Solon-Insolvenz

Wienberg zum vorläufigen Verwalter bestellt

Das Berliner Photovoltaikunternehmen Solon hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Charlottenburger Amtsgericht Rüdiger Wienberg von hww Wienberg Wilhelm. Solon ist der erste große deutsche Modulhersteller, der inmitten einer regelrechten Branchenkrise Insolvenz angemeldet hat.

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Wienberg verwaltet ebenfalls die Tochtergesellschaften Solon Photovoltaik und Solon Investments in Berlin sowie die Greifswalder Solon Nord.

Rüdiger Wienberg
Rüdiger Wienberg

Er zählt hinsichtlich der Anzahl der Unternehmensinsolvenzen zu den meistbestellten Verwaltern in Deutschland. Insbesondere in Berlin sowie in Ostdeutschland wird er sehr häufig aktiv. Prominenteste Verwalter der Kanzlei sind die Namenspartner Wienberg und in Hamburg Jan Wilhelm. Unter anderem beauftragte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Wienberg 2009 mit der Insolvenzverwaltung der Investmentfirma Vatas des Unternehmers Lars Windhorst, ein Verfahren, das zu den komplexeren gehörte (mehr…). Viel Beachtung in der Insolvenzverwalterszene fand Anfang 2011 der Zusammenschluss von hww und der auf Sanierung und Restrukturierung spezialisierten CMS AG, die mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle nichts zu tun hat (mehr…). Damit will hww, die zuvor ausschließlich auf die Verwaltung gesetzt hatte, auch rund um die Insolvenz beraten.

Vor Solon hatte bereits im Dezember 2010 das Düsseldorfer Photovoltaik-Unternehmen Systaic Insolvenz angemeldet, Verwalter wurde Dr. Biner Bähr von White & Case. In Dresden musste die deutsche Tochter von Arise Technologies im Oktober 2011 den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Hier bestellten die Richter Dr. Bettina Breitenbücher von Kübler zur Verwalterin.

Bei Solon sind mehr als 800 Mitarbeiter, davon mehr als 500 in Berlin, von der Insolvenz betroffen. Solon war bereits 2009 infolge des Preisverfalls für Solarmodule in Schwierigkeiten geraten und hatte im Jahr darauf nur über eine Staatsbürgschaft neue Kreditzusagen erhalten. Der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern haben Presseberichten zufolge insgesamt 146 Millionen Euro an Ausfallbürgschaft gewährt. Bis Ende September hatte der Konzern in diesem Jahr bei einem Umsatz von 358 Millionen Euro bereits einen Verlust von 208 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen sollen rund 400 Millionen Euro Schulden drücken.

Hinweise darauf, dass sich die Unternehmenskrise zuspitzen könnte, gibt es schon länger. Im Sommer hatte Solon den Restrukturierungsexperten Dr. Walter Bickel in das Unternehmen geholt. Anfang Oktober war Bickel dann als Chief Restructuring Officer in den Vorstand berufen worden. Er ist Managing Director der im Markt sehr angesehenen Restrukturierungsberatungsfirma Alvarez & Marsal. Sie betreut in den USA unter anderem den Fall Lehman Brothers.

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