Deutsche Lichtmiete-Insolvenz

Wallner Weiß und Willmer Köster sollen Licht ins Dunkel bringen

Der Oldenburger Beleuchtungskonzern Deutsche Lichtmiete ist insolvent. Mittlerweile befinden sich 16 Unternehmen der Firmengruppe in vorläufigen Insolvenzverfahren. Investoren hatten rund 200 Millionen Euro in Anleihen investiert, die nun auszufallen drohen. Die Insolvenzen werden von strafrechtlichen Ermittlungen gegen die ehemalige Unternehmensleitung begleitet.

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Malte Köster

Im Dezember hatten Polizei und Staatsanwaltschaft Geschäftsräume und Privatwohnungen der Deutschen Lichtmiete wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Betrug durchsucht. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Vorstand Alexander Hahn und drei weitere Führungskräfte hatten den Insolvenzantrag der Lichtmiete AG beim Amtsgericht Oldenburg folgen lassen.

Das Gericht bestellte als vorläufigen Insolvenzverwalter der Konzernmutter Rüdiger Weiß von der Kanzlei Wallner Weiß aus Dresden. Neben der Konzernmutter verwaltet er weitere sechs Tochterunternehmen, darunter die Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft, die Deutsche Lichtmiete Vermietungsgesellschaft sowie die Deutsche Lichtmiete Finanzierungsgesellschaft.

Anleihen ausfallgefährdet

Sebastian Braun

Die Gesellschaften sind Teil des komplexen Geschäftsmodells, mit dem die Deutsche Lichtmiete seit 2008 Beleuchtungssysteme inklusive Wartung an Unternehmen und Kommunen vermietet. Finanziert hat die Unternehmensgruppe ihr Geschäft mit den selbst produzierten LED-Leuchten unter anderem über drei Mittelstandsanleihen im Nominalwert von 130 Millionen Euro, die nun ausfallgefährdet sind.

Weitere 60 Millionen Euro haben Investoren der Lichtmiete direkt überwiesen. Für diese Geldflüsse stehen acht weitere Gesellschaften, die alle den Namen DLM Direkt-Investitionsgesellschaft führen. Ihre Insolvenzanträge reichten die Gesellschaften der Gruppe etwa zwei Wochen später ein. Das Amtsgericht Oldenburg bestellte für sie den Bremer Rechtsanwalt Dr. Malte Köster von Willmer Köster zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Wem gehören die Mieten?

Ein Streitpunkt in dem Verfahren ist die Position des Bremer Treuhänders KHD Treuhanddepot, der versucht hatte, abgetretene Mietforderungen von Endmietern einzuziehen. Anleihe- und Direktinvestoren gehen davon aus, dass die KHD ihre Investments absichert. Das Amtsgericht Oldenburg hat ergänzend angeordnet, dass die KHD die Mieten nicht einziehen dürfe.

Insolvenzverwaltung Deutsche Lichtmiete sowie sechs weitere Gesellschaften 
Wallner Weiß (Dresden): Rüdiger Weiß

Insolvenzverwaltung der neun Direktinvestitionsgesellschaften
Willmer Köster (Bremen): Dr. Malte Köster

Berater Deutsche Lichtmiete
Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf): Sascha Borowski (Kapitalmarktrecht)
Reinhart Kober Großkinsky Braun (Hamburg): Dr. Sebastian Braun (Insolvenzrecht)
Görg (Hamburg): Dr. Thorsten Bieg (Restrukturierung)

Vertreter Alexander Hahn
Gercke Wollschläger (Köln): Prof. Dr. Björn Gercke, Dr. Ulrich Leimenstoll (beide Strafrecht)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Jörg Schauf (Steuerstrafrecht)

Vertreter weitere Führungskräfte
von Pelchrzim (Frankfurt): Dr. Gero von Pelchrzim (Strafrecht)
Eckstein & Kollegen (München): Dr. Christian Fröba (Strafrecht)
Sebastian Wendt (Oldenburg; Strafrecht)

Gläubigerausschuss
Ashurst (München): Alexander Ballmann (Restrukturierung/Insolvenzrecht)
Mattil & Kollegen (München): Ralph Veil (Kapitalmarktrecht)

Vertreter KHD Treuhanddepot
GSK Stockmann (Heidelberg): Dr. Raoul Kreide, Dr. Justus Jansen (Hamburg; beide Restrukturierung/Insolvenzrecht)

Hintergrund: Einige Berater sind aus dem Markt bekannt.

Thorsten Bieg

Bereits im Dezember waren mit Einsetzen der strafrechtlichen Ermittlungen der Kapitalmarktrechtler Borowski von Buchalik Brömmekamp sowie der Insolvenzrechtler Braun von Reinhart Kober Großkinsky Braun ins Mandat gekommen. Sie arbeiten seither eng mit den mandatieren Strafrechtlern zusammen und bereiteten auch die Insolvenzanträge vor, die zuerst Weiß von Wallner Weiß ins Verwalteramt brachten. Aktuell starten die vorläufigen Insolvenzverwalter den M&A-Prozess. Den Hamburger Görg-Partner Bieg hatte Weiß gemeinsam mit Köster mandatiert.

Parallel dazu bringen sich Berater wie One Square Advisors oder auch die Düsseldorfer Kanzlei mzs Rechtsanwälte für den Posten des gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger in Stellung. Zu den Gläubigern gehören neben Kleinanlegern auch institutionelle Investoren. Im Gläubigerausschuss sitzen neben den Arbeitnehmervertretern auch der Rechtsanwalt Veil von Mattil & Kollegen sowie der Ashurst-Partner Ballmann.

 Copyright Teaserbild: Deutsche Lichtmiete

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