Während die schwedischen Northvolt-Bestandteile im März 2025 Insolvenz anmelden mussten, durchlief die deutsche Projektgesellschaft ‚Northvolt Drei‘ in der Folge ein Restrukturierungsverfahren nach dem StaRUG und entzog sich so der Insolvenz. Im Zuge der solventen Liquidation erhalten nun der Bund und das Land Schleswig-Holstein je zur Hälfte insgesamt 222 Millionen Euro zurück. Der Restrukturierungsplan sei letztinstanzlich bestätigt, so das Bundeswirtschaftsministerium laut Medienberichten.
Northvolt hatte 2023 für die zunächst mit rund 3.000 Arbeitsplätzen angesetzte Batteriefabrik rund 600 Millionen Euro über eine Wandelanleihe von der KfW erhalten, für die Land und Bund bürgten. Die Mittel waren bis zur Insolvenz der Northvolt-Gruppe teilweise für den Bau in Heide verbraucht worden. Nach der Zahlung von 153 Millionen folgte die Rückführung der verbleibenden 69 Millionen bis zum Sommer, so eine Mitteilung. Dazu steht noch eine immissionsrechtliche Genehmigung des Landes Schleswig-Holstein aus.
Lyten, zu deren bekannten Investoren der Stellantis-Konzern sowie der Logistiker FedEx gehören, hatte 2025 eine Rahmenvereinbarung zur Übernahme der deutschen Fabrik unterzeichnet. Zudem übernahm das Unternehmen aus dem Silicon Valley die Northvolt-Gigafactory am schwedischen Stammsitz in Skellefteå, das Forschungslabor in Västeras und sicherte sich alle verbliebenen geistigen Eigentumsrechte von Northvolt.
Während die Übernahme in Schweden seit Februar 2026 abgeschlossen ist, laufen Verhandlungen mit KfW und staatlichen Institutionen über die detaillierte Ausgestaltung des deutschen Projekts noch. Neben der Neuaufsetzung der Förderarchitektur geht es auch um das veränderte Produktionsspektrum in Heide. Dabei stehen aus Sicht von Lyten nicht nur Batterien für Elektrofahrzeuge im Fokus, sondern zudem etwa Anwendungen aus dem Verteidigungssektor und stationäre Speicher.
Die Berater im Überblick
Berater Northvolt Drei
Noerr (Frankfurt): Dr. Thomas Hoffmann (Federführung), Stephanie Bender (Hamburg), Dr. Nicholas Palenker (Berlin; alle Insolvenzrecht/Restrukturierung), Dr. Laurenz Wieneke, Dr. Volker Land (Hamburg), Dr. Ingo Theusinger (Düsseldorf; alle Corporate/M&A), Dr. Martin Haisch (Steuerrecht), Dr. Nikolai Warneke (Bank- und Finanzrecht), Dr. Patrick Mückl (Arbeitsrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Maik Grunenberg (Insolvenzrecht/Restrukturierung), Benedikt Rippert (Steuerrecht), Jonas Strubel (Bank- und Finanzrecht)
Restrukturierungsbeauftragter
Boege Rohde Luebbehuesen (Hamburg): Stefan Denkhaus (Restrukturierungsbeauftrager), Dr. Julian Hageböke (München; beide Insolvenzrecht/Restrukturierung)
Berater KfW
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Klaus Hellermann, Nick Aghanassir, Tobias Spahn, Oriana Corzilius (Syndikusrechtsanwälte)
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Daniel Weiß (Federführung; Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung), Dr. Frank Burmeister, Dr. Johannes Adolff, Dr. Lucina Berger (alle Corporate/M&A), Dr. Henning Hilke, Dr. Pascal Brandt (beide Bank und Finanzrecht), Dr. Jan Bonhage (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Moritz Müller-Leibenger (Restrukturierung; Berlin); Associates:
Dr. Moritz Bach (Restrukturierung), Guglielmo Ziani (Corporate/M&A), Niclas Claussen, Felicitas Sussmann, Nükhet Tanrikulu, David Rüther (beide Düsseldorf; alle Restrukturierung), Henri Roth (Öffentliches Recht, Berlin)
Hintergrund: Noerr berät Northvolt seit März 2022 und kam damals über einen Pitch hinzu. Nachdem in der Projektphase der Hamburger Corporate-Partner Dr. Volker Land die Federführung innehatte, waren in der Restrukturierungssituation die Spezialisten um den Frankfurter Hoffmann gefragt.
In Denkhaus hat das Amtsgericht Hamburg für dieses nicht-öffentlich angezeigte Verfahren einen in Verwaltung und Sanierung vielfach erfahrenen und in der Region verankerten Begleiter bestellt. Ihn unterstützt der Münchner BRL-Partner Hageböke. Zuständiger Richter beim Insolvenzgericht war dem Vernehmen nach Dr. Andreas Schmidt.
Die Interessen der Fördermittelgeberin und wesentlichen Gläubigerin KfW wahrte erneut Hengeler. Die Federführung lag weiterhin beim Frankfurter Partner Weiß. Soweit bekannt erarbeitete die Kanzlei gemeinsam mit der KfW das rechtliche Konzept, das der Herauslösung der deutschen Projektgesellschaft aus dem Verbund der Northvolt-Gruppe zugrundelag.