Großgeld

UBS konzentriert europäische Vermögensverwaltung mit Freshfields

Die Großbank UBS hat ihr europäisches Vermögensgeschäft neu geordnet: Zum Monatsbeginn verschmolz sie zahlreiche Wealth-Management-Einheiten zu einer neuen Rechtseinheit. Die neue, große Tochterfirma 'UBS Europe SE' hat ihren Sitz in der Bankenmetropole Frankfurt.

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Thomas Bücker
Thomas Bücker

Ziele der neuen Unternehmensstruktur sind Effizienzgewinne und vereinfachte Governance-Strukturen: Verschmolzen auf die UBS Deutschland AG wurden zum einen die UBS-Vermögensverwaltungsfirmen aus Italien, den Niederlanden und Spanien. Zum anderen wurde die Luxemburger Tochter in die neue Rechtseinheit integriert, in der wiederum bereits die Niederlassungen in Österreich, Dänemark und Schweden vereint waren. Die nationalen Teams sind nun als Landestöchter unter dem SE-Dach angesiedelt. Die Gesamtheit untersteht der Aufsicht der Finanzaufsicht BaFin.

Die Simultanverschmelzung von fünf Tochtergesellschaften ist ein weiterer großer Schritt in der Neuaufstellung der UBS. Sie hatte sich vor zwei Jahren vor dem Hintergrund der Schweizer ‘Too Big to Fail’-Regulierung zunächst eine Holdingsstruktur gegeben. Flankiert wird ihre Neuaufstellung zudem durch ein umfangreiches Anleiheprogramm der Finanzierungstochter UBS Group Funding, die auf der Kanalinsel Jersey beheimatet ist.

Gunnar Schuster
Gunnar Schuster

Berater UBS 
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Thomas Bücker, Dr. Gunnar Schuster (beide Federführung), Dirk-Jan Smit (Amsterdam), David Franco, Javier Monzon (beide Madrid) Nicola Asti, Raffaele Lener (beide Mailand), Dr. Farid Sigari-Majd (Wien; alle Gesellschaftsrecht), Dr. Thomas Müller-Bonanni (Düsseldorf), Raquel Flórez (Madrid; beide Arbeitsrecht), Dr. Jan Brinkmann (Steuerrecht), Dr. Florian Klimscha (Finanzierung; Wien); Associates: Dr. Sabrina Kulenkamp, Kai Jungbluth, Lukas Storch, Bert Spijkervet, Igor Dovgaliouk (beide Amsterdam), Asís Martin de Cabiedes (Madrid), Sonia Locantore, Pietro La Placa (beide Mailand), Daniel Lungenschmidt (Wien; alle Gesellschaftsrecht), Sebastian Pitz (Bankaufsichtsrecht), Dr. Christian Mehrens, Jonathan Monz (beide Düsseldorf), Désirée Kemperink (Amsterdam), Raquel Domínguez (Madrid), Lorenzo Fusco (Mailand), Dr. Karin Buzanich-Sommeregger (Wien; alle Arbeitsrecht), Dr. Sandra Auer (Steuerrecht), Florian Weixelbaum (Finanzierung; Wien)
Arendt & Medernach (Luxemburg): Philippe Dupont, Marc Mouton (beide Bank- und Finanzrecht), Laurent Schummer, Michael Jonas (beide Corporate/M&A), Philippe Schmit (Arbeitsrecht), Jan Neugebauer (Steuerrecht); Associates: Charles Heisbourg (Corporate), Emmanuelle Mousel (Bank- und Finanzrecht), Nicolas Conrad (Steuern)
Inhouse Recht (UBS AG, Zürich): Saumya Bhavsar (Managing Director), Antonio La Verghetta (Exectuvie Director)
Inhouse Recht (UBS Deutschland AG; Frankfurt): Dr. Michael Fischer (General Counsel), Dr. Uwe Trafkowski, Holger Hirschberg 

Berater Arbeitnehmer/Betriebsräte
Ladenburger Neifeind Schmücker & Homann (Pforzheim): Dr. Felix Ladenburger; Associates: Dr. Fabian Schmeisser, Niels Jauch

Hintergrund: UBS-Juristin Saumya Bhavsar, seit Oktober 2014 Head of US Legal and Wealth Management Strategic Change‘, dürfte die grenzüberschreitende Verschmelzung der Wealth-Management-Einheiten in rechtlicher Hinsicht vorbereitet und maßgeblich gesteuert haben.

Freshfields hat sich nach Marktinformationen in einem Mandatswettbwerb durchgesetzt. Die Kanzlei kam hier mit einem länder – und fachübergreifenden Team um das Führungsduo Bücker und Schuster zum Einsatz. Während Bücker die gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung begleitete, war Schuster für regulatorische und aufsichtsrechtliche Genehmigungen zuständig. Zentrale Rollen im Beraterteam spielten nach JUVE-Recherchen auch Arbeitsrechtler Müller-Bonanni sowie Steuerrechtler Brinkmann. Für luxemburgisches Recht griff das Team auf Arendt & Medernach zurück, mit der sie über das Netzwerk ‚Stronger Together‘ verbunden ist.

Die europäischen Arbeitnehmer haben, wie im SE-Beteiligungsgesetz vorgesehen, ein sogenanntes Besonderes Verhandlungsgremium gebildet, um ihre Interessen im Zuge der SE-Umwandlung gegenüber der Konzernführung zu vertreten. Dass sie dabei auf die Pforzheimer Kanzlei Ladenburger setzten, dürfte auf eine Empfehlung von Freshfields zurückzuführen sein. Ladenburger hatte 2009 bei der Porsche-Übernahme durch VW samt SE-Gründung die Porsche-Arbeitnehmer vertreten. Damals war die Kanzlei durch Kontakte zum Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück ins Mandat gekommen – und auch damals stand Freshfields-Partner Dr. Thomas Müller-Bonanni bei der SE-Umwandlung auf der Unternehmensseite. 

Beim Aufsetzen der Holdingstruktur hatte die UBS als börsennotiertes Unternehmen Transaktionen im Gesamtwert von mehr als 60 Milliarden Schweizer Franken bei der zuständigen Übernahmekommission angemeldet, die auch Aktientauschangebote prüfen muss. Der Großbank stand dabei ein Team von Bär & Karrer um den erfahrenen Corporate-Partner Rolf Watter zur Seite. Das Team half auch, das Schweizer Wealth-Management-Geschäft an die neu gegründete Schweizer Tochter UBS Switzerland AG zu übertragen. Diese Transaktion wurde nach dem schweizerischen Fusionsgesetz abgewickelt, die hiesige Verschmelzung hingegen vollzog sich nach der sogenannten SE-Verordnung.

Für das laufende Finanzierungsprogramm der Großbank wiederum ist die Schweizer Kanzlei Homburger zuständig. Das dortige Beraterteam wird angeführt von Benedikt Maurenbrecher, der seit 2015 das Praxisteam Bank- und Finanzmarktrecht leitet. Er beriet die UBS schon zur Strukturierung des 30 Milliarden Euro schweren ‚Senior Debt Programme‘. Dazu gehören auch sogenannte ‚Bail-In-Bonds‘, über die Finanzinstitute in Krisenzeiten Fremdkapital in Eigenkapital umwandeln können.

Dieser Artikel wurde am 21.12.2016 um 18.30 Uhr aktualisiert.

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