Hamburg

Neue Ausrichtung für Insolvenzkanzlei Johlke Niethammer

Zeitgleich mit dem Ausscheiden der Insolvenzverwalter und Partner Heiko Fialski (64), Jan Ockelmann (52) und Andreas Franz (44) hat Johlke Niethammer & Partner in Hamburg eine strategische Neuausrichtung verkündet. Die als Insolvenzverwalterkanzlei bekannte Einheit orientiert sich stärker in Richtung Restrukturierungsberatung. Dafür verstärkt sich die Kanzlei mit Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Sven-Ole Raap, der bereits in der mit Johlke Niethammer verbundenen WP-Einheit Niethammer Posewang & Partner einer von vier Geschäftsführern ist.

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Raap_Sven
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Nach dem Abschied von Fialski, der vor allem durch die Insolvenz des Internetdienstleisters Ision bekannt wurde, ist mehr denn je Dr. Jens-Sören Schröder die prägende Figur bei Johlke Niethammer. Schröder ist seit über zwanzig Jahren als Verwalter tätig und wird immer wieder für große Insolvenzen in Norddeutschland bestellt, so im Herbst 2018 für die Friseurkette Klinck mit rund 750 Mitarbeitern. In der Insolvenz der Reederei Rickmers bestellte ihn das Amtsgericht Hamburg 2017 zum Sachwalter.

Schröder hatte Johlke Niethammer nach der ESUG-Reform nur behutsam in Richtung Restrukturierungsberatung geöffnet. Auch nach der Neuausrichtung soll die Insolvenzverwaltung Schwerpunkt bleiben, aber eine intensivere, interdisziplinäre Sanierungsberatung aufgebaut werden. Einen weiteren Anstoß dafür gibt die EU-Richtlinie zur präventiven Restrukturierung, die womöglich bei der deutschen Insolvenzverwalterszene weitere Einbußen verursacht.

Die Johlke Niethammer-Abgänge Ockelmann und Franz haben mit zwei weiteren Verwaltern – Dr. Andreas Henkel (46) und Dr. Christian Dawe (50) – eine eigenständige Gesellschaft registrieren lassen. Dawe hat die Kanzlei Servatius verlassen, Henkel war zuvor bei Mönning Feser & Partner. Alle vier neuen Partner werden als Insolvenzverwalter bestellt – Andreas Franz in Schwerin, die anderen vornehmlich in Hamburg. Jan Ockelmann war auch schon als Vorstand in operativen Restrukturierungsfragen tätig: 2016 wurde er Chief Restructuring Officer der skandalumwitterten KTG Agrar.

Krause_Nils
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Außerdem wurde bekannt, dass der Hamburger Insolvenzverwalter Nils Krause (38) Schultze & Braun verlassen und sich dem Beratungsverbund Ecovis angeschlossen hat. Krause wird an verschiedenen norddeutschen Insolvenzgerichten bestellt. Das Autohaus Willy Tiedtke, für das er im Herbst 2018 als Sachwalter bestellt wurde, ist einer seiner größten Fälle. Ecovis hat Insolvenz und Sanierung in einer eigenständigen AG gebündelt, Krause steigt als Vorstand ein. Ecovis-Partner Michael Busching betreut unter anderem den Eishockey-Drittligisten Crocodiles Hamburg in der Eigenverwaltung.

Wir haben die Meldung am 07.05.2019 korrigiert.

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