Energiewende

Siemens Energy greift mit Inhouse-Team großen Konverter-Auftrag von Amprion ab

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat einem deutsch-spanischen Konsortium aus Siemens Energy und Dragados Offshore einen weiteren Großauftrag zur Errichtung von Konverterstationen erteilt. Mit den Anlagen sollen Offshore-Windparks in der Nordsee an das Stromnetz angeschlossen werden.

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Siemens Energy spricht vom größten Offshore-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Medienberichte haben das Geschäft bei mehr als vier Milliarden Euro taxiert. Der in den Offshore-Anlagen erzeugte Strom wird in den Konvertern in Gleichstrom verwandelt und am Ende der Transferleitungen, an Land, in komplementären Stationen wieder als Wechselstrom in das Netz eingespeist. Das ermöglicht eine verlustärmere Übertragung.

Auch Wartung gehört dazu

Ilkin Karakaya

Amprion selber errichtet die beiden Leitungen ‚BorWin1‘ und ‚BorWin2‘, die die Insel Norderney unterqueren und als Erdkabel in den Netzverknüpfungspunkten Westerkappeln in NRW und Wehrendorf in Niedersachsen enden. Dragados Offshore ist auf die Errichtung von Plattformen auf See spezialisiert. Siemens Energy erstellt die eigentlichen Umwandler (LanWin1 und LanWin3) sowohl auf See wie an Land und soll zudem für ein Jahrzehnt die komplette Wartung übernehmen. 

Die Systeme sollen bis zu 4 Gigawatt im Jahr leisten und damit den Strombedarf von vier Millionen Menschen decken. Ihre Inbetriebnahme ist für 2029 und 2030 geplant. Ursprünglich war für die Anlagen eine Fertigstellung 2030 und 2033 geplant. Die von der Bundesregierung ausgegebenen Beschleunigungsziele erzeugten nun den für eine raschere Abwicklung notwendigen Druck.  

Nicht zum ersten Mal Siemens Energy        

Eckehard Volz

Bereits im Juli 2022 hatte das deutsch-spanische Konsortium von Amprion den Zuschlag für ein vergleichbares Projekt erhalten. Hier enden die beiden Leitungen (DolWin4 und BorWin4), die ebenfalls dem Anschluss von Nordsee-Offshore-Anlagen an das Stromnetz dienen, im Emsland in der Nähe von Lingen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Offshore-Windparks bis 2030 jährlich 30 Gigawatt leisten und damit rechnerisch den Output von rund 40 großen Kohlekraftwerken liefern. 

Berater Siemens Energy
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Ilkin Karakaya (International General Counsel), Dr. Stefan Höhns (Vice President Legal & Compliance), Dr. Markus Lehner (Lead Counsel), Barbara Kropp (Lead Counsel; beide Erlangen), Arlette Schwarz (Senior Legal Counsel) 

Berater Dragados
Clyde & Co (Hamburg): Dr. Eckehard Volz (Energierecht/Maritimes Recht); Associate: Anna-Sophie Waldmann (Energierecht/Vergaberecht)  – aus dem Markt bekannt

Berater Amprion
Graf von Westphalen (München): Dr. Sebastian Rohrer (Federführung; Energierecht/Baurecht), Dr. Maximilian Emanuel Elspas (Corporate/Energierecht), Guido Brucker (Energierecht; Berlin), Dr. Robert Theissen (Hamburg), Dr. Thomas Senff (Berlin; beide Baurecht), Andrea Torka (Frankfurt), Dr. Patrick Wolff (Hamburg; beide Bank-/Finanzrecht), Dr. Michael Engel (Steuerrecht; Frankfurt), Jörg Khöber (IP); Associates: Tobias Lang (Energierecht/Baurecht), Lars Hillmann (Zollrecht; Hamburg)

Hintergrund: Die Ausschreibung und Vergabe des Projekts nahm nur drei Monate in Anspruch. Nach Marktinformationen war dafür früher üblicherweise ein ganzes Jahr veranschlagt worden. 

Sebastian Rohrer

Siemens Energy war 2020 durch die Abspaltung des Energiegeschäfts entstanden. Wie der Mutterkonzern bemüht sich auch die Tochter, weitgehend ohne externe Unterstützung auszukommen, so auch hier: Die Gesamtverantwortung lag bei General Counsel Karakaya, der im Oktober zum Unternehmen gewechselt war. 

Dragados Offshore ließ sich von Volz von Clyde & Co beraten. Der Spezialist für maritimes Wirtschaftsrecht war 2018 zusammen mit drei weiteren Partnern aus dem Hamburger Büro von Ince & Co zu Clyde gewechselt. 

Nicht nur für Siemens Energy ein Großauftrag

Das GvW-Team um den Münchner Partner Rohrer beriet Amprion bereits bei der Vergabe des ersten Konverter-Auftrags im Sommer 2022. Rohrer begleitete zudem im Herbst 2022 die Stadtwerke Heidenheim beim Erwerb des Windparks Niederzier im Rheinland und war im Sommer auch bei der Beratung der Projektgesellschaft NeuConnect involviert, die ein deutsch-britisches Unterwasserstromkabel auf den Weg bringt.  

Große Teile des Teams, darunter Rohrer, Elspas und Brucker, gehörten bis Mitte 2021 der energierechtlichen Praxis von Beiten Burkhardt an. Sie wechselten in der nach Zahlen wohl größten Verstärkung, die GvW in ihrer Kanzleigeschichte bislang gelungen ist.

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