Artikel drucken
19.01.2021

Nach Rückzug aus Deutschland: Renommierter Arnold & Porter-Partner wechselt zu Oppenhoff

Nach der Auflösung des Frankfurter Büros von Arnold & Porter Kaye Scholer gewinnt Oppenhoff & Partner deren renommiertesten Litigation-Partner samt Team: Zum Februar wechselt Dr. Michael Weigel (62) mit zwei Associates. Für Oppenhoff sind die Zugänge ein weiterer Baustein beim Aufbau ihres Frankfurter Büros. Vor allem die bisher in Köln angesiedelte Konfliktlösungspraxis wird dadurch gestärkt.

Weigel_Michael

Michael Weigel

Dass die US-Kanzlei Arnold & Porter ihr einziges deutsches Büro Ende März schließt, war im vergangenen September bekannt geworden. Damals bestand das Büro aus neun Partnern und sieben weiteren Anwälten. Weigel kehrt nun gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurück, seine Karriere ist eng verknüpft mit der Entwicklung des deutschen Rechtsmarkts. Er begann 1989 als Associate bei Oppenhoff, die 2001 mit Linklaters fusionierte. Bis 2008 war Weigel Linklaters-Partner, dann wechselte er zu Kaye Scholer.

Im selben Jahr entstand durch die Abspaltung des Kölner Linklaters-Büros Oppenhoff wieder als unabhängige Kanzlei. Seit 2013 verfügt Oppenhoff & Partner über ein Büro in Frankfurt. Kaye Scholer hatte sich 2017 mit der US-Wettbewerberin Arnold & Porter zusammengeschlossen, die damit ein deutsches Büro erhielt. Dieses Büro befindet sich nun in Auflösung, weil es nicht gelungen ist, den Standort gewinnbringend in das internationale Netzwerk der Kanzlei einzubinden. Wo die Anwälte künftig arbeiten werden, ist in vielen Fällen noch nicht bekannt. Zum Beginn des Jahres wechselte der Counsel Nicolas Dumont, ein IP-Experte, als Equity-Partner zu GvW Graf von Westphalen. 

Prozesspraxis von Oppenhoff gewinnt neuen Standort

Weigel ist einer der bekanntesten Spezialisten für Haftungsfälle. Er vertrat etwa Freshfields Bruckhaus Deringer gegen eine großvolumige Schadensersatzklage des Maple-Bank-Insolvenzverwalters im Zusammenhang mit Cum-ex sowie Bird & Bird im Wölbern-Invest-Komplex. Auch Schiedsverfahren, Bankenprozesse und gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen gehören zu Weigels Mandaten. In den vergangenen Jahren kam Kartellschadensersatz als weiteres Thema hinzu, dabei war Weigel etwa an Klagen gegen das Mühlenkartell beteiligt. 

Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte zur Prozesspraxis von Oppenhoff, die ebenfalls seit einigen Jahren Kläger in Kartellschadensersatzfällen vertritt. Die Praxis umfasst mit den Zugängen zehn Anwälte. Bisher stehen vor allem Equity-Partner Peter Klappich und die jüngere Salary-Partnerin Dr. Vanessa Pickenpack für Prozessführung, beide sind dem Kölner Büro zugeordnet.

Mit den Zugängen setzt Oppenhoff ihr personelles Wachstum in Frankfurt fort: Unter anderem hat sich die Kanzlei in den vergangenen zwei Jahren mit Quereinsteigern von Simmons & Simmons, GvW Graf von Westphalen und GSK Stockmann verstärkt. (Marc Chmielewski)

  • Teilen