Im Vergleich mit den angelsächsischen Wettbewerbern bildet die in Deutschland von Peter Dieners geführte Kanzlei damit einmal mehr das Schlusslicht. Allen & Overy schaffte erneut ein sattes Umsatzplus mit 9 Prozent, und auch Linklaters verkleinerte ihren Abstand zu Clifford Chance mit einem Plus von 3,7 Prozent. Die britische Wettbewerberin liegt nun bei 184,6 Millionen Euro. Spitzenreiterin Freshfields Bruckhaus Deringer dagegen stagnierte nach zwei Jahren Wachstum und verbuchte das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr.
Als Umsatzbringer erwiesen sich auch im vergangenen Geschäftsjahr wieder einmal die erfolgreiche Private-Equity-Praxis. Auch die Restrukturierungspraxis sowie die Praxen für Bank-, Finanz- und Immobilienrecht galten zuletzt als besonders profitabel.
Ausschlaggebend für das diesjährige Geschäftsergebnis von Clifford Chance ist aber vor allem der neue Kurs der Kanzlei. Die forcierte stärkere Konzentration auf das Transaktionsgeschäft brachte massive Partner- und Teamabgänge mit sich. Jeder zehnte deusche Anwalt verließ die Kanzlei im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dabei ist der Trend nicht neu – schon im Geschäftsjahr 2013/14 verkleinerte sich die Gesamtkanzlei um 2,3 Prozent. Aber nie griff das Management so konsequent durch wie nun.
Der Großteil der Weggänge betrifft die Gesamtpartnerschaft: Sie schrumpfte um rund 15 Prozent auf insgesamt 72 Partner. Davon sind heute 53 Equity-Partnern, das sind 24,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Neben den geplanten gab es auch ungewollte Abgänge wie etwa den des Frankfurter Partners Oliver Felsenstein, bis dato Co-Leiter der weltweiten Private-Equity-Praxis.
Die personellen Einschnitte wirken sich zunächst positiv auf die Produktivität aus: Mit 650.000 Euro Umsatz pro Berufsträger (UBT) machte die Kanzlei einen erheblichen Sprung um 6,9 Prozent. Clifford reicht damit fast an den UBT von Linklaters (664.000 Euro) heran.
Die Entwicklung der deutschen Büros schlug sich auch auf die weltweiten Umsatzzahlen nieder: Mit 1,742 Milliarden Euro Umsatz verbuchte Clifford zwar mit drei Prozent ein moderates Plus, konnte aber nicht an die Steigerungsraten aus dem Vorjahr (plus sieben Prozent) anknüpfen. London erwirtschaftete unverändert 35 Prozent des Umsatzes, Asien und Australien 15 Prozent. Kontinentaleuropa inklusive Osteuropa, Istanbul und Casablanca ebenfalls 35 Prozent. Deutschland verantwortet rund elf Prozent des Gesamtumsatzes.