Wegen Ukraine-Krieg

Mayr-Melnhof stößt mit CMS Reich-Rohrwig Hainz russische Standorte ab

Der Kartonhersteller Mayr-Melnhof hat sich im Dezember von seinen beiden russischen Standorten getrennt. Das Unternehmen verkaufte seine Werke in Westrussland für 134 Millionen Euro an Granelle, einen lokalen Investor.

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Mayr-Melnhof sah nach eigenen Angaben keine weiteren Möglichkeiten, das Geschäft in Russland weiterzuentwickeln. In der Folge nutzte das Unternehmen eine Genehmigung, um die Standorte in St. Petersburg und Pskov nahe der Grenze zu Estland abzugeben. Den Umsatz der beiden Werke bezifferte Mayr-Melnhof für 2021 auf rund 124 Millionen Euro. Auf das Ergebnis des Unternehmens soll sich die Transaktion nicht auswirken.

Als Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2021 gab das Unternehmen knapp 3,1 Milliarden Euro an, das Jahresergebnis lag bei 191 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten beläuft sich bei dem börsenotierten Konzern auf rund 16.500 weltweit.

Ausstieg gefunden

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs stellten etliche Unternehmen ihr Russlandgeschäft neu auf, weitere Transaktionen sind nach JUVE-Informationen zu erwarten. Der deutsche Versicherer Allianz etwa gab im Sommer 2022 eine 50,1-prozentige Mehrheit an seinem Russlandgeschäft ab. Der Tengelmann-Konzern wollte einer Verstaatlichung seiner 27 Obi-Baumärkte in Russland zuvorkommen und überließ seine Geschäfte für zehn Euro dem Investor Josef Liokumowitsch und einem Geschäftspartner.

Der Automobilhersteller Mercedes-Benz verkaufte sein in Russland verbliebenes Geschäft an das Unternehmen Avtodom. Dazu gehörten die Vertriebsgesellschaft und das Pkw-Montagewerk mit rund 1.000 Beschäftigten. Auch der japanische Autohersteller Nissan zog sich Ende 2022 aus Russland zurück.

Rainer Wachter

Berater Mayr-Melnhof-Gruppe
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Dr. Rainer Wachter (Federführung), Dr. Oliver Werner, Stefan Paulmayer (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Dieter Zandler (Wettbewerbsrecht); Associates: Marco Selenic, Oleksandra Prysiazhniuk (beide Gesellschaftsrecht), Vanessa Horaceck (Wettbewerbsrecht; Rechtsanwaltsanwärterin)
Seamless Legal (Moskau): Gurgen Gortsunyan (Corporate/M&A), Maxim Boulba (Öffentliches Recht)
Inhouse Recht (Wien): Elvira Schmid (Head of Legal)

Hintergrund: Der Käufer Granelle setzte bei dem Erwerb nach JUVE-Informationen allein auf interne Rechtsberater.

CMS-Partner Wachter ist immer wieder für Mayr-Melnhof in Transaktionen mandatiert. Im Frühjahr 2022 beriet er das Unternehmen etwa beim Kauf der schwedischen Sägewerkgruppe Bergkvist Siljan. In Finanzierungsangelegenheiten setzt das Unternehmen regelmäßig auf die Wiener Kanzlei PHH. Beim Erwerb von Essentra Packaging für rund 365 Millionen Euro im vergangenen Sommer war dagegen ein polnisches Team von Linklaters zuständig.

Für russisches Recht setzten Mayr-Melnhof und CMS auf die Moskauer Einheit Seamless Legal. Counsel Gortsunyan leitet dort das M&A-Team. Ein Seamless Legal-Team beriet auch Nissan beim Ausstieg aus dem Russlandgeschäft.

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