Das sagt JUVE
Wer als Jugendlicher in den Stadtrat gewählt wurde und als FDP-Mann viel Zeit damit verbracht hat, den Leuten bei Veranstaltungen Lust aufs TTIP-Abkommen zu machen, der hat wohl eine harte Schule hinter sich. Vielleicht eine brauchbare Vorbereitung auf den Job, den Ebert sich ausgesucht hat: Staaten zu verklagen gehört zum Geschäft.
Ebert wusste früh, dass er hauptberuflich internationale Schiedsverfahren führen will. Promoviert hat er bei Prof. Dr. Martin Nettesheim in Tübingen, auch weil dort möglich war, was er unbedingt wollte: auf Englisch schreiben. Im Referendariat war Ebert im Team des Stuttgarter Gleiss Lutz-Partners Prof. Dr. Stephan Wilske. Der war einige Jahre zuvor zu einer für Schiedsrechtler ungewöhnlichen Bekanntheit gelangt, als unter anderem der ‚Spiegel‘ groß über seinen ersten Turkmenistan-Fall berichtete: Er vertrat einen deutschen Unternehmer, dessen Hühnerfarm enteignet worden war. Nun hatte Wilske seinen zweiten Turkmenistan-Fall in der Pipeline: das ICSID-Verfahren des insolventen Chemnitzer Anlagenbauers Unionmatex, in dem es um nicht bezahlte Getreidemühlen ging. Ebert wollte unbedingt mitmachen. Durfte er. Am Ende haben sie gewonnen, Turkmenistan zahlte.
Für Ebert folgten Vollstreckungsverfahren für Strabag gegen Libyen und die Deutsche Telekom gegen Indien, beide medial breit begleitet. Investitionsschutz macht heute etwa ein Drittel seiner Arbeit aus – der Hauptteil sind klassische kommerzielle Schiedsverfahren. Seit diesem Jahr ist Ebert Partner bei Gleiss Lutz.
Das sagen andere
„Unaufgeregt, kompetent, reaktionsschnell, wenn nötig“ (Mandant)
„Sehr große Nummer, der große Schiedspartner nach Wilske.“ (Wettbewerber)
„Mit seiner hochkarätigen Erfahrung in internationalen Schiedsverfahren einschließlich der Anspruchsdurchsetzung und Vollstreckung gegenüber Staaten wird es ihm ein Leichtes sein, die internationale Schiedsgerichtsbarkeit aus deutscher Sicht zu prägen.“ (Wettbewerber)
Das sagt Björn Ebert selbst
Stolzester Moment in Ihrer Karriere?
In der Mandatsarbeit sicher das erste Opening Statement in einem großvolumigen internationalen Schiedsverfahren. Da hatte man dann das Gefühl, zu den Großen zu gehören.
… und schrecklichster Tag?
Der war sehr früh in meiner Karriere – bereits im zweiten Berufsjahr. Ich hatte bei einer Mandantin zu hohe Erwartungen geweckt, weil ich fest davon überzeugt war, wir würden gewinnen. Das OLG hatte dann unter ausdrücklicher Aufgabe bisheriger Rechtsprechung, auf die ich mich gestützt hatte, anders entschieden und ich musste der Mandantin vermitteln, dass ich falsch gelegen bin.
Worüber können Sie sich verlässlich aufregen?
Staus und zu langsam fahrende Autos.
Greatest Hits
- Gehörte zum Gleiss-Team, das für die Telekom Indien verklagt hat und für die Strabag Libyen – das hat seine Sichtbarkeit im Markt deutlich erhöht, inklusive JUVE-Berichterstattung.