Die Fusion erfolgte in zwei Phasen: Zunächst gingen die beiden als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) organisierten Assekuranzen zu einem sogenannten Gleichordnungskonzern zusammen, der Mitte 2025 ins Handelsregister eingetragen wurde. Anschließend folgte nach erteilter BaFin-Genehmigung eine Reihe von Verschmelzungen, Vermögens- und Bestandsübertragungen, teils rückwirkend, sowie die Neugründung der Stuttgarter Lebensversicherung AG und der Süddeutsche Krankenversicherung AG. Als Dachverein wurde schließlich die Süddeutsche Versicherungen gegründet, die alle Anteile an beiden AGen hält.
Der neue Konzern bleibt mit ca. 1.600 Mitarbeitern und 1,94 Millionen Policen vor allem auf Lebens- und Krankenversicherungen fokussiert. 2026 sollen die Beiträge erstmals über 2 Milliarden Euro, die Bilanzsumme erstmals über 20 Milliarden Euro liegen.
Marktkenner rechnen damit, dass weitere Zusammenschlüsse im vergleichsweise kleinteiligen Markt der deutschen VVaGs folgen werden. Als „großer Bruder“ und Vorbild für derartige Konsolidierungsprojekte gilt die 2023 bis 2024 erfolgte Fusion der Versicherer Gothaer und Barmenia, die mit zusammen über 8 Millionen Versicherten und 9,3 Milliarden Euro Beitragseinnahmen allerdings in einer anderen Größenordnung spielen. Anfang Oktober gingen die deutlich kleineren und stark spezialisierten VVaGs Gartenbau-Versicherung und Vereinigte Hagelversicherung mit Fusionsplänen an die Öffentlichkeit.
Berater Stuttgarter
Inhouse (Stuttgart): Michaela Stahl-Wündisch (Hauptabteilungsleiterin Recht und Compliance)
DLA Piper (Köln): Dr. Gunne Bähr (Versicherungsrecht), Sebastian Goslar (Corporate/M&A, Düsseldorf), Dr. Henriette Norda (Arbeitsrecht, Hamburg) – aus dem Markt bekannt
Mutter & Partner (Düsseldorf): Dr. Stefan Mutter, Jessica Werner (beide Corporate/M&A)
KPMG (München): Sandra Grote, Nico Pallentin, Anna Kierdorf (Köln; alle Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt
BRP Renaud & Partner (Stuttgart): Jörg Fecker (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater SDK
Inhouse (Fellbach): Rudolf Rönisch (Group General Counsel), Carmen Reyer (Governance)
EY Law (Stuttgart): Dr. Björn Weng (Federführung), Christian Pfeffer (beide Corporate/M&A), Hubertus Kleene (Kartellrecht, Hannover), Dr. Nils Gildhoff (Hamburg), Associates: Luisa-Katharina Brachtendorf, Nicole Faller (beide Corporate/M&A), Johanna Battmer (Kartellrecht, Hannover)
Notariat
Dr. Thomas Keßler (Stuttgart): Dr. Thomas Keßler
Ohnleiter Hillebrand und Dr. Sünner (Stuttgart): Dr. Stephan Sünner
Hintergrund: In den beiden Phasen des Fusionsprojekts setzte die Stuttgarter Lebensversicherung teils auf unterschiedliche Berater. Zunächst hatte die bekannteste deutsche Spezialkanzlei im Versicherungsbereich, BLD Bach Langheid Dallmayr, beide Fusionspartner regulatorisch-konzeptionell beraten und auch die Due Diligence übernommen. BLD hatte bereits den Zusammenschluss von Barmenia und Gothaer begleitet. Für die zweite Phase ab 2025 setzte sich bei der Stuttgarter dann DLA Piper mit einem Team um den renommierten Kölner Versicherungsspezialisten Dr. Gunne Bähr in einem Pitch durch und begleitete die Fusion auch gesellschafts- und arbeitsrechtlich.
Die meisten übrigen Berater waren bereits von Anfang an im Spiel. Der Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung setzt regelmäßig auf die Corporate-Boutique Mutter & Partner. Besonders Namenspartner Dr. Stefan Mutter ist für gute Kontakte in der Versicherungsbranche bekannt; so beriet er im vergangenen Jahr gemeinsam mit der jungen Partnerin Werner auch den Vorstand der Nürnberger Versicherung zu deren Übernahme durch die Vienna Insurance Group.
Schon seit 2024 im Mandat waren seitens der Stuttgarter Lebensversicherung auch KPMG für Steuerrecht und BRP Renaud, die zunächst die arbeitsrechtlichen Aspekte abdeckte. SDK setzte durchgehend auf ein Stuttgarter EY Law-Team um Corporate-Partner Weng, ergänzt um Kartellrechtler aus den norddeutschen EY Law-Büros.
Die Stuttgarter Lebensversicherung arbeitet traditionell mit dem Stuttgarter Notar Sünner zusammen, die SDK mit Dr. Thomas Keßler. Der Großteil der Beurkundungen im Rahmen der aufwendigen gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung in der zweiten Fusionsphase lief dem Vernehmen nach über Sünners Schreibtisch.