Umsatz 2019

Latham-UBT steigt auf 958.000 Euro

Die deutsche Praxis von Latham & Watkins konnte Umsatz und Produktivität im vergangenen Jahr erneut deutlich steigern, wenn auch prozentual nicht so stark wie im Jahr zuvor, als beide Werte im zweistelligen Prozentbereich zulegten. Vor allem beim Umsatz pro Berufsträger, einem Gradmesser für die Produktivität von Kanzleien, spielt Latham mit 958.000 Euro inzwischen in einer Liga, die noch vor ein paar Jahren für Spezialboutiquen wie Sullivan & Cromwell oder Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan reserviert schien.

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Felsenstein_Oliver
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Insgesamt stieg der Umsatz der deutschen Praxis von 143 auf 151 Millionen Euro (+ 5,6 Prozent). Der UBT kletterte von 899.000 Euro um 6,6 Prozent auf 958.000 Euro. Damit hat die Kanzlei vorzeitig eines der zwei ehrgeizigen Finanzziele erreicht, die Anfang 2018 der damalige Managing-Partner Oliver Felsenstein für 2020 ausgegeben hatte: einen UBT von 950.000 Euro und einen Umsatz von 170 Millionen Euro in Deutschland. Inzwischen ist Felsenstein ins internationale Management gewechselt, sein Nachfolger als Managing-Partner der deutschen Praxis ist der Düsseldorfer Corporate-Partner Dr. Harald Selzner. Der hat seit Kurzem einen neuen Stellvertreter: Der Münchner Private-Equity-Partner Burc Hesse löste zum März den Kartellrechtler Dr. Georg Weidenbach ab.

Beim UBT dürfte Latham mit den aktuellen Zahlen der Rivalin Freshfields Bruckhaus Deringer enteilt sein, die sie bei dieser Kennziffer 2018 nach einer jahrelangen Aufholjagd überholt hatte. Das Freshfields-Geschäftsjahr endet erst im April, so dass aktuelle Vergleichszahlen noch nicht vorliegen.

Umsatztreiber: Private Equity, Daimler, Air Berlin

Umsatztreiber waren wie in den vergangenen Jahren eine Reihe größerer Deals. Unter anderem beriet Latham die Private-Equity-Investoren HgCapital und Triton bei Transaktionen. Die Schweizer Beteilígungsgesellschaft Partners Group begleitete die Kanzlei beim Kauf des schwäbischen Spielzeugherstellers Schleich. Wichtige Mandanten waren im vergangenen Jahr auch Air Berlin und Daimler mit Litigation-Fällen sowie die Commerzbank, die unter anderem bei Finanzierungsdeals auf die Frankfurter Bank- und Finanzrechtspraxis von Latham setzte.

Personell schrumpfte die deutsche Praxis minimal von 159 auf 157,6 Full Time Equivalents (FTE). Anders als in den Jahren zuvor gab es 2019 keine aufsehenerregenden Wechsel von Top-Partnern aus anderen Spitzenkanzleien zu Latham. Eine Reihe von Abgängen waren teils der Fokussierung auf immer hochwertigeres Transaktionsgeschäft geschuldet, teils aus Sicht der Kanzlei aber auch ungewollt. So hat die Litigation-Praxis mit Christine Gärtner (zu Clifford Chance) und Dr. Markus Rieder (zu Gibson Dunn & Crutcher) gleich zwei Partner verloren. Insbesondere der Wechsel Rieders, der viel für Daimler im Einsatz ist, war ein Verlust für Latham. Die Abspaltung eines Hamburger Immobilienrechtsteams um die Partner Dr. Holger Iversen und Dr. Christian Thiele sowie der Zugang der Arbeitsrechtlerin Anne Kleffmann von Watson Farley sind weitere Personalien, die für eine noch stärkere Fokussierung der Kanzlei auf großvolumige Transaktionen und Finanzierungen stehen.

Internationale Praxis wächst zweistellig

Nach Praxisgruppen verteilt sich der Umsatz des Jahres 2019 grob auf Corporate mit 60 Prozent, davon entfielen etwa die Hälfte auf M&A- und Private-Equity-Deals und je ein Viertel auf Corporate-Beratung und Kapitalmarkt-Transaktionen. Je etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes der deutschen Praxis entfielen auf die Praxisgruppen Finance (dazu gehören das Bank- und Finanzrecht sowie die Restrukturierungspraxis) und Litigation (mit Kartellrecht).

Auch global hatte Latham ein gutes Jahr 2019: Der Umsatz stieg um 381 Millionen auf 3,77 Milliarden Dollar (etwa 3,36 Milliarden Euro), ein Plus von 11 Prozent.

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