Verfahren

  Juve Plus Streit beendet

Die Minderheitsbeteiligung von A-Tec an der Norddeutschen Affinierie (NA) in Höhe von 13,75 Prozent hätte fusionskontrollrechtlich angemeldet werden müssen. Das Bundeskartellamt hat das Unternehmen deshalb zu Recht gezwungen, das Anfang 2008 von der Commerzbank erworbene Aktienpaket wieder zu verkaufen. Das geht aus einem Beschluss des OLG Düsseldorf hervor, der nun rechtskräftig geworden ist.Weil A-Tec ebenso wie die NA in der Kupferbranche tätig ist, hatte das Bundeskartellamt trotz der prozentual geringen Beteiligung geprüft, ob eine kartellrechtlich bedenkliche Marktkonzentration vorliege. Zu dem Verfahren hatte sich der kleinere Kupferwettbewerber Wieland-Werke beiladen lassen.

  Juve Plus Entgleist

Das Amtsgericht Göppingen hat gestern Michael Pluta, den Namensgeber der Insolvenzkanzlei Pluta, zum Insolvenzverwalter des traditionsreichen schwäbischen Modellbahnherstellers Märklin bestellt.Die Göppinger Gebr. Märklin & Cie. GmbH ist als weltweiter Marktführer für Spielzeugeisenbahnen bekannt. Seit längerem belastete die kostenintensive Produktion die Ertragslage des 150 Jahre alten Unternehmens.

  Juve Plus Gekippt

Deutsche Bauern und Lebensmittelbetriebe müssen nicht mehr für das staatlich organisierte Agrarmarketing bezahlen. Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag die Zwangsabgaben für nichtig erklärt, mit denen der Absatzförderungsfonds der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft finanziert wird.Es folgte damit im Ergebnis einem Vorlagenbeschluss des Verwaltungsgerichts Köln aus dem Jahr 2006. Geklagt hatten der Eiererzeuger Georg Heitlinger, die Gräfendorfer Geflügelschlachterei und die Diamant Mühle.

  Juve Plus Süßer Erfolg

Der Bonner Süßartikelhersteller Haribo darf weiterhin Süßigkeiten mit der Bezeichnung 'Yoghurt-Gums' anbieten und verkaufen. Das Hamburger Oberlandesgericht wies Ende vergangener Woche eine Berufung des Konkurrenten Katjes zurück, der schon Anfang 2007 beim Landgericht Hamburg mit einer Klage auf Unterlassung und Schadensersatz gescheitert war. Katjes beharrt auf dem Markenschutz für 'Yoghurt-Gums' und einer exklusiven Nutzung, Haribo hingegen hatte 'Yoghurt-Gum' als Schriftzug auf den Verpackungen seiner 'Jogi-Bussis' verwendet.

  Juve Plus

Vorsitzende Richter können die Bildberichterstattung aus dem Gerichtssaal unter die Bedingung stellen, dass die während der Verhandlung erstellen Aufnahmen von Angeklagten nur anonymisiert veröffentlicht werden. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht im Rahmen eines isolierten Eilverfahrens. Im Fall des Strafverfahrens um eine tödliche Holzklotzattacke von einer Autobahnbrücke hatte der Vorsitzende Richter der Oldenburger Strafkammer unter anderem angeordnet, dass Bildaufnahmen des Angeklagten nur anonymisiert, beispielsweise 'verpixelt' gezeigt werden dürfen. Medienorganen, die sich nicht daran halten, wurde ein Verbot weiterer Bildaufnahmen angekündigt.

  Juve Plus EuGH

Die EU-Schutzfristen-Richtlinie löst in allen EU-Ländern wirksamen Urheberschutz aus, auch wenn die Urheberrechte zum Stichtag der Richtlinie in nur einem EU-Land geschützt waren. Das hat der EuGH Ende Januar entschieden. Deshalb sind auch in Deutschland Tonaufnahmen geschützt, die vor dem Inkrafttreten des deutschen Urheberrecht 1966 entstanden sind und eigentlich nach geltendem Recht und bisheriger Rechtsprechung zu keiner Zeit geschützt waren. Konkret hatte Sony Music den Tonträgerhersteller Falcon Neue Medien verklagt, weil dieser 2006 CDs mit Bob-Dylan-Aufnahmen aus der Zeit vor 1966 in den Handel gebracht hatte. Die deutschen Vorinstanzen hatten keinen Verstoß erkannt. Der BGH hatte schließlich Zweifel geäußert und im Sommer 2007 das Problem dem EuGH vorgelegt. Die EU-Richter stellten fest, dass zum Stichtag 1. Juli 1995 die Dylan-Aufnahmen in Großbritannien urheberrechtlich geschützt waren und dieser Schutz deshalb auch die in Deutschland produzierten CDs betrifft.

