Verfahren

  Juve Plus Modell Goldfinger

Mehr als 100 Beschuldigte und ein möglicher Schaden von mehreren Hundert Millionen Euro – Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat in der vergangenen Woche in einem der bundesweit größten Verfahren um mögliche Steuerhinterziehung Wohn- und Geschäftsräume in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsucht. Es geht um das sogenannte Steuermodell „Goldfinger". 30 Staatsanwälte und 800 Steuerfahnder und Polizeibeamte waren im Einsatz.

  Juve Plus Sozialversicherung

Für entsandte Beschäftigte im EU-Ausland zählt im Zweifel die Mitgliedschaft in der Sozialversicherung des Heimatlandes. Darauf läuft der Schlussantrag des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hinaus. Dieser nahm die sozialversicherungsrechtliche Lage von rund 250 Mitarbeitern unter die Lupe, die zwei ungarische Dienstleister beim Salzburger Fleischverarbeiter Alpenrind einsetzten.

  Juve Plus Erstes Urteil zu Negativzinsen

Darf eine Bank negative Zinssätze verlangen – also Geld dafür nehmen, dass der Kunde sein Geld dorthin bringt? Darum ging es vor dem Landgericht Tübingen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte die Volksbank Reutlingen verklagt. Die Richter entschieden: Bei Neuverträgen sind Vereinbarungen zu Negativzinsen zulässig, bei Altverträgen reicht ein nachträglicher Preisaushang allein nicht aus.

  Juve Plus Anbieterwechsel mit Tücken

Der Kampf um Vertragskunden zwischen den Telefonkonzernen wird hart geführt: Wenn jemand kündigt, erhält er oft Angebote des alten Anbieters, es sich doch noch einmal zu überlegen. Der Bundesgerichtshof (BGH) musste nun in einem Streit entscheiden, der sich um die Mitnahme von Rufnummern beim Anbieterwechsel dreht. Der Anbieter Primacall hatte einen Telekom-Kunden zunächst gewonnen, doch die Telekom hatte ihn zum Bleiben überredet. Den Widerruf zur Mitnahme von Rufnummern ignorierte Primacall jedoch. Das ist laut BGH wettbewerbsrechtlich unzulässig.

  Juve Plus EC-Cash und IFG-Klagen

Die Entscheidung des Kartellamts zu EC-Kartengebühren entwickelt ein unheimliches Eigenleben. Erstmals zieht ein Verwaltungsverfahren, das ohne Bußgeld beendet wurde, große Schadensersatzklagen nach sich. In Berlin fordert der Tankstellenbetreiber Jet 34 Millionen Euro von der Kreditwirtschaft. Vor dem Verwaltungsgericht (VG) Köln streitet Jet derweil mit dem Kartellamt um Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Der Fall EC-Cash, der 2014 schon abgehakt schien, wird zunehmend zum Albtraum für die Behörde.

  Juve Plus Anzapfverbot vorm BGH

Die ‚Hochzeitsrabatte‘, die Edeka im Rahmen der Übernahme von Plus-Märkten 2009 von Lieferanten forderte, sind vom Bundesgerichtshof gekippt worden. Damit wurde eine gegenteilige Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom November 2015 aufgehoben. Für das Kartellamt ist das ein später Sieg, weil die Richter sich weitgehend seiner Auslegung des sogenannten Anzapfverbots anschließen. Für künftige Verhandlungen zwischen Handel und Lieferanten könnte das weitreichende Folgen haben.

  Juve Plus Bankomatgebühren

Nutzer von Bankkarten müssen Gebühren für Behebungen selbst berappen, wenn sie sich Bargeld bei Drittanbietern besorgen. Der Oberste Gerichtshof (OGH) entschied, dass solche Gebühren nicht die Banken zu tragen haben, bei denen Verbraucher ihr Konto führen lassen.

  Juve Plus Breitbandausbau

Die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur hat erneut in einem Streit zum beschleunigten Breitbandnetzausbau entschieden. Demnach hat der Internetprovider HochrheinNET keinen Anspruch darauf, dass ihm die öffentliche Hand beim Breitbandausbau hilft. Der Beschluss ist vor allem für die Anwendung des DigiNetz-Gesetzes von Bedeutung.

  Juve Plus Sammelklage verhindert

Eine internationale Sammelklage nach österreichischer Prägung ist unzulässig. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH). Der Aktivist Maximilian Schrems hatte Verbrauchern auch aus dem europäischen Ausland die Möglichkeit geben wollen, sich an einer österreichischen Sammelklage zu beteiligen. Eine Praxis, die weitreichenden Schadensersatzklagen nicht zuletzt mit Bezug zum Datenschutz den Weg bereitet hätte.

  Juve Plus Dieselskandal

Sieben Jahre Gefängnis und 400.000 US-Dollar Strafe, hieß es Anfang Dezember für den Ex-VW-Manager Oliver Schmidt. Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft im August für schuldig bekannt, an der Manipulation von Dieselmotoren beteiligt gewesen zu sein. Zwei Wochen nach dem Urteil kam dann auch noch Post vom früheren Arbeitgeber. Die fristlose Kündigung soll dem ehemaligen Manager Berichten zufolge per Boten ins Gefängnis zugestellt worden sein. Nun wehrt sich Schmidt vor Gericht gegen den Rausschmiss.

  Juve Plus Arcandor-Pleite

Hätte Sanierungsgutachterin KPMG auf die drohende Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor hinweisen müssen? Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch ist überzeugt davon. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt aber scheiterte er weitgehend mit dem Versuch, die ehemaligen Berater in Haftung zu nehmen. Doch auch ohne Schadensersatz-Verpflichtungen ist der Fall ärgerlich für KPMG: Das Beratungshaus muss mehr als die Hälfte des Millionen-Beratungshonorars zurückzahlen.