Juve Plus Terminal in Stade

EnBW sichert sich mit Luther Kapazitäten für LNG-Import

Der Energieversorger EnBW aus Karlsruhe will über das geplante feste LNG-Terminal in Stade pro Jahr drei Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas importieren. Auch in den anderen deutschen Terminals haben sich weitere Energieversorger Kapazitäten gesichert. Dafür schließen sie langfristige Verträge mit Lieferanten aus dem Ausland ab.

Teilen Sie unseren Beitrag
Am zukünftigen Anleger für das FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) für den Flüssiggasimport für Deutschland findet der erste Rammschlag statt.

EnBW sei der erste größere Kunde des Terminals und habe die Kapazitäten im Rahmen eines Vermarktungsprozesses langfristig gebucht, teilte das Terminal-Konsortium Hanseatic Energy Hub (HEH) mit. Über das Terminal an der Elbe, das Anfang 2027 in Betrieb gehen soll, sollen in der Endstufe pro Jahr rund 13 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas angelandet und regasifiziert werden, wie es im Fachjargon heißt.

Nach Angaben von HEH erhält EnBW die Option, das Importgut zu wechseln und zu einem späteren Zeitpunkt auf Ammoniak als wasserstoffbasiertem Energieträger umzusteigen. Das Konsortium will das Terminal so bauen, dass auch Ammoniak angelandet werden kann. Nach dem Transport kann es dann wieder in Wasserstoff umgewandelt werden.

Auch Kapazitäten anderer Terminals werden verplant

Die Kapazitäten für den LNG-Import hat der Terminalbetreiber im Rahmen eines sogenannten Open-Season-Verfahrens vergeben. Auch die Deutsche Regas hat im Oktober 2022 den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausschreibung bekanntgegeben. Sie betreibt das Lubminer Terminal, das am Samstag seinen Betrieb aufnehmen will. Für die Belieferung der Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel hatten Uniper, RWE und EnBW/VNG im August ein Memorandum of Understanding mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterzeichnet.

Die Energieversorger schließen zudem zunehmend langfristige Verträge mit verschiedenen Lieferanten. So gaben Ende Dezember RWE Supply & Trading und Sempra Infrastructure den Abschluss eines 15-jährigen Vertrags über 2,25 Millionen Tonnen LNG pro Jahr bekannt. Weitere Verträge bestehen etwa zwischen EnBW und Venture Global LNG (2 Millionen Tonnen pro Jahr) sowie zwischen Uniper und der australischen Woodside Energy Trading (0,8 Millionen Tonnen pro Jahr). Der Großteil des LNG für den deutschen Bedarf wird jedoch nach wie vor kurzfristig am sogenannten Spotmarkt eingekauft.

Michael Bormann

Berater EnBW
Inhouse Recht (Karlsruhe): Theresa Schwörer (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Luther (Düsseldorf): Dr. Michael Bormann (Corporate), Dr. Holger Stappert; Associate: Cosima Flock (beide Energiewirtschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Holger Kraft

Berater Hanseatic Energy Hub
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Holger Kraft, Dr. Hilke Herchen; Associate: Marvin Hoffmann (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Luther und EnBW verbindet eine langjährige Mandatsbeziehung. Für die Gebiete Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht ist die Kanzlei Teil des Beraterpanels, das der Energieversorger 2022 neu aufgesetzt hat.

Zu dem Panel gehört auch CMS, die das Terminal-Konsortium HEH zu der Vereinbarung beriet. Die Kanzlei war bereits im Frühling 2022 eingebunden, als sich der US-Chemiekonzern Dow Chemical dem Konsortium anschloss. Auch den Einstieg von Fluxys im Jahr 2021 hatte die Kanzlei begleitet.

Dem Vernehmen nach war für Fragen rund um das Open-Season-Verfahren zudem ein Londoner Dentons-Team mandatiert. (mit Material von dpa)

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de

Lesen sie mehr zum Thema