  Juve Plus

Der Arbeitgeber muss den Urlaubsanspruch seines Arbeitnehmers über den 31. März des Folgejahres hinaus übertragen, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub wegen Krankheit nicht hatte antreten können. Auch muss der Arbeitgeber damit rechnen, den unverschuldet nicht genommenen Jahresurlaub auszuzahlen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg und kippte damit eine jahrelange deutsche Regelung.Bislang hatten das deutsche Recht und einschlägige Vorschriften der Tarifverträge vorgesehen, dass der Urlaub des Arbeitnehmers mit dem Jahreswechsel oder dem Ende des Übertragungszeitraums - bei den meisten Unternehmen der 31. März - ohne Ausgleich verfällt. Dies ist mit europäischem Recht, genauer der europäischen Arbeitszeitrichtlinie aus dem Jahr 2003, nicht vereinbar, urteilten nun die Luxemburger Richter. Danach dürfe der Urlaubsanspruch nur erlöschen, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub auch tatsächlich hätte nehmen können.

  Juve Plus

Gegen die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die EU-Kommission ein kartellrechtliches Verfahren wegen des Verdachts auf Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung eröffnet. Eine entsprechende Beschwerde hatten der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), die französischen, britischen und schweizerischen Pendants AFG, IPUG und SIPUG sowie der europäische Dachverband EFAMA eingereicht. Stein des Anstoßes sind Lizenzgebühren, die S&P von europäischen Finanzinstituten fordert, wenn sie den US-amerikanischen Wertpapierstandard ISIN nutzen, auch in ihren eigenen Datenbanken. S&P ist in den USA durch den dortigen Bankenverband ABA exklusiv mit der Vergabe dieser Kennziffern beauftragt und hat darin eine Monopolstellung. Auf EU-Ebene läuft ohnehin aktuell eine Diskussion um eine stärkere Regulierung der Ratingagenturen.

  Juve Plus IKB

Die Mittelstandsbank IKB darf ihrem früheren Finanzvorstand Joachim Neupel die Pension nicht kürzen. Das hat das Landgericht Düsseldorf Ende vergangenen Jahres entschieden. Damit war Neupels Klage erfolgreich, der von de IKB die Auszahlung seiner vollen Pension verlangt hatte.

  Juve Plus

Der Einsatz des Arzneimittel-Abgabeterminals Visavia ist zulässig. Das Verwaltungsgericht Mainz hat entschieden, dass ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz das Visavia-Terminal des Herstellers Rowa Automatisierungssysteme GmbH benutzen darf. Dabei handelt es sich um ein computergesteuertes System mit einem Außenschalter, an dem der Kunde die Medikamente entnehmen kann. Der Kontakt zwischen Kunde und Apotheker findet per Video-Telefon statt. Der rheinland-pfälzische Apotheker hatte Feststellungsklage gegen das Regierungspräsidium erhoben, um Vorbehalte der Behörde gerichtlich prüfen zu lassen.

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Eine im Sinne des Urheberrechts angemessene Vergütung für Übersetzer liegt vor, wenn nicht nur ein Normseitenhonorar, sondern auch eine Absatzbeteiligung gezahlt wird. Das hat im Dezember der 29. Zivilsenat des OLG München entschieden - und damit erstmals zugunsten eines Verlags. Geklagt hatten zwei Übersetzer gegen den Carl Hanser Verlag. Dieser hatte zwar sowohl das Normseitenhonorar als auch in geringer Höhe eine Absatzbeteiligung gezahlt. Die Kläger waren trotzdem von einem auffälligen Missverhältnis ausgegangen. Die Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Die Revision wurde bereits zugelassen. Die Kläger gehen davon aus, dass sie Revision einlegen werden.