Insolvenz

Autozulieferer Dr. Schneider sucht mit Dr. Beck nach Ausweg

Der Automobilzulieferer Dr. Schneider hat beim Amtsgericht Coburg einen Insolvenzantrag eingereicht. Zum Insolvenzverwalter wurde Joachim Exner von Dr. Beck & Partner bestellt. Von dem Schritt sind rund 2.000 der weltweit insgesamt 4.000 Mitarbeiter betroffen.

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Die Probleme der Dr. Schneider-Gruppe waren absehbar. Schon im Februar hatte das Unternehmen Personalanpassungen an den deutschen Standorten in Kronach-Neuses, Kronach, Tschirn und im thüringischen Föritztal angekündigt und dabei auf ein negatives Ergebnis in 2021 verwiesen. 

Nun also der Schritt in die Insolvenz, von dem die Dr. Schneider-Auslandstöchter in den USA, China, Spanien und Polen nicht betroffen sind. Ob das eröffnete Verfahren auf einen Vergleich mit den Gläubigern hinausläuft oder ein Investor den Geschäftsbetrieb übernimmt: Die Unternehmensleitung hält derzeit beide Ausgänge für möglich.

Vom Zigarrenhersteller zum Automobilzulieferer  

Dr. Schneider war 1927 gegründet worden. Fast drei Jahrzehnte produzierte das Unternehmen Zigarren. Zu internationaler Geltung kam Dr. Schneider mit der 1936 als zweites Standbein gegründeten Kunststoffverarbeitung.

Heute fertigt das Unternehmen weltweit Bauteile für den Fahrzeuginnenraum, etwa Belüftungssysteme, Verkleidungen, Mittelkonsolen oder sonstige Ablageelemente. Dr. Schneider gehört zu den Marktführern in diesem Bereich. Nahezu alle führenden Automobilhersteller gehören zu den Kunden des Unternehmens. Im vergangenen Jahr bezifferte die Gruppe selber ihren Umsatz auf 451 Millionen Euro. 

Insolvenzverwalter
Joachim Exner (Dr. Beck & Partner, Nürnberg)

Berater Insolvenzverwalter
Dr. Beck & Partner (Nürnberg): Dr. Ulf Pechartschek, Dr. Tobias Wittmann (beide Restrukturierung/Insolvenzrecht); Ruzica Djokic (Arbeitsrecht); Associates: Dr. Barbara Honold, Carolin Kammerer, Susanne Witte (alle Restrukturierung/Insolvenzrecht), Markus Wolferseder (Arbeitsrecht)

Berater Dr. Schneider
CMS (München): Richard Mitterhuber (Corporate/M&A), Axel Dippmann (Bank- und Finanzrecht; Berlin), Dr. Rolf Leithaus (Restrukturierung/Insolvenzrecht; Köln); Moritz Thate (Corporate/M&A); Associates: Dieu Hong Mai (Bank- und Finanzrecht; Berlin), Julia Menke (Restrukturierung/Insolvenzrecht) 

Berater Lieferantenpool
Schultze & Braun (Achern): Dr. Rainer Riggert (Restrukturierung/Insolvenzrecht)

Hintergrund: Exner begleitet immer wieder Automobilzulieferer oder Maschinenbauunternehmen. Zu seinen prominenten Verfahren zählen unter anderem die Eisenmann-Gruppe und die BOA-Gruppe. Seit August ist er auch beim Zulieferer Borscheid + Wenig in der Nähe von Augsburg bestellt. Hier wie dort lässt er sich von einem Team aus seiner Kanzlei Dr. Beck beraten.

Wie bei Borscheid + Wenig lassen sich die Mitglieder des Lieferantenpools auch im Insolvenzverfahren der Dr. Schneider von Schultze & Braun-Partner Riggert vertreten. Riggert ist auf die Konstituierung von Banken- und Lieferantenpools spezialisiert. 

Das Unternehmen lässt sich in dem Verfahren von CMS beraten, die häufig bei komplexen Reorganisationsprojekten mandatiert sind. (mit Material von dpa)

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