Onshore-Anlagen

Enercity kauft mit Watson Farley großes Windportfolio

Der Regionalversorger Enercity stockt seine Stromproduktion aus Windkraft deutlich auf. Nach einem Bieterverfahren übernimmt das Unternehmen aus Hannover 166 Anlagen, die in 60 Windparks an Land gebündelt sind. Verkäufer des ‚Horizon‘-Portfolios ist der ostfriesische Betreiber Norderland.

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Durch den Zukauf will Enercity in die Gruppe der größeren deutschen Anbieter von Ökoenergie vordringen. Die zusätzlichen Windräder stehen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Laut Enercity soll nach dem Abschluss des Geschäfts mehr als die Hälfte der eigenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen, bis 2030 will das Unternehmen einen Anteil von 85 Prozent erreichen.

Thorsten Volz (Foto: Andi Werner)

Die hinzugekommenen Anlagen von Norderland könnten demnach jährlich 767 Gigawattstunden an elektrischer Energie liefern und rechnerisch bis zu 240.000 Haushalte versorgen. Die Verwaltung bleibt im ostfriesischen Westerholt.

Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Laut JUVE-Informationen gab es mehrere Interessenten für das Windportfolio, darunter auch der Energieinvestor Q-Energy. Enercity – die früheren Stadtwerke Hannover – will schrittweise ganz aus der Kohlekraft aussteigen und bei der Strom- sowie Wärmeproduktion komplett auf regenerative Träger umsatteln. Auch Biomasse, industrielle Abwärme oder Klärschlamm sollen dabei stärker als Energieressourcen genutzt werden. Das Unternehmen beteiligt sich zudem am Ausbau des öffentlichen Ladenetzes für Elektroautos.

Berater Enercity
Watson Farley & Williams: Dr. Thorsten Volz (Düsseldorf), Dr. Marcus Bechtel (Energierecht; beide Federführung), Carolin Woggon (alle Corporate/M&A), Dr. Christine Bader (Regulierung), Gerrit Bartsch (Steuerrecht), Thomas Hollenhorst (Projektfinanzierung; alle Hamburg), Dr. Thomas Wölfl (Immobilienrecht), Dr. Christoph Benedict (Commercial; beide Düsseldorf); Associates: Britta Wißmann (Co-Federführung), Inès Stefen, Katharina Flehr (alle Energierecht; alle Düsseldorf), Roman Schneider (München), Carlos Landschein (Hamburg; alle Immobilienrecht), Robert Nagy (Corporate; München), Paul Breunig (Regulierung; Hamburg), Manuel Rustler (Steuerrecht; Frankfurt)

Berater Norderland-Gruppe
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Tim Weber, Dr. Cornelia Topf (beide Federführung; beide Corporate/Energierecht), Dr. Stefan Mayer; Associates: Dr. Dominik Monz (beide Steuerrecht), Antonius Mann, Michael Clever, Julia Wohlmuth (alle Corporate/Energierecht) 
Maack & Collegen (Hamburg): Axel von Dreveldt, Tanja Knievel – aus dem Markt bekannt

Tim Weber

Berater Q-Energy
Dentons (Berlin): Dr. Tim Heitling, Dr. Thomas Dörmer (beide Corporate/Energierecht) – aus dem Markt bekannt

Notar 
KSB Intax (Hannover): Dr. Michael Kunst – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Enercity mandatierte Watson Farley zum ersten Mal. Die Beziehung geht auf eine Empfehlung für Volz zurück, an die sich ein Pitch anschloss. Der Düsseldorfer Energierechtler war Ende 2020 gemeinsam mit Dr. Torsten Wielsch und einem sechsköpfigen Team von Pinsent Masons zu Watson Farley gewechselt. Dem Vernehmen nach beriet die Kanzlei zudem einen weiteren Bieter. In der Vergangenheit hatte Enercity bei Transaktionen auf Freshfields gesetzt, zum Beispiel 2017 beim Verkauf des niedersächsischen Steinkohlekraftwerks Mehrum.

Gleiss beriet Norderland umfassend, unter anderem bereits zum Bieterverfahren. Auch diese Mandatsbeziehung ist neu und kam durch eine Empfehlung zustande. Das Team um den Frankfurter Partner Weber arbeitete mit der Hamburger Kanzlei Maack & Collegen zusammen, die bereits länger für den Windparkbetreiber tätig ist. 

Der unterlegene Bieter Q-Energy setzte auf Dentons. Der Investor und Projektentwickler zog die Kanzlei bereits in der Vergangenheit hinzu, etwa 2021 beim Erwerb eines Portfolios von 16 Windparks in Deutschland von der MEAG. Weitere, nicht namentlich bekannte Bieter ließen sich laut Marktinformationen von Dr. Holger Kraft von CMS Hasche Sigle sowie von den Hogan Lovells-Partnern Dr. Carla Luh und Dr. Alexander Koch beraten. (mit Material von dpa)

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