Beratermarkt

Panel bei Ørsted: Viel Bekanntes und ein paar Überraschungen

Das dänische Energieunternehmen Ørsted hat sein deutsches Beraterpanel turnusmäßig neu ausgeschrieben. Zum Zug kommen bewährte Berater, aber auch neue. Auf die Neuausschreibung eines Loses verzichtete Ørsted komplett.

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Für die wichtigste Sektion ‚Full Service/M&A‘ fiel die Wahl einmal mehr auf Hengeler Mueller. Bewährte Berater für die M&A- und Joint Venture-Projekte des Konzerns sind hier der langjährig für Ørsted tätige Dr. Nicolas Böhm sowie der Frankfurter Partner Dr. Sebastian Schneider.

Nicolas Böhm

Den zweiten Panel-Platz in dem Bereich erhielt anstelle von Freshfields Bruckhaus Deringer nun Linklaters. Unter anderem mit den Berliner Partnern Thomas Schulz und Dr. Jens Hollinderbäumer konnte Linklaters zuletzt deutlich mehr Transaktionen im Bereich Erneuerbare Energien begleiten als Freshfields, was möglicherweise den Ausschlag gab.  

Thomas Schulz

Im Bereich ‚Offshore-Wind/Regulatory‘ steht den Dänen weiterhin die Hamburger Boutique Chatham Partners mit Partner Felix Fischer zur Seite. Seine Erfahrung ergänzt die Berliner Kanzlei Posser Spieth Wolfers Partners, die bereits seit vier Jahren Teil des Panels in diesem Segment ist.   

Nur noch eine Kanzlei im Arbeitsrecht 

Im Arbeitsrecht hat Watson Farley & Williams erneut das Vertrauen bekommen. Das Arbeitsrechtsteam, das auf das Panel berufen wurde, wird von Partner Dr. Andreas Wiegreffe geleitet und umfasst unter anderem die Managing Associates Nora Fleischhauer und Dr. Thomas Scheffel sowie die Associates Lena Sinn und Julia Grolla.

Felix Fischer

Das alte Panel bot noch Platz für zwei arbeitsrechtliche Teams, neben Watson Farley war dies Arnecke Siebeth Dabelstein. Warum es in dieser Runde nur noch eine Besetzung gibt, ist nicht bekannt.

Kein eigenes Los mehr für Energiehandelsfragen 

Nicht mehr vergeben hat Ørsted zudem das Los ‚Operatives Geschäft/Energiehandel‘. Zu den Gründen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. 2018 hatte es das Beratungsfeld noch mit den Kanzleien Becker Büttner Held und Pinsent Masons besetzt. Insbesondere für die deutschen Büros von Pinsent war das ein Erfolg, da zuvor bereits das Londoner Büro regelmäßig mit Ørsted zusammengearbeitet hatte.

Denkbar ist, dass Energiehandelsfragen, wozu insbesondere der Abschluss von langfristigen Lieferverträgen zählen dürfte, über London gesteuert wird. Möglich ist auch, dass solche kommerziellen Verträge, mit denen die Finanzierung der Erzeugungsanlagen gesichert wird, nun Teil der M&A- und Joint Venture-Projekte sind, mit denen die Full-Service-Kanzleien Hengeler und Linklaters befasst sind.  

Andreas Wiegreffe

Einstieg auch ins deutsche Onshore-Geschäft

Ørsted ist als dänisches Energieunternehmen einer der weltweit größten Entwickler und Betreiber von Offshore-Windkraftparks. Soweit bekannt schreibt Ørsted nicht für jedes Land, in dem es tätig ist, eigene Panels aus. Das behält der Energiekonzern sich für Ländern vor, in denen er eine ausreichende Zahl an Projekten verfolgt. Nach JUVE-Informationen ist dies mittlerweile auch in Polen der Fall. Bekannt ist, dass Hengeler Mueller auch dort regelmäßig für Ørsted Transaktionsprojekte begleitet, zuletzt etwa das Joint Venture mit ZE PAK.

Auch beim kürzlich erfolgten Einstieg ins Onshore-Geschäft in Deutschland hat Ørsted auf Hengeler gesetzt. Nachdem sie mit der Übernahme der IB Vogt im vergangenen Sommer noch gescheitert waren, gelang dem Gespann nun die Übernahme des deutschen Wind- und Fotovoltaikparkbetreibers Ostwind.

Ørsted beschäftigt weltweit rund 6.700 Mitarbeitende, die 2021 einen Umsatz von 10,4 Milliarden Euro erwirtschafteten.

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