrecht und M&A federführend betreut. Zu seinen Schwerpunkten gehören vor allem Börsengänge und Umplatzierungen, aber auch öffentliche Übernahmen sowie M&A-Deals vornehmlich im Bankensektor. Zuletzt begleitete er etwa die Emissionsbanken bei einer Kapitalerhöhung des Werkzeugmaschinenbauers Gildemeister und den Klinikbetreiber Rhön, als dieser sein Kapital erhöhte (mehr…). Im vergangenen Jahr stand Vaupel dem Modehersteller Tom Tailor bei dessen Börsengang zur Seite (mehr…). Er freue sich auf die Herausforderung, die sehr ehrgeizigen Ziele zu erreichen, die sich Taylor Wessing gesetzt habe, sagte Vaupel.

Interner Umbau bei Linklaters

Die Linklaters-Praxis wird indes auch nach Vaupels Weggang weiterhin zur erweiterten Führungsspitze im Eigenkapitalmarktrecht hierzulande gehören. Kopf der Praxis ist Herbert Harrer, der als sehr erfolgreich gilt. Gleichwohl baut Linklaters die Praxis derzeit intern um: So wechselte aus dem Londoner Büro zuletzt der US-Anwalt Marco Carbonare nach Frankfurt und wurde zum Mai Partner. Mit Dr. Laurenz Uhl, der bislang vor allem im Bereich strukturierte Finanzierungen arbeitete, verlagerte zudem ein weiterer jüngerer Partner seinen Arbeitsschwerpunkt in den Bereich, der damit künftig drei Equity-Partner zählt.

Lars-Gerrit Lüßmann

Auch der zweite neue Equity-Partner für Taylor Wessing, Lüßmann, hat eine Linklaters-Vergangenheit: Bevor er sich vor noch nicht einmal einem Jahr Broich Bezzenberger anschloss, hatte er acht Jahre lang für die britische Kanzlei gearbeitet. Bei Broich Bezzenberger leitete er dann mit Andreas Füchsel den Transaktionsbereich (mehr…). Dass er Broich Bezzenberger verlässt, wurde bereits vor gut einem Monat bekannt (mehr…). Gemeinsam mit einigen anderen Partnern, darunter der renommierte Konzernrechtler Christian Gehling, hatte Lüßmann den Partnerschaftsvertrag gekündigt, wesentliche Teile der angesehenen Praxis brachen damit auseinander.

Im Vergleich zu Vaupel hat Lüßmann seine Schwerpunkte deutlich weniger im klassischen eigenkapitalmarktrechtlichen Bereich, sondern eher bei öffentlichen Übernahmen und M&A-Deals. Im vergangenen Jahr war er etwa Teil eines Linklaters-Teams, das die spanische Banco Santander bei der Übernahme des deutschen Privatkundengeschäfts ihrer schwedischen Konkurrentin SEB betreute (mehr…).

Eigene Kapitalmarktpraxis für Taylor Wessing

Mit dem Ausbau verleiht Taylor Wessing ihren Ambitionen im Kapitalmarktrecht und Corporate/M&A Nachdruck. Beiden Bereichen kommen derzeit besondere Priorität bei den Ausbaubemühungen der Full-Service-Kanzlei zu. Insbesondere im Kapitalmarktbereich blieb die Praxis in den vergangenen Jahren eher unauffällig. Im Zuge des jetzigen personellen Ausbaus wertet Taylor Wessing die Kapitalmarktarbeit auch strukturell auf und etabliert sie als eigenständige Praxis mit den Schwerpunkten IPO, Kapitalerhöhung, öffentliche Übernahmen sowie wertpapier- und aktienrechtlicher Beratung. Bislang gehörte dieses Beratungsfeld zur Corporate-Praxis. Dem Team sollen voraussichtlich zehn Partner angehören.

Der Schritt ist Teil eines bereits vor einigen Monaten eingeläuteten Umbauprozesses (mehr…). Im Zuge dessen haben bereits die Münchner Kapitalmarktrechtler Heinemann und Dr. Oliver Rothley einen Teil ihrer Arbeitskapazität nach Frankfurt verlegt. Zudem verlagern vier angesehene Corporate-Partner ihren Schwerpunkt von Düsseldorf und München nach Frankfurt.

Im Steuerbereich verlor die Kanzlei dagegen zum Juli einen Partner: Dr. Georg Scherl (45) schloss sich der Notariatskanzlei Gerns & Partner an. Scherl, der neben seiner Anwaltstätigkeit auch Notar und Steuerberater ist, war seit 2009 Partner bei Taylor Wessing (mehr…). Zuvor arbeitete er bei Dewey & LeBoeuf. (René Bender)

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