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23.10.2012

Hamburg: Osborne Clarke eröffnet drittes deutsches Büro

Osborne Clarke expandiert in Deutschland und eröffnet zum Januar in Hamburg. Für die britische Kanzlei gehen dort vier Partner und zwei Associates an den Start. Dr. Christoph Torwegge (39), bisher Leiter Recht beim Handels- und Logistikunternehmen Cremer, leitet das neue Büro. Für Osborne Clarke ist Hamburg nach Köln und München der 3. deutsche Standort und der 13. weltweit.

Osborne Clarke

Christoph Torwegge, David Plitt, Norbert Aust, Isabella Niklas, Thorsten Behle, Sebastian Stütze (von links)

Mit Prof. Norbert Aust gehört auch eine bekannte Hamburger Persönlichkeit zum Startteam. Der 69-jährige Unternehmer und Jurist gründete unter anderem das Schmidt’s Tivoli-Theater in Hamburg und war elf Jahre lang Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Politik.

Von White & Case stößt der Arbeitsrechtler Dr. David Plitt (39) mit dem Associate Dr. Sebastian Stütze (30)  dazu. Plitt war bislang Local Partner bei White & Case und beriet zuletzt etwa den Schienensystemspezialisten Spitzke bei der Umwandlung in eine SE (mehr…).

Als vierte Partnerin kommt Dr. Isabella Niklas (40) dazu. Sie war bis Ende August Namenspartnerin bei der Hamburger Energierechtsboutique Witter Khalilzadeh Niklas und bringt den Associate Dr. Thorsten Behle (41) mit.

Der designierte Standortleiter Torwegge hatte vor seiner Inhousetätigkeit bereits als Referendar bei Osborne Clarke und später dann als Anwalt bei PwC Legal gearbeitet. Aus dieser Zeit kennt er auch Niklas: Die Energierechtlerin war bis 2008 bei PwC Legal und hatte sich dann mit Dr. Carsten Witter und Rassul Khalilzadeh selbstständig gemacht (mehr…). Begonnen hatte sie ihre juristische Laufbahn 2004 im Hamburger Büro von White & Case. Niklas berät vor allem bei Transaktionen im der Branchen der Erneuerbaren Energien und ist auch bei Prozessen  und in Schiedsverfahren aktiv. Ihre beiden bisherigen Partner machen künftig unter Witter Khalilzadeh weiter. Insgesamt beschäftigt die Kanzlei fünf Associates.

Attraktiver Standort

„Hamburg ist ein strategisch wichtiger Markt für Osborne Clarke“, sagte Osborne Clarkes deutscher Managing-Partner Stefan Rizor. „Hamburg bildet nicht nur das vermutlich bedeutendste wirtschaftliche Zentrum in Nordeuropa, sondern ist auch das Tor nach Skandinavien, Polen, Russland und dem Baltikum. Das eröffnet uns eine enorme Chance, unsere Sektorerfahrung in einem neuen Markt anzubieten, in dem Energieunternehmen, Technologie- und Transportunternehmen besonders florieren.“

Dieser Ansicht waren in den vergangenen Jahren mehrere Großkanzleien. So hatte Norton Rose im Mai 2011 in der Hansestadt mit einer Gruppe von Quereinsteigern von DLA Piper eröffnet (mehr…). Auch Gleiss Lutz (mehr…) und Bird & Bird (mehr…) zog es in die Hansestadt. Jüngst kündigte Görg ihre Büroeröffnung an der Elbe zum Jahresbeginn 2013 an. Dafür gewinnt ihr Insolvenzarm ein größeres Team von Brinkmann & Partnern (mehr…).

Das neue Osborne Clarke-Büro könnte zudem bald weiteren Zuwachs vermelden. Wie die englische Fachpresse berichtet, befindet sich die Kanzlei derzeit in Fusionsgesprächen mit Field Fisher Waterhouse. Die britische Wettbewerberin hatte 2007 ebenfalls Hamburg ausgewählt, um von hier aus den deutschen Markt zu erschließen (mehr…). Zuvor arbeitete Field Fisher in einer Allianz mit Buse Heberer Fromm zusammen.

Eine Eröffnung in Hamburg fügt sich zudem nahtlos in die internationale Wachstumsstrategie von Osborne Clarke ein. Bereits in diesem Frühjahr hatte die britische Sozietät, deren Wurzeln in Bristol liegen, einen Umbau ihres Kanzleinetzwerks angekündigt. So gewann sie durch Fusion mit den bisherigen Allianz-Partnern neue Standorte in Spanien und Italien hinzu, löste stattdessen aber engere Verbindungen in den Niederlanden, Belgien und in Frankreich (mehr…). Zudem plant die Kanzlei in naher Zukunft die Eröffnung eines Repräsentanzbüros in New York. Von dort sollen Mandanten aus technologienahen Branchen für die europäische Praxis gewonnen werden. Mit diesen Konzept ist Osborne Clarke im Silicon Valley bereits seit 2000 mit einem Büro präsent. (Christine Albert, Marcus Jung)

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