Führungsgremien stehen fest

Verband der Wirtschaftskanzleien nimmt Arbeit auf

Der Bundesverband der Wirtschaftskanzleien ist gegründet. 31 Kanzleien folgen dem Ruf der Initiatoren Stefan Rizor und Prof. Dr. Thomas Wegerich, die ihr Projekt heute der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Weitere Kanzleien sollen dem Angebot folgen, das sich an alle Einheiten im Rechtsmarkt richtet.

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Foto: surasaki/stock.adobe.com
Stefan Rizor

Überwiegend sind klassische Partnerschaften Mitglied der Neugründung geworden, aber auch einige Kapitalgesellschaften und eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts haben bislang ihre Mitgliedschaft zugesagt.

Die Liste beginnt mit Advant Beiten, reicht über Ashurst, BLD Bach Langheid Dallmayr, Grant Thornton, Kallan, Menold Bezler, Pluta, Römermann, Schalast, Seitz bis hin zu Westpfahl Spilker Wastl, um nur einige zu nennen. Ihre Mitgliedschaft lassen sich die Einheiten je nach Größe zwischen 10.000 und 20.000 Euro jährlich kosten.

Der Verband agiert auch von Frankfurt aus, will aber vor allem von Berlin aus Akzente für den Rechtsmarkt setzen. Über den Standort in der Hauptstadt will der Verband zum natürlichen Ansprechpartner des Bundesjustizministeriums werden. Erste Kontaktversuche verliefen erfolgreicher als man das erwartet hätte, so die Initiatoren.

Ein Vorstandsposten unbesetzt

Ines Zenke

Sie präsentierten auch den Vorstand, in den neben dem Vorstandssprecher Rizor und seinem Vertreter Wegerich noch sechs weitere Vertreter aus den Mitgliedskanzleien Rollen übernehmen. Neben Prof. Dr. Ines Zenke von Becker Büttner Held gehören noch Philipp Reusch von Reusch Law, Kathrin Reitner von Grant Thornton, Dr. José Campos Nave von Rödl & Partner, Elisabeth Lepique von Luther und Michael Siebold von Arnecke Sibeth Dabelstein dem Vorstand an.

Ein neunter, laut Satzung vorgesehener Vorstandsposten, bleibt vorerst unbesetzt, um Neumitgliedern ebenfalls die Möglichkeit zu geben, sich auch auf Vorstandsebene zu betätigen.

„Wie die Kanzleien, so der Verband“

Der Verband will wachsen. Neue Mitglieder können jederzeit aufgenommen werden. Man wolle agil sein, heißt es: „Wie die Kanzleien, so der Verband“ ist der Leitspruch, der auch die Arbeitsweise beschreiben soll. Entscheidungen sollen demnach schnell getroffen werden. Jedes Verbandsmitglied benennt dafür einen Kurator, der im Namen des Mitglieds Entscheidungen für den Verband treffen kann.

Gearbeitet wird in sogenannten Task Forces. Themen sind solche, die kartellrechtlich unbedenklich sind, erläuterte Rizor. Wie gearbeitet wird, erklärte das Führungsteam am Beispiel des Themas Cybersecurity: Unter IT-Verantwortlichen und IT-Partnern aus den Kanzleien sollen etwa Erfahrungen mit Notfallplänen und zum Beispiel auch mit den örtlichen Kriminalbehörden besprochen werden.

Neben einer Arbeitsgruppe Cyberscurity soll der Verband auch Themen wie ESG, Geldwäsche, Erfolgshonorare und Fremdbesitz eine Plattform bieten. Die Teilnahme in den Arbeitsgruppen ist für die Mitglieder freiwillig. Es geht um aktiven Austausch. Passive Mitgliedschaften seien nicht gewünscht, erklärten die Initiatoren.

Der gesamte Rechtsmarkt ist eingeladen

Was der Verband nicht will: Sich auf die Perspektive der Kanzleien beschränken. Deswegen wird seine Arbeit von einem Advisory Board unterstützt, in dem Inhouse-Anwälte ihre Sicht der Dinge einbringen.

Den Initiatoren ist es gelungen, viele bekannte Vertreter auch aus Rechtsabteilungen international tätiger Konzerne zu gewinnen: Helge Köhlbrandt, General Counsel von Nestlé, Nina Stöckel, Senior Director/Head of LE von Merck, Bernhard Waltl, Legal Operations Officer bei BMW, oder Marcel Ritter, General Counsel von Telefónica, gehören zum Board, in dem insgesamt 17 Inhouse-Persönlichkeiten vertreten sind.

Rückgekoppelt wird die Verbandsarbeit zudem an die Wissenschaft. In dem sogenannten Scientific Board möchten mit Prof. Dr. Madeleine Bernhardt von der Bucerius Law School, Prof. Dr. Bruno Mascello von der Universität St. Gallen und Prof. Dr. Michael Smets von der University of Oxford weitere namhafte Köpfe die Zielverwirklichung aufmerksam begleiten.

Der BWD will mitmachen und sich etablieren

Die Ziele des Verbandes: Mitmachen bei der Transformation des Rechtsmarkts, die bereits auf Hochtouren laufe, erläutern Rizor und Wegerich. Dabei wolle man nicht als Konkurrenz der klassischen Interessenvertretung der Anwaltschaft auftreten, sondern wo es Gemeinsamkeiten gibt, diese auch gemeinsam kommunizieren. Auch in der Industrie gebe es nicht nur einen, sondern die  Koexistenz vieler Verbände, erläuterte BBH-Partnerin und Vorstandsmitglied Zenke.

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