Restrukturierung

Airbaghersteller Takata erhält mit Skadden solventen Investor

Der Airbaghersteller Takata, Zulieferer vieler großen Automobilmarken weltweit, will mit einem neuen Eigentümer den Ausweg aus seiner finanziellen Misere finden. Die geplante Übernahme durch KSS Key Safety Systems wurde auf internationaler Ebene ausgehandelt. KSS gehört zu einem chinesischen Konzern. Als Kaufpreis werden umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro genannt.

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Horbach_Matthias
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In den USA vor allem ist Takata durch kostspielige Rückrufaktionen sowie Straf- und Entschädigungszahlungen seit 2014 in die Krise geraten und beantragte vor wenigen Tagen ein sogenanntes Chapter-11-Insolvenzverfahren. Auch im Ursprungsland Japan wurde ein offizielles Sanierungsverfahren eingeleitet. Die japanische Bank Sumitomo Mitsui stellte unterdessen eine Zwischenfinanzierung von bis zu 200 Millionen Euro zur Verfügung. In Deutschland beschäftigt Takata über 3.000 Mitarbeiter. Parallel zum Investoreneinstieg soll in Deutschland und anderen europäischen Ländern ein Insolvenzantrag vermieden werden.

Berater Key Safety Systems
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Matthias Horbach (Federführung EMEA; M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Johannes Frey (Steuerrecht), Dr. Jörg Hanke (Bankrecht), Dr. Ulrich Ziegler (Arbeitsrecht); Associates: Johannes Goossens, Maximilian Broermann (beide M&A/Gesellschaftsrecht), Jacqueline Schwenk (Steuerrecht). Federführung Nordamerika: Ron Meisler (Corporate/Restrukturierung; Chicago), Steven Daniels (M&A; Wilmington). Federführung Asien: Mitsuhiro Kamiya (M&A/Gesellschaftsrecht; Tokyo) Peter X. Huang (M&A/Corporate Finance; Beijing)

Berater Takata
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Lars Westpfahl (Restrukturierung; Federführung), Jochen Ellrott (Corporate/M&A), Dr. Tobias Klose (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Christian Ruoff (Steuern), Jochen Wilkens (Finanzierung; Frankfurt); Associate: Dr. Hauke Sattler (Restrukturierung; Hamburg)
Weil Gotshal & Manges (New York): Marcia Goldstein, Ronit Berkovich, Matthew Goren (alle Restrukturierung)
Inhouse Recht (Aschaffenburg): Sven Petersen

Berater OEMs

Daimler
White & Case (Düsseldorf): Dr. Jan-Philipp Hoos (Restrukturierung)

General Motors
Wellensiek
(Frankfurt): Till Hafner (Restrukturierung)

Honda
Sidley Austin: Jessica Boelter (Restrukturierung; New York), Michael Andolina (Litigation; Chicago), Kolja von Bismarck (Restrukturierung; München)

Jaguar/Land Rover
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Dr. Matthias Kampshoff (Restrukturierung)

Nissan
Jones Day: Sandra-Christiane Kamper (Frankfurt; Corporate/Restrukturierung); Pedro Jimenez (Miami); Timothy Hoffmann (Chicago; beide Restrukturierung); Associate: Markus Ledwina (European Counsel, München; Corporate/Restrukturierung)

Toyota
Orrick, Herrington & Sutcliffe: Lorraine McGowen (New York), Dr. Timo Holzborn (München)

Berater Sumitomo Mitsui Bank
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Helge Kortz, Dr. Thomas Kulzer (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Andreas Spahlinger (Restrukturierung; Stuttgart)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt. Dem Vernehmen nach hat die Aussicht auf eine denkbare Insolvenzanmeldung am deutschen Takata-Sitz Aschaffenburg unter führenden deutschen Insolvenzverwaltern rege Aktivität ausgelöst. Das dortige Gericht ist bundesweit bekannt für den Fall des gescheiterten Fondsmanagers Helmut Kiener, dessen Insolvenzakte in Aschaffenburg geführt wird.

Das deutsche M&A- und Steuer-Team von Skadden war hier wie häufig in eine internationale Beraterriege der Kanzlei eingebunden. Neben der Transaktions- und steuerlichen Kompetenz zählte in den USA auch die Beratung in Litigation-Fragen zu den wichtigen Elementen. Zur Automobilbranche hat Skadden auch in Compliance-Fragen enge Berührungspunkte.

Die routinierten Freshfields-Restrukturierungsberater um Lars Westpfahl, die für Takata aktiv waren, stießen beim Unternehmen selbst auf einen alten Bekannten: Der Leiter Recht, Sven Petersen, war bis 2015 Principal Associate im Frankfurter Freshfields-Büro.

Die US-Stammbüros von Sidley haben viel Erfahrung mit Großinsolvenzen in der Autobranche. In Deutschland hat die Kanzlei eine wechselvolle Geschichte. 2014 war das einzige deutsche Büro in Frankfurt geschlossen worden, zwei Jahre darauf gab es einen Neustart in München. Neuzugang Kolja von Bismarck kam im Frühjahr von Linklaters, wo er acht Jahre lang den Restrukturierungsbereich mitverantwortet hat.

Der Artikel wurde am 17.August 2017 ergänzt

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