Basic wurde 1997 in München gegründet. Im Jahr 2020 setzte der Konzern 159 Millionen Euro mit 900 Mitarbeitern um. Seit 2006 ist Basic in Österreich mit jeweils einer Filiale in Wien und in Salzburg präsent. Die österreichischen Standorte sind nicht Teil des Schutzschirmverfahrens.
Basic führt an, dass das Unternehmen nicht zahlungsunfähig sei. Wie bei den meisten anderen Biosupermärkten hätten die Preiserhöhungen bei Lebensmitteln zuletzt zu einer Kaufzurückhaltung der Verbraucher geführt. Diese Situation sei durch die gestiegenen Energiekosten verschärft worden. Hinzu kämen finanzielle Belastungen aus der laufenden Sanierung des Tochterunternehmens Biomammut, einer kleineren Biosupermarktkette.
Basic ist schon 2021 geschrumpft
Die 20 deutschen Filialen befinden sich hauptsächlich in Bayern. Der Konzern betrieb Ende 2020 noch mehr als dreißig Märkte. Er gab 2021 aber zehn Filialen im Norden und im Westen an Konkurrenten ab.
Für die Dauer des Sanierungsprozesses berät Wellensiek Basic mit einem Münchner Insolvenzrechtsteam unter Alfred Hagebuschs Federführung. Dr. Paul Abel wird Generalbevollmächtigter. Im Team sind die weiteren Partner Dr. Markus Stadler und aus Frankfurt Friedrich Birnbreier.
Hintergrund: Wellensiek hat Basic bereits im Vorfeld außergerichtlich beraten und den Eintritt von Antragsgründen laufend geprüft. Die Kanzlei hat die Weichen für das Schutzschirmverfahren gestellt und die Eigenverwaltung geplant. Hagebusch zählt zu den bekanntesten Sanierungsexperten der Kanzlei und war jüngst etwa an der Restrukturierung des Autozulieferers WKW beteiligt. Birnbreier und Stadler beraten unter anderem auch die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof in deren Schutzschirmverfahren.
Nach Auskunft Beteiligter wurde Gerloff sowohl aufgrund eines einstimmigen Votums der designierten Mitglieder des Gläubigerausschusses als auch durch die Schuldnerin selbst vorgeschlagen. Er zählt zu den führenden Insolvenzrechtlern und trat beispielsweise in diesem Monat die Sanierungsgeschäftsführung beim Ofenhersteller Wachtel an.
Die Sanierungsbescheinigung erstellte ein Team von Deloitte um Stefan Weniger. Als Deloitte im April das Beratungsunternehmen Restrukturierungspartner RSP aus Berlin übernommen hatte, war der Rechtsanwalt Weniger im Geschäftsbereich Financial Advisory Partner geworden.