Juve Plus Nach der Signa-Großpleite

Tennis-Point schlägt bei Latham-Mandanten um Orlando Capital auf

Autor/en
  • Raphael Arnold

Der Ausverkauf des Signa-Imperiums läuft an: Der insolvente Sportfachhändler Tennis-Point ist zu großen Teilen an Investoren um die Beteiligungsgesellschaft Orlando Capital gegangen. Offen ist derzeit die Zukunft der französischen Vertriebstochter.

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Zu den Investoren gehören neben Orlando Capital V eine Gruppe um die Unternehmer Dinko Muhic, Thomas Hagedorn und Christian Hülsewig aus Ostwestfalen. Der Firmengründer und aktuelle Geschäftsführer von Tennis-Point, Christian Miele, ist an dem Investorenkonsortium ebenfalls beteiligt. Er wird das Geschäft des Spezialhändlers für Tennisbedarf zusammen mit dem zweiten Geschäftsführer Stefan Salzer weiterführen.

In Deutschland arbeiten rund 400 Beschäftigte für das Unternehmen aus Herzebrock-Clarholz in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt betreibt es 33 Geschäfte, davon 13 in Deutschland und vier in Österreich, sowie verschiedene Onlineshops.

Ulrich Klockenbrink

Verkäuferin des Sporthändlers ist die Insolvenzverwaltung von Tennis-Point; sämtliche Vermögenswerte und die Anteile an den Vertriebstöchtern im Ausland gehen im Zuge eines Asset Deals an die Erwerber. Die US-Vertriebstochter geht im Rahmen eines Share Deals an die Käufer über, Verkäuferin ist die Insolvenzverwaltung der deutschen Signa Sports United (SSU GmbH), die auch eine Rolle als Dach- und Servicegesellschaft für die gesamte Signa Sports United-Gruppe einnimmt.

Zukunft in Frankreich offen

Der Verkauf der französischen Vertriebstochter von Tennis-Point ist noch nicht abgeschlossen. Auch der Investorenprozess für den insolventen Fahrradhändler Internetstores läuft derzeit noch; er gehörte ebenfalls zur Signa Sports United-Gruppe.

Christina Mann

Berater Investorenkonsortium um Orlando Capital
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Leif Schrader, Christina Mann (beide Corporate/M&A), Dr. Ulrich Klockenbrink (Finanzierung; Hamburg; alle Federführung), Dr. Wolf-Tassilo Böhm (Datenschutz), Dr. Ulf Kieker, Stefan Süß (beide Steuerrecht), Florian Dehmel (Arbeitsrecht; letztere drei München); Associates: Julian Glaub (Corporate/M&A), Johannes Lieb (Steuerrecht; beide München)

Berater Insolvenzverwaltung Tennis-Point
Görg: Dr. Michael Nienerza (München), Christopher Schiller (Köln; beide Corporate/M&A)

Insolvenzverwalter Tennis-Point
Gerloff Liebler (München): Dr. Christian Gerloff (Insolvenzverwalter), Dr. Marco Liebler, Benedikt Gatt, Christian Stoffler, Dr. Christian Schmitt, Christian Rogner, Alexander Dietl, Timo Mauch (alle Insolvenzrecht)

Insolvenzverwalter Signa Sports United GmbH
Pluta (Lübbecke): Stefan Meyer (Insolvenzverwalter), Christoph Chrobok (Federführung), Nadja Neuber (Münster), Oliver Westkamp (alle Insolvenzrecht), Dr. Uwe Paul (Steuerrecht; beide Düsseldorf)

Berater Frasers Group
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Patrick Kaffiné (Corporate/M&A), Dr. Christian Halàsz, Friedrich Schlott (Düsseldorf; beide Restrukturierung)

Hintergrund: Orlando Capital setzt in der Steuerstrukturierung schon seit Jahren auf Latham & Watkins. Die Transaktionspraxis dagegen kam neu ins Mandat über Kontakte der Unternehmensberatung Troesser & Co zu Latham-Partner Klockenbrink.

Michael Nienerza

Die Insolvenzverwaltungen bei Gerloff Liebler und Pluta beriet in Deutschland ein Team von Görg um die Partner Nienerza und Schiller. Parallel ist der Berliner Görg-Partner Prof. Dr. Torsten Martini bei einer ganzen Reihe deutscher Signa-Gesellschaften mit der Insolvenzverwaltung betraut, darunter bei der Elbtower Immobilien.

Bereits bei SportScheck Bieter

Das Gleiss-Team um Kaffiné war bereits zuvor im Signa-Komplex an der Seite der Frasers Group zu sehen, die bis Ende 2019 als Sports Direct International firmierte und rund 950 Filialen betreibt. Denn im Herbst 2023 bot der börsennotierte britische Einzelhänder für den Fachhändler SportScheck. Diese Transaktion scheiterte jedoch, Sportscheck stellte Ende November 2023 einen Insolvenzantrag.  

Die Insolvenzverfahren über Tennis-Point, Internetstores und SSU GmbH eröffnete das Amtsgericht Bielefeld am 1. Januar 2024. Zu dem Zeitpunkt bestellte es Gerloff zum Insolvenzverwalter von Tennis-Point und Internetstores sowie Meyer zum Insolvenzverwalter der SSU GmbH.

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