Talsohle durchschritten

Allen & Overy steigert Umsatz und UBT

Es geht wieder bergauf: Die deutschen Büros von Allen & Overy haben ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 145 Millionen Euro und damit um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Der Umsatz pro Berufsträger (UBT) liegt mit 729.000 Euro sogar knapp vier Prozent höher.

Teilen Sie unseren Beitrag
Astrid Krüger
Astrid Krüger

Nach Stagnation im Vorjahr und sinkenden Umsätzen im vorvergangenen Jahr hat die Kanzlei nun wieder ein Umsatzplus zu verzeichnen. Dies ist insofern bemerkenswert, als das Team parallel dazu abermals leicht geschrumpft ist – von 202 auf 199 Full Time Equivalents (FTE). So stieg auch der UBT, nachdem er im Vorjahr erstmals die 700.000er Marke durchbrochen hatte, auf fast 730.000 Euro.

Zu den wichtigsten Mandaten der deutschen Praxis zählten die Restrukturierung von Gerry Weber, die Beratung von Scout24 bei der Übernahme durch Hellman & Friedman und Blackstone sowie die Arbeit für die Helaba beim Kauf der Dexia Kommunalbank.

Personell musste die Kanzlei im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut einige Partnerverluste hinnehmen: Am schwersten wiegt der Weggang des Chefs der Prozesspraxis Dr. Daniel Busse, der mit beinahe dem gesamten Schiedsrechtsteam eine eigene Kanzlei gründete. Ebenfalls in die Selbstständigkeit verabschiedete sich der globale Arbeitsrechtschef Tobias Neufeld, der auch datenschutzrechtliche Themen besetzt. Zudem wechselte der aufstrebende Transaktionsanwalt Dr. Murad Daghles zu White & Case.

Zwar konnte die Kanzlei diesen Weggängen keine Zugänge auf Partnerebene entgegensetzen, allerdings verstärkte sie sich auf Counsel-Ebene in verschiedenen Bereichen und ernannte zwei Partner aus den eigenen Reihen. 

Die Magic-Circle-Kanzleien im Vergleich

Im Vergleich mit den übrigen Magic-Cirlce-Kanzleien liegen die deutschen Büros von Allen & Overy umsatzmäßig an vierter Stelle. Den ersten Platz belegt weiterhin Freshfields Bruckhaus Deringer mit einem Umsatz von 441,8 Millionen Euro. Weit dahinter folgt aus dem Kreis der Magic-Circle-Kanzleien Linklaters mit 213,4 Millionen Euro und Clifford Chance mit 176,6 Millionen Euro. Beim UBT ist die Reihenfolge etwas anders, zwar führt auch hier Freshfilelds mit rund 869.000 Euro, auf dem zweiten Platz liegt allerdings Clifford mit 734.000 Euro, dicht gefolgt von Allen & Overy mit 729.000 Euro, und an vierter Stelle platziert sich Linklaters mit einem UBT von 714.000 Euro.

Weltweit stieg der Umsatz von Allen & Overy auf rund 1,8 Milliarden Euro, was einem Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Umsatzwachstum ist nach Angaben der Kanzlei insbesondere auf die aufstrebenden Märkte in Asien zurückzuführen. Wachstumsbereiche seien vor allem die gesellschaftsrechtliche und internationale kapitalmarktrechtliche Beratung sowie ein Bereich, den A&O „Advanced delivery“ nennt. Darunter werden die Themen Legal Tech und nichtjuristische Dienstleistungen wie Projektmanagement zusammengefasst. Zu Letzterem zähle auch der Aufbau eines Angebots, das die Bedürfnisse der deutschen Industrie in den Blick nimmt.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Markt und Management Frankfurt

Schiedsboutique um Daniel Busse startet mit fast zehn Allen & Overy-Anwälten

Markt und Management Erneuter Weggang

Allen & Overy lässt globalen Arbeitsrechtschef in Selbstständigkeit ziehen