Juve Plus Vier Bieter für Kohlekraftwerk

Ashurst-Mandantin ResInvest übernimmt Datteln 4

Uniper verkauft ihr Steinkohlekraftwerk Datteln 4 an den Schweizer Rohstoffhändler ResInvest. Mit dem Verkauf erfüllt Uniper eine weitere Auflage der EU-Kommission. Die Transaktion umfasst neben der Kraftwerksanlage auch die zugehörige Kohleinfrastruktur und Wärmeerzeugungsanlagen. Über den Verkaufspreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

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Das Kraftwerk gehört zu den modernsten der Welt. Die Investitionskosten lagen Medienberichten zufolge bei rund 1,4 Milliarden Euro. Von dieser Größenordnung dürfte Uniper mit dem Verkauf weit entfernt sein. Immerhin darf das Kraftwerk nur bis zum endgültigen Kohleausstieg 2038 laufen.

Uniper hatte Datteln 4, das über eine elektrische Nettoleistung von 1.052 Megawatt verfügt, nach langem Gezerre erst 2020 in Betrieb genommen. Im Gegenzug für die beihilferechtliche Genehmigung von Staatshilfen verpflichtete sich Uniper zum Verkauf bis 2026. Der Datteln-Deal folgt auf den Verkauf des Fernwärmenetzes vor wenigen Wochen, das mit Wärme aus dem Kraftwerk versorgt wird.

Der Verkaufsprozess für das Kraftwerk Datteln 4 gestaltete sich komplex. Weiterhin bestehen rechtliche sowie politische Herausforderungen. Der Bebauungsplan des Standorts ist noch Gegenstand eines laufenden Rechtsstreits vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, außerdem läuft der Stromliefervertrag mit der Deutschen Bahn länger, als Deutschland Kohle verstromen will.

Unerwartet starker Bieterkreis

Ursprünglich wurde mehrfach über einen möglichen Verkauf an den tschechischen Energiekonzern EPH spekuliert, nun erwirbt die erst 2024 gegründete ResInvest Group das Kraftwerk. Gründer Tomáš Novotný war zuvor langjährig als Management Consulting Director bei EPH tätig. Im Februar 2024 hatte ResInvest bereits mehrere polnische Kohlekraftwerke vom Energiekonzern ČEZ übernommen.

Nach JUVE-Informationen waren neben ResInvest mindestens drei weitere Bieter bis zuletzt im Rennen, unter anderem der niederländische Energiehändler Trafigura sowie der tschechische Investor Seven Global Investments.

Die Berater im Überblick

Stefan Bruder

Berater ResInvest
Ashurst (München): Stefan Bruder (Corporate/M&A; Federführung), Sascha Arnold (Öffentliches Recht), Liane Muschter (Immobilienrecht), Andreas Mauroschat (Arbeitsrecht), Tino Duttine (Steuerrecht), Alexander Duisberg (IT), Karsten Raupach (Restrukturierung), Matthias Annweiler, Sina Schwirz (beide Corporate/M&A), Christopher Jeschor (Immobilienrecht), Lukas Müller (Arbeitsrecht), Miriam Staatz (Steuerrecht), Maria Held (Kartellrecht), Associates: Maylin Heinrich, Karen Kelat (beide Corporate/M&A), Achim Weimer (Associate, Real Estate), Charlotte Hähnchen (Immobilienrecht), Johanna Kunze (Arbeitsrecht), Katrin Hansen (Streitbeilegung), David Plischka (IT)

Thomas Schulz

Berater Uniper
Inhouse Recht (Düsseldorf): Katharina Cholewa (Executive Vice President M&A), Oleksandr Boiko (Senior Legal Counsel M&A), Ulrich Krockenberger (Vice PResident Legal/M&A and Joint Ventures), Theresa Witt (Senior Legal Counsel M&A) – aus dem Markt bekannt
Linklaters (Berlin): Thomas Schulz, Christopher Bremme (beide M&A/Energy, Berlin; beide Federführung), Prof. Dr. Markus Appel (Öffentliches Recht/Umwelt- und Planungsrecht), Dr. Julian Böhmer (Steuerrecht), Dr. David-Julien dos Santos Goncalves (Kartellrecht/Investitionskontrolle; beide Düsseldorf), Dr. René Döring (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Jan Endler (Öffentliches Recht), Dr. Jörg Fried (Finanzierung), Dr. Sabine Vorwerk (Restrukturierung; Frankfurt), Rico Kaßmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Ingo Klauß (Kartellrecht/Investitionskontrolle; Düsseldorf), Julia Sack (M&A/Energy), Dr. Marc Voelker (Finanzierung), Associates: Laura Marx-Pfälzner (M&A/Energy; Federführung), Sebastian Meyn (Öffentliches Recht/Umwelt- und Planungsrecht), Dr. Luca Rawe (Arbeitsrecht; Düsseldorf/Frankfurt), Dr. Benedikt Schewe (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Felix Stoecker (Immobilienrecht), Dr. Max Fuss (Steuerrecht), Sinan Günebakan (Kartellrecht/Investitionskontrolle; beide Düsseldorf), Andreas Hofheinz-Bartole (Corporate/M&A), Colin Laws (Arbeitsrecht; Frankfurt), Lea Schürmann (Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Maximilian Volmar (M&A/Energy), Dr. Jens Weuthen (Öffentliches Recht/Umwelt- und Planungsrecht)

Hans-Georg Schulze

Berater Trafigura
White & Case (Düsseldorf): Dr. Hans-Georg Schulze (Corporate/M&A), Thomas Burmeister (Regulierung) – aus dem Markt bekannt

Berater Seven Global Investments
Luther (Düsseldorf): Dr. Michael Bohrmann (Corporate/M&A), Dr. Holger Stappert (Regulierung) – aus dem Markt bekannt

Berater Asterion/Steag
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Martin Ulbrich (Corporate/M&A), Dr. Katharina Hesse (Regulierung) – aus dem Markt bekannt

Notariat
Wicke Herrler (München): Sebastian Herrler (Notar)– aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Schweizer Energiehändler ResInvest, der auch in Kraftwerke investiert, nahm sich für den Bieterkampf um Datteln 4 erstmals das Münchner Ashurst-Team um Bruder an die Seite. Bruder war Anfang 2024 von Clifford Chance zu Ashurst gewechselt. Anfang 2025 stieß von Freshfields der Regulierer Arnold zum Team.

Im Bieterverfahren um den Carve-out des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 stand Ashurst-Partner Bruder neben dem Inhouse-Team von Uniper nun Linklaters gegenüber. Der Berliner Partner Schulz hatte Uniper bereits zum Verkauf ihres Fernwärmenetzes an Asterion beraten. Dabei beriet die Essener Boutique Roson & Büdenbender an der Seite von Linklaters zur Due Diligence.

Carve-out mit Deloitte und Linklaters

Zum Datteln-Deal hat Linklaters neben dem Bieterverfahren nach JUVE-Informationen sowohl die Due Diligence als auch das Legal Fact Book und die rechtliche Umsetzung der Ausgliederung des Kraftwerks aus dem Uniper-Konzern gemacht. Mit der Vorbereitung des Carve-outs war ein Deloitte-Team befasst.

Das Interesse an dem Kraftwerk war groß. Insgesamt vier Bieter waren bis zum Ende im Rennen. Die unterlegenen Bieter setzten nach JUVE-Informationen auf bewährte Kanzleien. Der niederländische Energiehändler Trafigura arbeitet bereits seit vielen Jahren mit White & Case zusammen. Das gilt auch für Seven Global Investments und Luther.

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