Das sagt JUVE
Wer als Anwältin in München arbeiten will und kein Wort Deutsch spricht, hat ein Problem – so auch Nata Ghibradze. In Tiflis aufgewachsen, ein paar Kindheitsjahre in Moskau, später Centerville, Ohio – Deutsch stand nie auf dem Plan, weil sie nie geplant hatte, hier zu landen. Studiert hat sie auf Georgisch, gearbeitet zunächst im georgischen Justizministerium, wo sie an der Aufarbeitung des kurzen russisch-georgischen Krieges von 2008 vor dem Internationalen Gerichtshof beteiligt war.
2013 kam Ghibradze für ein Doppelstudium an der Bucerius und WHU nach Deutschland, 2015 als Trainee in die Frankfurter Disputes-Praxis von Linklaters. Ob sie als Ausländerin in Deutschland international als Anwältin arbeiten kann, war ihr da noch unklar. Es klärte sich. Bei einem Vis Moot hatte sie Jahre zuvor Karl Pörnbacher kennengelernt, den polnisch sprechenden Schiedsrechtspartner von Hogan Lovells. Sie schrieb ihm, er erinnerte sich, sie wurde 2016 Associate in seinem Team und zog nach München. Und sie machte ernst mit dem Deutschlernen. Heute ist Ghibradze als Counsel die Person bei Hogan Lovells, wenn es um Energie- und Infrastrukturschiedsverfahren in Zentralasien und der Türkei geht.
Das sagen andere
„Ich habe sie als Parteivertreterin erlebt und bin begeistert: tolles Opening-Statement, scharfe Fragen, schnelles Denken. Nett und fröhlich ist sie auch noch (wenn sie nicht gerade für ihre Sache kämpft).“ (Wettbewerber)
„Sie ist äußerst gut vorbereitet, prozessual versiert und schlagfertig. Mich hat ihr natürlich-souveräner Auftritt beeindruckt – den selbst viele ältere Schiedsrechtler nicht an den Tag legen. In Kreuzverhören ist sie brandgefährlich für gegnerische Zeugen und Sachverständige.“ (Wettbewerber)
Das sagt Nata Ghibradze selbst
Über welches Thema können Sie eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?
Über die Rolle von Dispute Boards in großen Infrastrukturprojekten und ihre Verzahnung mit Schiedsverfahren. Dazu gehören Streitvermeidung, typische Streitmuster, die verschiedenen Dispute-Board-Modelle sowie der Umgang mit Dispute-Board-Entscheidungen in der späteren Schiedsgerichtsbarkeit.
Was würden Sie gerne lernen?
Chinesisch und Arabisch.
Was nervt in Verhandlungen am meisten?
Schlechte Vorbereitung sowie übermäßig theatralische, inhaltlich substanzarme Plädoyers – insbesondere, wenn sie von den entscheidungserheblichen Streitfragen oder den Fragen des Schiedsgerichts ablenken.
Greatest Hits
- Hat aufseiten der Georgian Oil and Gas ihr erstes großes internationales Schiedsverfahren als Lead Associate geführt. Streitwert: 3,5 Milliarden US-Dollar.
- War Moot-Court-Coach und juristische Mitarbeiterin bei der Staatsanwaltschaft und im Justizministerium Georgiens – alles mit Anfang 20.