Neue Tochter

Credit Suisse wird mit Homburger noch schweizerischer

Die Großbank Credit Suisse hat eine separate Tochterfirma für die Schweiz gegründet. Damit erfüllte das Institut – wie zuvor schon Rivalin UBS – eine Auflage der Schweizer 'Too Big to Fail'-Regulierung. Die neue Tochter, die im Ernstfall separat abgewickelt werden könnte, verfügt auch über eine eigene Banklizenz.

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Peter Bösch
Peter Bösch

Der Start der ‚Credit Suisse (Schweiz) AG‘, wie die neue Tochter heißt, wurde seit mehr als zwei Jahren vorbereitet. Nach Unternehmensangaben wirkten rund 1.500 Mitarbeiter daran mit, einen Großteil der bislang als Division Swiss Universalbank (Swiss UB) geführten Einheit auf eigene gesellschaftsrechtliche Füße zu stellen.

Derzeit sind etwa 6.500 Mitarbeiter in dem neuen Institut tätig, das auf Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz fokussiert ist. Für die zweite Jahreshälfte 2017 ist ein milliardenschwerer Börsengang vorgesehen. 

Die Credit Suisse, die die Ausgliederung im Zuge einer größeren Reorganisation vorgenommen hat, hatte sich im letzten Jahr auch zwei Kapitalerhöhungen von ihren Aktionären genehmigen lassen. Damit hatte sie eine Summe von 6 Milliarden Schweizer Franken erzielt, mit der sie ihre Kapitalbasis stärken und den Umbau vorantreiben konnte.

Die Wettbewerberin UBS musste ihre Umstrukturierung schon früher bewältigen und dafür zunächst eine Holdingstruktur aufbauen. Ihre Tochter UBS Switzerland ging mit einer Bilanzsumme von 300 Milliarden Franken und rund 11.000 Mitarbeitern bereits Mitte 2015 an den Start.

Romeo Cerutti
Romeo Cerutti

Berater Credit Suisse
Homburger (Zürich): René Bösch (Financial Services; Federführung), Hansjürg Appenzeller (Corporate/M&A), Peter Riedweg (Tax); Associates: Benjamin Leisinger, Simon Bühler, Urs Meier, Martin Grod (alle Financial Services), Nina Hagmann, Fiona Sauer (beide Corporate/M&A), Martin Schenk (Steuern)
Bär & Karrer (Zürich): Eric Stupp (Federführung), Associates: Désirée Schreyer, Martin Peyer, Maude Willener (alle Bank – und Versicherungsrecht)
Hengeler Mueller: Dr. Hartwin Bungert (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Thomas Paul (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt)
Inhouse Recht (Zürich): Romeo Cerutti (General Counsel; Credit Suisse Group; Federführung), Michel Ruffieux (General Counsel; International Wealth Management), Thomas Grotzer (General Counsel; Credit Suisse Schweiz), Claude Jehle, Christian Schmid
Inhouse Steuern (Zürich): Philip Dömer (Head of Tax Switzerland)

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)
Geschäftsbereich Banken: Michael Schoch (Leiter des Geschäftsbereichs), Jan Blöchliger (Aufsicht Credit Suisse Group), Hansueli Geiger (Bewilligung)
Geschäftsbereich Recovery und Resolution: Reto Schildknecht (Internationales & Policy)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Homburger ist seit Jahrzehnten für die Credit Suisse tätig. Bank- und Finanzrechtler René Bösch übernahm die Mandatsbeziehung einst von dem ehemaligen Seniorpartner Peter Widmer und führt sie fachübergreifend weiter. Zusammen mit dem Managing-Partner der Sozietät, Daniel Daeniker, betreute er im letzten Jahr auch die umfangreiche Kapitalerhöhung. Beim mehrjährigen Umbau des Finanzinstituts kümmerte sich die Kanzlei unter anderem um die Banklizenz, aufsichtsrechtliche Fragen, steuerrechtliche Strukturen und Corporate Governance.

Eric Stupp
Eric Stupp

Ein Team um Bär & Karrer-Partner Stupp war dem Vernehmen nach für die internationalen Aspekte der Neugründung mandatiert. Er holte für die Umsetzung rund 20 internationale Sozietäten an Bord, darunter auch Hengeler Mueller, mit der er die internationalen Abstimmungen koordinierte. So galt es unter anderem, Rechtsansprüche zwischen einzelnen Töchtern vorzeitig zu prüfen, damit die Geschäftsübertragung in der Schweiz nicht den laufenden Betrieb der internationalen Gesellschaften beeinträchtigt.

Im Zuge der Neuordnung der Konzernleitung wurde im vergangenen Herbst die Amerikanerin Lara Warner zum Chief Compliance & Regulatory Affairs Officer der Großbank ernannt. Für die neue Banktochter übernahm vor knapp einem Jahr Thomas Grotzer den Posten des General Counsel. Grotzer war 2011 von der Wettbewerberin UBS gewechselt. Zum Chief Compliance Officer der neuen Schweiz-Tochter wurde Erwin Grob bestellt. Die Übertragungsbilanz prüfte KPMG unter Führung von Mirko Liberto; er ist seit zehn Jahren Partner bei KPMG Audit Financial Services und für die Konzernrevision zuständig. 

Die UBS hatte bei ihrer Umstrukturierung ein großes Team rund um den Corporate-Partner Rolf Watter von Bär & Karrer zur Seite. Als General Counsel ist dort seit Februar Daniel Morales für die Region Schweiz zuständig, der 2006 von Homburger zur UBS kam.

Anmerkung: Der Artikel wurde am 09.Januar 2017 ergänzt.

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