Private-Equity

Gleiss-Partner Jan Bauer geht zu Skadden

Der bekannte Private-Equity-Berater Dr. Jan Bauer verlässt Gleiss Lutz in Richtung Skadden Arps Slate Meagher & Flom. Skadden gewinnt damit einen der führenden Köpfe im Transaktionsmarkt und verstärkt massiv ihre nach einigen Weggängen deutlich geschrumpfte M&A- und Private-Equity-Praxis.

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Jan Bauer
Jan Bauer

Bauer hat seine gesamte berufliche Karriere bei Gleiss verbracht. Er startete 2000 zunächst im Stuttgarter Büro, verbrachte im Rahmen eines Secondments zwei Jahre bei Cravath Swaine & Moore in New York und wurde 2005 in die Gleiss-Partnerschaft berufen. Seitdem war er von Frankfurt aus tätig. Gemeinsam mit Partner Dr. Jan Balssen leitet er die Private-Equity-Gruppe von Gleiss, die beiden steuerten vor kurzem gemeinsam für Investor General Atlantic den Einstieg bei der ProSiebenSat.1-Digitalsparte NuCom. Bekannt sind außerdem Bauers wiederkehrende Kontakte und Mandate für Investoren und Large- und Midcap-Investments wie Blackstone, den Ontario Teacher’s Pension Plan und KKR, die er beispielsweise bei ihrem letztlich erfolglosen Gebot für die ehemaligen TRW-Werke von ZF Friedrichshafen beriet oder beim Übernahmeangebot für den Konsumforscher GfK.

Seinen ursprünglichen M&A-Schwerpunkt hatte Bauer in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Private Equity verlagert. Nach wie vor war er aber auch bei strategischen An- und Verkäufen im Einsatz, so etwa für Stamm-Mandantin Kion 2016 beim milliardenschweren Zukauf des US-Logistikers Dematic. HeidelbergCement, ebenfalls langjährige Gleiss-Mandantin, ließ sich von einem Team um Bauer Ende 2017 beim Verkauf ihres Kalksandsteingeschäftes an die dänische H+H International begleiten.

Lang erwartete Verstärkung

Für Skadden bedeutet Bauers Zugang eine lang ersehnte und dringende Verstärkung. Im Laufe der vergangenen Jahre hatte die Kanzlei mit Dr. Peter Verannemann (heute Bird & Bird), Dr. Walter Henle (heute Taylor Wessing), Dr. Matthias Jaletzke (heute Hogan Lovells) und Dr. Lutz Zimmer (eigene Kanzlei) vier von sechs Partnern gehen lassen, die die Transaktionspraxis ursprünglich mit geprägt hatten. Der Leiter der deutschen Skadden-Präsenz, Corporate-Partner Dr. Bernd Mayer, konzentrierte sich unterdessen auf interne Untersuchungen, unter anderem bei der HypoVereinsbank. Als Partner mit Hauptschwerpunkt Gesellschaftsrecht und Transaktionsbegleitung verblieb zeitweise nur Dr. Matthias Horbach. Im Markt galt es schon seit Jahren als offenes Geheimnis, dass Skadden intensiv nach einem umsatzstarken Quereinsteiger suchte.

Neben Bauer verstärkte sich Skadden im Corporate nun auch intern mit der Partnerernennung von Dr. Holger Hofmeister (44). Für die deutsche Praxis ist diese Personalie ein großer Schritt: Skadden hatte seit ihrem Markteinstieg hierzulande vor über 20 Jahren keinen einzigen Anwalt zum Partner ernannt, der schon mit wenigen Jahren Berufserfahrung dazu gestoßen war. Hofmeister kam 2007 von Hengeler Mueller und war bei Skadden zuletzt Counsel. In den vergangenen Jahren arbeitete er unter anderem häufig für Daimler, etwa beim Verkauf von Vertriebsniederlassungen und bei der Kooperation mit Renault und Nissan.

Tiefer Einschnitt für Gleiss

Gleiss Lutz verliert mit Bauer ihren bekanntesten Private-Equity-Anwalt und einen der zugkräftigsten Partner der jüngeren Generation. Dieser Rückschlag ist umso schmerzlicher, als Partnerabgänge bei Gleiss insgesamt extrem selten sind und noch nie einen so wichtigen Partner im Transaktionsbereich betrafen. Selbst Hengeler Mueller, die traditionell ebenfalls auf eine äußerst stabile Partnerschaft zählen kann, hatte in den letzten Jahren wiederholt angesehene Corporate-Partner an US-Kanzleien verloren: Achim Herfs ging zu Kirkland & Ellis, Dr. Steffen Oppenländer zu Milbank Tweed Hadley & McCloy.

Die Private-Equity-Praxis von Gleiss wirft Bauers Ausstieg dennoch nicht aus der Bahn. Außer Praxisleiter Balssen sind einige breiter aufgestellte Corporate-Partner neben strategischen M&A-Deals regelmäßig auch bei PE-Transaktionen im Einsatz, darunter Dr. Christian Cascante und Dr. Fred Wendt. Kontakte bestehen zu zahlreichen Mid-Cap-Häusern, aber auch zu internationalen Finanzinvestoren und Investmentbanken. Co-Managing-Partner Prof. Dr. Michael Arnold erklärte auf JUVE-Anfrage: „Der Zeitpunkt des Wechsels steht noch nicht fest. Wir verlieren mit ihm einen geschätzten Kollegen und bedauern daher seine persönliche Entscheidung.“

Derzeit umfasst die Private-Equity- und Venture-Capital-Praxis bei Gleiss 7 Equity- und 3 Salary-Partner plus Associates.

 

 

 

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