Vergütungssystem

Hengeler erhöht Startgehalt um ein Drittel und führt Boni ein

Zeitgleich mit Gleiss Lutz überarbeitet auch Hengeler Mueller ihre Gehaltsstruktur. Ab Januar erhalten Berufseinsteiger bei Hengeler 150.000 Euro Jahresgehalt, für einen LL.M.-Titel gibt es zusätzlich einmalig 10.000 Euro. Ab dem zweiten Berufsjahr greift ein neuartiges Bonussystem. Neu gefasst wurden auch die Regelungen zu Teilzeitarbeit und zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere. 

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Foto: Adobe Stock

Bisher hatte Hengeler 110.000 Euro für Berufsanfänger ohne, 120.000 Euro mit LL.M. geboten. Die neuen Startgehälter liegen um ein Drittel höher. Associates im zweiten Berufsjahr erhalten nun einheitlich 150.000 statt bislang 120.000 Euro, anschließend steigt das Festgehalt um jährlich 10.000 Euro.

Hinzu kommt – zum ersten Mal überhaupt bei Hengeler – ein Bonus, der im zweiten und dritten Jahr 10.000 Euro erreichen und mit jedem weiteren Jahr Berufserfahrung um 5.000 Euro steigen kann. Anders als bei vielen anderen Kanzleien ist der Associate-Bonus aber nicht an die persönliche Leistung, sondern ausschließlich an den Erfolg der Gesamtkanzlei geknüpft. Das Hengeler-typische, strikte Lockstep-Prinzip wird dadurch also nicht eingeschränkt, sondern eher verstärkt.

Tiefer Eingriff ins Vergütungssystem von Hengeler

Etwas flexibler wird die Kanzlei dagegen bei der Bemessung des Partnertracks. Regulär stehen Hengeler-Associates nach sechs Berufsjahren zur Aufnahme in die Partnerschaft an, bei Teilzeittätigkeit oder Auszeiten verlängert sich der Track auf maximal acht Jahre. Nun rechnet Hengeler Teilzeitarbeit zu mindestens 80 Prozent mit maximal drei Jahren Dauer wie Vollzeit auf den Partnertrack an, ebenso bis zu drei Monate Elternzeit pro Kind. Zudem beteiligt sich die Kanzlei an den laufenden Kosten für Kinderbetreuung.

Mit der gleichzeitigen Modifikation der Eltern- und Teilzeitregelungen fällt die Überarbeitung des Hengeler-Vergütungssystems tiefgreifender aus als bei den meisten anderen Kanzleien. In den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Sozietäten die Associate-Gehälter in Deutschland teils massiv erhöht, angefangen bei einer Reihe vergleichsweise kleiner US-Kanzleien bis hin zu zahlreichen größeren Einheiten. Erst gestern wurde bekannt, dass Gleiss Lutz das Einstiegsgehalt auf 140.000 bis 150.000 Euro erhöht.

Als Standard im Spitzensegment gilt nun ein Anfangsgehalt von 140.000 statt wie bis vor Kurzem noch 120.000 Euro. Spitzenreiter sind aktuell Goodwin Procter, Kirkland & Ellis, Milbank, Paul Hastings, Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Sullivan & Cromwell mit jeweils 160.000 Euro.

Die Bieterschlacht um die besten Associates ist Titelthema im aktuellen JUVE Rechtsmarkt.

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