Artikel drucken
25.07.2013

Rauschen im Blätterwald: WAZ übernimmt mit Linklaters zahlreiche Springer-Publikationen

Die Springer-Verlagsgruppe trennt sich von ihren beiden Regionalzeitungen ,Hamburger Abendblatt‘ und ,Berliner Morgenpost‘ sowie ihren Programm- und Frauenzeitschriften. Die Käuferin Funke Mediengruppe (ehemals WAZ-Gruppe) zahlt einen Kaufpreis von 920 Millionen Euro. Die für den Zeitungsmarkt tiefgreifende Veränderung muss jedoch noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden.

Achim Kirchfeld

Zukünftig gehören damit zwei regional verwurzelte Tageszeitungen sowie angegliederte Anzeigenblätter zur Funke Mediengruppe. Springer trennt sich auch von einem Großteil seiner Programm- und Frauenzeitschriften, darunter sind die Titel ‚Hörzu‘ und ‚Bild der Frau‘. Bei der Finanzierung des Deals half die UniCredit der Funke Mediengruppe. Zudem gewährte Springer einen Verkäuferkredit von 260 Millionen Euro.

Zugleich vereinbarten Springer und die Funke Mediengruppe die Gründung zweier Gemeinschaftsunternehmen für Vertrieb und Vermarktung von gedruckten und digitalen Medienangeboten. An beiden Unternehmen soll Springer die Mehrheit halten.

Berater Funke
Linklaters (Düsseldorf): Achim Kirchfeld, Dr. Nikolaos Paschos (beide Federführung), Dr. Tim Johannsen-Roth (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Sebastian Benz, Oliver Rosenberg (beide Steuern), Dr. Carl-Peter Feick (Bankrecht; Frankfurt), Prof. Dr. Georg Annuß, Thomas Bader (beide Arbeitsrecht; beide München); Associates: Dr. Christoph van Lier, Marco Huchzermeier, Dr. Hubertus Witte, Dr. Eva Kotthaus (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Tim Mundhenke, Dr. Julian Böhmer, Dr. Albert Schmitz, Christian Wegener (alle Steuern), Dr. Angela Kerek (Bankrecht; Frankfurt)
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Düsseldorf): Dr. Rainer Velte (Federführung); Associate: Beatrice Stange (beide Kartellrecht)
Nesselhauf (Hamburg): Dr. Volker Knies (Federführung; IP/Markenrecht), Michael Nesselhauf, Dr. Stephanie Vendt (beide Presserecht); Associate: Carl Schmidt (IP/Markenrecht)
Inhouse (Essen): Dr. Axel Kroll (Leiter Recht)

Berater Axel Springer
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Andreas Austmann, Dr. Carsten Schapmann, Dr. Nicolas Böhm (Berlin; alle Gesellschaftsrecht/M&A); Associates: Dr. Annika Clauss, Dr. Jens Wenzel (Berlin), Thomas Himmelmann
Milbank Tweed Hadley & McCloy (Frankfurt): Dr. Thomas Ingenhoven (Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Helmut Bergmann, Dr. Frank Röhling; Associates: Dr. Anna Huttenlauch, Léa Kroth (alle Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Jonas (Köln): Karl Hamacher (Federführung), Katja Grabienski (beide IP/Markenrecht)
Kliemt & Vollstädt (Frankfurt): Dr. Barbara Reinhard – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Berlin): Dr. Konrad Wartenberg (General Counsel), Dr. Harck-Oluf Nissen (beide Corporate), Dr. Roland Pühler (Kartellrecht; beide Co-Bereichsleiter Corporate Legal)

Andreas Austmann

Andreas Austmann

Berater Unicredit
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Yorck Jetter – aus dem Markt bekannt

Hintergund: Die Mandatsbeziehung von Hengeler zu Springer hat sich mit dem Zugang des neuen General Counsel Wartenberg, der im Vorjahr von Porsche kam (mehr…), deutlich gefestigt. Der Springer-Chefsyndikus und Hengeler-Partner Austmann kennen sich von zahlreichen gemeinsamen Projekten bei dem Stuttgarter Automobilbauer (mehr… und mehr…). Für Springer begleiteten unter anderem die beiden Düsseldorfer Corporate-Partner Austmann und Schapmann die Umwandlung in die Europäische Aktiengesellschaft SE.

Milbank, die lange Jahre für sich beanspruchen konnte, nahezu als alleinige Corporate-Beraterin für Springer tätig zu sein, war dem Vernehmen nach für die Finanzierungsthemen in der Transaktion verantwortlich. So ist es auch zu erklären, dass der Lead in diesem Projekt nicht in ihrem Münchner Büro, sondern vielmehr bei dem jüngeren Finance-Partner Ingenhoven in Frankfurt lag. Er gehörte zu dem Team von Milbank-Anwälten, die Springer bei ihrer strategischen Partnerschaft mit dem US-Investor General Atlantic beriet (mehr…), und war federführend für eine großvolumige Refinanzierung des Konzerns verantwortlich.

Soweit bekannt, ist Kliemt-Partnerin Reinhard schon seit Längerem auf Seiten von Axel Springer unterwegs.

Linklaters-Partner Kirchfeld beriet die frühere WAZ-Mediengruppe seit 2012 zur Umstrukturierung, nachdem sich die Düsseldorfer Corporate-Praxis erfolgreich in einem Pitch durchgesetzt hatte. Unter anderem steuerte er die Übernahme der ‚Westfälischen Rundschau‘ von der Medienholding der SPD (mehr…). Daneben begleitete Kirchfeld auch die Umfirmierung der Verlagsgruppe in Funke Mediengruppe und deren kürzliche Umwandlung in eine GmbH & Co. KGaA.

Es ist keine Überraschung, dass bei dieser Transaktion Heuking Kühn Lüer Wojtek neben Linklaters zu sehen ist. Die Funke-Großaktionärin Petra Grotkamp ist eine langjährige Mandantin von Heukings Managing-Partner Dr. Andreas Urban. Ein Team um Urban begleitete Grotkamp, als sie der Familie Brost das Angebot machte, deren 50-prozentigen Anteil an den Gesellschaften der WAZ-Gruppe zu erwerben (mehr…). Nun war es Kartellrechtler Velte, der für die Funke-Gruppe tätig wurde. (Marcus Jung)

  • Teilen