Artikel drucken
16.11.2017

Nord Stream: Mandanten von Clifford, CMS und Linklaters investieren in Anschlusspipeline

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream trifft in Mecklenburg-Vorpommern auf Land, dort soll sich schon bald die Europäische Gas-Anbindungsleitung – kurz: Eugal – anschließen. Sie führt bis zur tschechischen Grenze. Das 3-Milliarden-Euro-Projekt wird von Gascade verwirklicht, einem Gemeinschaftsunternehmen von Wintershall und Gazprom. Die holten nun mehrere Gasnetzbetreiber als weitere Investoren ins Boot.

Heinlein_Björn_C

Björn Heinlein

Die drei Gasnetzbetreiber Gasunie Deutschland, Ontras Gastransport und Fluxys übernehmen jeweils 16,5 Prozent an dem Projekt, insgesamt  sind die Anteile etwa 1,5 Milliarden Euro wert. Die Wintershall- und Gazprom-Tochter Gascade hält damit weiterhin knapp über 50 Prozent der Anteile und bleibt Projektträger. Dem Verkauf der Anteile war ein Bieterverfahren vorausgegangen. Das Projekt unterliegt zahlreichen politischen Risiken.

Eugal ist eine von zwei Verbindungsleitungen, die das Gas der geplanten Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 in Europa verteilen sollen. Über sie soll russisches Gas nach Südosteuropa fließen. Die Pipeline soll weitgehend parallel zur 2011 fertiggestellten Ostee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) bis nach Tschechien verlaufen.

Ein erster Strang soll bereits 2019 fertiggestellt sein. Die verschiedenen Planfeststellungsverfahren für die 485 Kilometer Strecke liegen im Zeitplan. Zur Empfangsstation Lubmin, wo das Erdgas von der Ostsee-Pipeline übernommen wird, gab es bereits einen Erörterungstermin.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass Nord Stream 2 bis 2019 betriebsbereit sein wird, denn die Pipeline hat geopolitisch viele Gegner: Die USA torpedieren das Projekt handelspolitisch über Sanktionen gegen Russland, und auch Polen ist dagegen, weil die Pipeline dem Ziel zuwiderläuft, Europa unabhängiger von russischem Gas zu machen. Ähnlich sieht es die EU-Kommission, aber sie besitzt bisher kein Mandat, um in den Prozess einzugreifen.

Berater Ontras Gastransport
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Björn Heinlein (Energierecht/Infrastruktur), Dr. Christoph Holstein (Corporate/M&A), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht), Steffen Amelung (Vergaberecht; Frankfurt); Associates: Steffen Knepper (Corporate/M&A/Energierecht), Dr. Florian Wiesner (Kartellrecht), Dominik Janson (Vergaberecht; Frankfurt)
Inhouse Recht (Schönberg): Björn Güth (Leiter Recht), Steffen Riege, Christian Maquering (beide Rechtsabteilung)

Burchard_Friedrich_von

Friedrich von Burchard

Berater Nederlandse Gasunie und Gasunie Deutschland
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Jochen Lamb (Corporate/M&A), Dr. Friedrich von Burchard (Energierecht; beide Federführung), Dr. Thomas Brunn (Corporate/M&A; beide Düsseldorf), Dr. Christian Haellmigk (Kartellrecht), Dr. Fritz von Hammerstein (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dorothe Janzen (Vertriebsrecht; beide Hamburg), Dr. Carolin Armbruster (Corporate/M&A), Dr. Hand Kiderlen (Immobilienrecht; Hamburg); Associates: Martina Meier (Corporate/M&A), Dr. Clara Volkert (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Hamburg), Dr. Reimund von der Höh (Energierecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht: Gordon Janus (Leiter Recht)

Christopher Bremme

Christopher Bremme

Berater Fluxys Deutschland
Linklaters (Berlin): Christopher Bremme (Federführung; Corporate/Energierecht), Dr. Markus Appel (Öffentliches Recht), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Rupert Bellinghausen (Dispute Resolution; Frankfurt), Arnaud Coibion (Corporate/Energierecht; Brüssel); Associates: Julia Sack, Dr. Christian Groß-Bölting, Julia Riedle (alle Corporate/Energie; Berlin), Christoph Barth (Kartellrecht; Düsseldorf), Sebastian Meyn, Andreas Rietzler (Öffentliches Recht)
Inhouse Recht (Brüssel): Kai Richter

Berater Gascade Gastransport
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Ulrich Scholz (Kartellrecht/Energierecht), Dr. Tobias Larisch (Corporate/Energierecht; beide Federführung); Associates: Mirko Masek, Dr. Philip Denninger, Dr. Carolin Ostendorf (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Unterlegene Bieter:

Berater GRTgaz
Hogan Lovells (Hamburg): Matthias Hirschmann (Energierecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Open Grid Europe
White & Case (Düsseldorf): Thomas Burmeister (Federführung), Dr. Markus Stephanblome (beide Corporate/M&A; Frankfurt), Prof. Dr. Norbert Wimmer (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Richard Burke (Washington), Dr. Constantin Lauterwein (beide Sanktionsrecht; Berlin), Dr. Kristin Spiekermann; Associates: Alexander Dartsch, Dr. Maximilian Esser (alle Corporate/M&A), Alexander Lazovic (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin)

Berater Snam
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf): Dr. Oliver Duys (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Larisch_Tobias

Tobias Larisch

Hintergrund: Ontras mandatierte Clifford-Partner Heinlein im April. Der Kontakt entstand bereits 2014 über die Mutter des Gasnetzbetreibers, VNG mit Sitz in Leipzig. Der Düsseldorfer Partner beriet damals den Luxemburger Energieversorger Enovos, der sich für die Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen interessierte. Am Ende verkauften die von Freshfields beratenen Eigentümer VNG und E.on den Gasversorger allerdings an die Hengeler Mueller-Mandantin First State Investments.

CMS kam über den Regulierungsexperten von Burchard bei Gasunie ins Mandat. Er pflegt gute Kontakte in die Rechtsabteilung der deutschen Tochter des niederländischen Unternehmens, die ihren Sitz in Hannover hat. CMS überarbeitete vor allem die Verträge. Wegen der Bedeutung des Beteiligungserwerbs für das gesamte Unternehmen begleitete die Rechtsabteilung der niederländischen Mutter die Verhandlungen mit Gascade.

Für Fluxys kam Linklaters-Partner Bremme mit seinem Team zum Zug. Vor allem das Brüsseler Büro um Partner Arnaud Coibion steht für die Beziehung zu Fluxys.

Gascade mandatiert regelmäßig Freshfields zu energierechtlichen Fragen. Die Verhandlungen mit den Bietern führten die Partner Scholz und Larisch getrennt voneinander mit eigenen Teams.

Mit der planungsrechtlichen Vorbereitung der Eugal-Pipeline ist Redeker Sellner Dahs-Partner Dr. Frank Fellenberg betraut. Fellenberg berät den Gasnetzbetreiber in allen Zulassungsverfahren rund um die Pipeline. (Martin Ströder)

  • Teilen