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29.08.2019

Vergleich: Freshfields zahlt Maple Bank-Verwalter 50 Millionen Euro

Freshfields Bruckhaus Deringer hat sich mit dem Insolvenzverwalter der ehemaligen Maple Bank, Dr. Michael Frege von CMS Hasche Sigle, auf einen Vergleich geeinigt. Freshfields wird rund 50 Millionen Euro in den Insolvenztopf einzahlen. Dies wurde auf der Gläubigerversammlung der Maple Bank heute in Frankfurt bekannt. Frege hatte Freshfields aufgrund ihrer Beratung zu Cum-Ex-Deals der Bank auf mindestens 95 Millionen Euro verklagt.

Michael Frege

Michael Frege

Freshfields erklärte dazu: „Ein Rechtstreit über die Frage einer möglichen Haftung aus einem früheren Mandatsverhältnis wird durch die einvernehmliche Rücknahme der Klage – und zwar nicht nur des Zahlungsantrags in Höhe von 95 Millionen Euro, sondern auch der weiteren, darüber hinaus gehenden Klageanträge – beendet. Die Parteien haben sich umfangreich über ihre Standpunkte ausgetauscht. Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass unsere Beratung der geltenden Rechtslage entsprach“. Das Handelsblatt hatte zuerst über die Einigung berichtet.

Michael Weigel

Michael Weigel

Offenbar war für die Kanzlei ein schnelles Ende mit Schrecken erträglicher, als ein Schrecken ohne Ende. Zu unsicher waren die Prognosen, ob nicht sogar die Forderung von 95 Millionen Euro noch höher hätte werden können, sobald die aktuelle Cum-Ex-Rechtsprechung der Finanzgerichte Hessen und Köln auch vom Bundesfinanzhof bestätigt worden wäre.

Dazu, wie die Abstimmung zu dem Vergleich intern unter den Partnern verlaufen ist, wollte sich die Kanzlei nicht äußern. Freshfields wird in der Sache von Dr. Michael Weigel von Arnold & Porter vertreten. Frege setzt auf ein Team von Linklaters, das bereits bei internen Ermittlungen bei der Maple Bank aktiv war. 

Wie viele andere Banken ließ sich auch die Maple Bank von 2006 bis 2010 auf Cum-Ex-Deals ein, die im Rückblick in der Kritik stehen und mittlerweile auch bei verschiedenen Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen die Beteiligten ausgelöst haben. Während der Hochkonjunktur der Cum-Ex-Deals sollen daher unter anderem die Steuerrechtler von Freshfields Bruckhaus Deringer eine wichtige Rolle bei solchen Geschäften gespielt haben. Sie sollen ihren Mandaten immer wieder bestätigt haben, dass die Geschäfte prinzipiell rechtlich tragbar seien. Im Nachhinein bestehen allerdings Zweifel an dieser Rechtsaufassung.

Frege hatte in einem ersten Schritt Ende vergangenen Jahres 95 Millionen Euro von Freshfields verlangt. Die Klage richtete sich allein gegen die Kanzlei und nicht gegen einzelne Berater. Laut Impressum ist die Allianz der Berufshaftpflichtversicherer von Freshfields.

Wie das Handelsblatt berichtet, haben rund 260 Gläubiger im Fall Maple Forderungen in Höhe von insgesamt 2,7 Milliarden Euro. Durch Vergleiche und andere Maßnahmen habe der Insolvenzverwalter inzwischen rund 70 Prozent der festgestellten Forderungen erfüllen können, so die Zeitung. Hauptgläubiger sind der Bundesverband der Banken und der Fiskus. (Martin Ströder, Christiane Schiffer)

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