Juve Plus Offshore-Windpark

Gulf Energy übernimmt mit Skadden Anteil von Clifford-Mandantin

Autor/en
  • Annika Janßen

Der thailändische Energiekonzern Gulf Energy Development hat die Hälfte der Anteile an Borkum Riffgrund 2 erworben. Verkäufer ist das New Yorker Fondshaus Global Infrastructure Partners. Die andere Hälfte der Anteile verbleibt beim dänischen Energiekonzern Ørsted.

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Jan Bauer
Jan Bauer

Medieninformationen zufolge zahlt Gulf Energy Development rund 558 Millionen Euro und übernimmt eine Projektanleihe, die GIP beim Kauf des Anteils an ein Konsortium von Kreditgebern ausgegeben hatte. Ihr Volumen betrug seinerzeit rund 830 Millionen Euro, womit sich der Wert des 50-prozentigen Anteils insgesamt auf rund 1,3 Milliarden Euro taxieren lässt.

Für Gulf ist es – soweit bekannt – das erste Investment in Europa. Die börsennotierte Holding bewegt sich primär im Energie- und Infrastruktursektor und gehört zu den führenden thailändischen Energieerzeugern. Ihr Projektportfolio zur Erzeugung von Elektrizität, Dampf und Kaltwasser umfasst Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast zwölf MW.

Borkum Riffgrund 2 liegt etwa 54 Kilometer vor der niedersächsischen Küste und ist Teil des Offshore-Projekts Borkum Riffgrund, das Ørsted seit dem Jahr 2014 entwickelt. Der Windpark ging 2019 in Betrieb und bietet 450 Megawatt Leistung. 2017 hatte GIP für rund 1,17 Milliarden Euro die Beteiligung erworben. Kurz zuvor hatte die Fondsgesellschaft sich bereits bei einem anderen Ørsted-Windpark eingekauft: Gode Wind 1.

Mit dem Verkauf der Riffgrund-2-Anteile trennte sich das New Yorker Fondshaus nun von ihren deutschen Offshore-Beteiligungen. Ihre Beteiligung an dem Windpark Gode Wind 1 hatte sie bereits im Vorjahr zu gleichen Teilen an The Renewables Infrastructure Group (TRIG) und Glennmont Partners verkauft. Nach JUVE-Informationen zeigten neben Gulf auch Macquarie und die Norge Bank Interesse an dem Riffgrund-2-Paket.

Björn Heinlein
Björn Heinlein

Berater Gulf Energy Development
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Jan Bauer (Federführung), Dr. Holger Hofmeister, Dr. Rüdiger Schmidt-Bendun (alle Corporate/M&A), Dr. Johannes Kremer, Dr. Jörg Hanke (beide Bankrecht), Dr. Matthias Horbach (Corporate/M&A), Dr. Johannes Frey (Steuerrecht), Thorsten Götz (Kartellrecht); Associates: Lukas Nein, Julian Klose, Sophia Probst (alle Corporate/M&A), Dr. Frank-Michael Schwarz (Steuerrecht)
Dannecker & Kerth (Hamburg): Dr. Yvonne Kerth (Energierecht)
EY Tax (München): Helmut Mendel (Steuern)

Berater Global Infrastructure Partners
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Björn Heinlein (Federführung; M&A/Energierecht), Dr. Mathias Elspaß (Öffentliches Wirtschaftsrecht/Energierecht), Marc Besen (Kartellrecht), Dr. Florian Mahler (Bankrecht), Olaf Mertgen (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Dominik Heß (Corporate/M&A), Dr. Dimitri Slobodenjuk (Kartellrecht); Associates: Dr. Tobias Kamerling, Zaid Mansour, Denise Rosenau (alle Corporate/M&A), Jan Bukowski, Dr. Philipp Büsch (beide M&A/Energierecht), Pamela Horn (Bankrecht)

Berater Ørsted
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Sebastian Schneider (Corporate/M&A), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht), Dr. Jörg Meinzenbach (Kartlellrecht/Energierecht; beide Düsseldorf), Andreas Breier (M&A/Energierecht; Berlin); Associate: Georg Tauser (Corporate/M&A)

Berater Macquarie Infrastructure and Real Assets
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Nicolaus Ascherfeld (M&A/Energierecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Norges Bank
Allen & Overy (Hamburg): Max Landshut, John Geraghty (London; beide M&A/Energierecht) – aus dem Markt bekannt

Notariat
Noerr (Frankfurt): Dr. Thorsten Reinhard

Sebastian Schneider
Sebastian Schneider

Hintergrund: Skadden beriet den strategischen Investor Gulf erstmals und auf Empfehlung einer Investmentbank. Bauer hatte bereits unter der Flagge von Gleiss Lutz Windpark-Transaktionen gesteuert, beispielsweise im Jahr 2016 den Verkauf des Meerwind-Parks für den Private-Equity-Investor Blackstone. Ende 2018 wechselte er zu Skadden, wo er seine Beratung von Private-Equity-Fonds fortsetzte.

Die spezialisierte Praxis deckt die Schnittstelle zum Energierecht allerdings im eigenen Haus nicht ab. Bei regulatorischen Fragen zieht Bauer regelmäßig Kerth aus Hamburg hinzu. Auch sie hatte 2018 Gleiss Lutz verlassen. Mit dem ehemaligen Gleiss-Partner Prof. Dr. Marcus Dannecker gründete sie die im Energiesektor tätige Boutique Dannecker & Kerth.

Von Clifford Chance ließ sich GIP bereits bei ihren Investments in die deutschen Windparks Gode Wind 1 und Borkum Riffgrund 2 beraten. Den Kontakt hatte ursprünglich der Londoner Partner Brendan Moyle hergestellt. Auch beim Ausstieg aus den beiden Offshore-Investments kam nun wieder Clifford zum Zug. Seine Anteile am Offshore-Windpark Gode Wind 1 verkaufte GIP mit Clifford an TRIG und Glennmont Partners, die sich von CMS Hasche Sigle und Linklaters beraten ließen.

Nach JUVE-Informationen hatten sich neben Gulf noch zwei weitere Interessenten für die Anteilsübernahme beworben, die sich beide von Hamburger Teams von Allen & OVery beraten ließen.

Neben den neuen Investoren bei Gode Wind 1 und Borkum Riffgrund 2 verbleibt jeweils Ørsted in der Betreibergesellschaft. Der weltgrößte Grünstromerzeuger zählt Hengeler Mueller in Deutschland zu seinen Stammkanzleien. Seit mehr als 15 Jahren berät die Kanzlei Ørsted vor allem bei Transaktionen. Bekannt ist, dass die Dänen aber auch mit Freshfields Bruckhaus Deringer zusammenarbeiten. (Annika Janßen; Sonja Behrens)

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