Das Bundeskartellamt hat seine Ermittlungen gegen die Deutsche Post AG und Unternehmen der Max-Ventures-Gruppe eingestellt. Die Untersuchungen zu möglichen wettbewerbsbeschränkenden Vereinbarungen bei sogenannten Briefkonsolidierungsleistungen liefen seit Juli 2023. Grund für die Einstellung ist die Auflösung bestehender gesellschaftsrechtlicher Verflechtungen zwischen den Unternehmen.
Briefkonsolidierung bedeutet, dass Massenpost wie Versicherungsschreiben und Werbebriefe von Firmen abgeholt, frankiert und sortiert werden, bevor sie bei der Post abgeliefert und von deren Briefträgern zugestellt werden. Konsolidierte Sendungen sind günstiger.
Harter Wettbewerb bei Briefsortierung
Führender Anbieter dieser Briefkonsolidierungsleistungen ist die Deutsche Post selbst über ihre Tochter Deutsche Post InHaus Services. Die Max-Ventures-Gruppe ist mit ihren Töchtern Postcon und Freesort der wichtigste Wettbewerber. An dem Konsolidierer Compador waren beide beteiligt: die Post mit 26 Prozent, Max-Ventures mit 74 Prozent. Die Post hat ihren Anteil nun an Max-Ventures verkauft.
Die kartellrechtlichen Ermittlungen gegen die betroffenen Unternehmen dauerten insgesamt zwei Jahre an. Ins Rollen gekommen waren sie nach JUVE-Informationen durch eine Beschwerde des Bundesverbands für Briefdienste, einem Zusammenschluss von Konkurrenten der Deutschen Post. Aus deren Sicht wäre das bestmögliche Ergebnis des Kartellverfahrens gewesen, dass das Amt einen Verstoß feststellt und Bußgelder verhängt, idealerweise sogar der Post verbietet, eigene Konsolidierungsleistungen anzubieten. All das ist aber nicht passiert.
Kartellamt gibt sich zufrieden
Die wettbewerblichen Bedenken des Kartellamts führten lediglich dazu, dass die Verflechtungen mit der Compador aufgelöst wurden. „Das ist als Folge des von uns eingeleiteten Verfahrens die richtige Maßnahme, um den Wettbewerb offen zu halten“, sagt Kartellamtspräsident Andreas Mundt. „Daher können wir das Verfahren jetzt einstellen.
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Die Vertreter im Überblick
Vertreter Deutsche Post
Glade Michel Wirtz (Düsseldorf): Dr. Christian Karbaum, Dr. Markus Wirtz; Associates: Maximilian Schoone, Dr. Anna-Frederike Schaube (alle Kartellrecht)
Vertreter Max-Ventures
Dentons (Berlin): Dr. René Grafunder (Frankfurt), Dr. Dominika Wojewska (Berlin), Johanna Weschke (Berlin), Marco Schmidt (Frankfurt) (beide Kartellrecht)
Vertreter Bundesverband für Briefdienste
Damm & Mann (Hamburg): Dr. Thomas Brach, Stephanie Hartwig (beide Post- und Verwaltungsrecht) – aus dem Markt bekannt
Bundeskartellamt, 2. Beschlussabteilung
Julia Topel (Vorsitzende), Fabian Pape, Christine Ohlerich
Hintergrund: Über die 26-Prozent-Beteiligung der Post an Compador hat es schon einmal Streit mit der Bundesnetzagentur gegeben. Damals, im Jahr 2018, ließ sich die Post von Redeker vertreten. Für Glade Michel Wirtz, die unter Federführung von Karbaum das aktuelle Verfahren geführt hat, war es soweit belannt das erste große kartellrechtliche Mandat des Konzerns.
Dentons hat Max-Ventures bereits beraten, als diese ab 2021 die ehemaligen Wettbewerber Postcon und Freesort übernahm. Kartellrechtlerin Wojewska ist seit Mai 2025 Referentin für EU-Beihilfenrecht beim Wirtschaftsministerium Brandenburg.
Damm & Mann-Partner Brach ist regelmäßig für Postunternehmen im Einsatz. Er vertrat bereits 2018, als die Netzagentur sich mit Compador befasst hat, Postcon als Beigeladene.