Die neue Anleihe weist einen Kupon von 2,125 Prozent aus und war dem Vernehmen nach mehrfach überzeichnet. Sie soll unter anderem zur Refinanzierung einer ausstehenden Verpflichtung aus dem Jahr 2014 dienen. Die damalige Anleihe hatte eine Verzinsung von 4,5 Prozent.
Das neue Wertpapier wird im Euro MTF-Segment der Luxemburger Börse gehandelt und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Mehrere europäische profitable Tui-Töchter garantieren das neue Schuldpapier. Sie verpflichteten sich über sogenannte Covenants – Abreden in den Anleihebedingungen – dazu, bestimmte Schuldenrelationen während der Laufzeit einzuhalten.
Berater Tui
Allen & Overy (Frankfurt): Christoph Enderstein (Federführung; Kapitalmarktrecht), Marc Plepelits (US- Corporate-Finance), Wolfgang Melzer (Bank- und Finanzrecht), Stephen Mathews (Corporate; London), Dr. Heike Weber, Klaus Hahne (beide Steuerrecht); Associates: Simon Wie, Nadine Kämper, Sandra Ziener (alle Kapitalmarktrecht), Martin Schmidt (US-Corporate-Finance), Frederik Jahn, Christopher Jahnke (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Katharina Stüber (Corporate)
Berater Banken
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Hendrik Haag, Bianka Bielecke; Associate: Jochen Schnepper (alle Bank- und Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Ute Münstermann – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Bei Allen & Overy waren neben dem Frankfurter und Londoner Büro Anwälte aus Amsterdam und Brüssel eingebunden. Die Frankfurter Kapitalmarktpraxis hatte Tui bereits 2010 bei der Begebung einer Wandelanleihe beraten und war auch 2014 bei der Fusion mit ihrer britischen Tochter Tui Travel gefragt. Im Kapitalmarktteam war allerdings Oliver Seiler der betreuende Partner, der jüngst zu Latham & Watkins wechselte. In Anleiheemissionen tritt aus dem Team nun verstärkt Enderstein in Erscheinung. Zudem verfügt die Praxis mit Plepelits, Leiter des hiesigen US-Corporate-Finance-Teams, über einen erfahrenen Anleiheberater, der jüngst auch die milliardenschwere Dollar-Anleihe bei Siemens aufseiten der Banken koordiniert hatte.
Hengeler-Partner Haag, der im Frühjahr das große Bankenkonsortium beriet, das die 4,5 Milliarden schwere Anleiheemission der Deutschen Telekom flankierte, kam hier dank der guten Beziehungen zur Deutschen Bank in das Mandat. Die bei der Tui-Anleihestruktur angewandten europäischen Standards im High-Yield-Segment sind auch für das Hengeler-Team kein unbekanntes Terrain. Sie kamen ansatzweise schon 2009 zum Tragen, als Heidelberg Cement unter der Federführung von Hengeler diverse Hochzinsanleihen platzierte. (Sonja Behrens)