Verfahren

  Juve Plus

Die Kündigungsfristen im deutschen Arbeitsrecht verstoßen gegen Europarecht und dürfen nicht mehr angewendet werden. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) Mitte Januar entschieden. Die bisher geltende Regelung des § 622 BGB, wonach bei den Kündigungsfristen die Beschäftigungszeiten vor dem 25. Lebensjahr nicht berücksichtigt werden, widerspricht der Richtlinie über die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf. Vielmehr sollte bei einer Entlassung die komplette Betriebszugehörigkeit, unabhängig vom Alter, angerechnet werden. Die Entscheidung geht auf die Vorlagefrage des Landesarbeitsgerichts (LAG) Düsseldorf zurück und war durch die Klage der Arbeitnehmerin Seda Kücükdeveci gegen die Kündigung der Essener Swedex GmbH entstanden. Dort war sie mit 18 Jahren eingestellt und zehn Jahre später entlassen worden. Da sie im Zeitpunkt ihrer Entlassung erst drei Jahre seit ihrem 25. Geburtstag beschäftigt war, stand das Unternehmen ihr gemäß § 622 BGB eine Kündigungsfrist von einem Monat zu. Ohne diese Regelung hätte die Kündigungsfrist vier Monate betragen. Der EuGH sieht in der Regelung eine unzulässige Diskriminierung wegen des Alters, da sie vor allem Arbeitnehmer bei den Kündigungsfristen benachteilige, die jung in das Erwerbsleben einsteigen. Dies sei nur ausnahmeweise zulässig, wenn es durch ein legitimes Ziel aus den Bereichen Beschäftigungspolitik, Arbeitsmarkt und berufliche Bildung gerechtfertigt sei und die Mittel zur Erreichung des Ziels angemessen und erforderlich seien. Zwar sei die personalwirtschaftliche Flexibilität des Arbeitgebers ein legitimes Ziel, die Regelung jedoch keine angemessene Maßnahme, um dies zu erreichen. In seinem Urteil wies der EuGH aber auch darauf hin, dass sich ein Einzelner gerichtlich nicht direkt auf die EU-Richtlinie berufen könne. Die Luxemburger Richter wiesen aber die deutschen Gerichte an, die Regelung des § 622 BGB ab sofort nicht mehr anzuwenden. (sg)

  Juve Plus Zoff um Geld

Der Streit zwischen dem ehemaligen Dewey & LeBoeuf-Partner Ralph Wagner und der US-Kanzlei über finanzielle Ansprüche des Immobilienrechtlers ist auf den 25. Mai vertagt worden. Im Gütetermin zwischen beiden Parteien forderte das Arbeitsgericht Frankfurt nun zunächst weitere Schriftsätze, um darüber entscheiden zu können, ob es überhaupt zuständig ist.

  Juve Plus Betriebsratswahl

Die Betriebsratswahl des Autobauers Daimler kann nun doch wie geplant stattfinden. Das Landesarbeitsgericht Stuttgart entschied, dass der Wahlvorstand die Zahl der zu wählenden Betriebsräte korrekt berechnet habe und sah die Voraussetzungen für einen Abbruch der Abstimmung nicht gegeben.

  Juve Plus Abbildungsrechte

Der Eigentümer eines Objekts ist nicht allein zur - kostenpflichtigen oder kostenlosen - Verbreitung von Abbildungen seines Eigentums berechtigt. So entschied das Brandenburgische Oberlandesgericht im Februar und hob damit drei Urteile des Landgerichts Potsdam aus dem November 2008 auf.

  Juve Plus Gerichtlicher Weg

Die Piloten der Lufthansa sind ins Cockpit zurückgekehrt. Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt schlossen die Deutsche Lufthansa AG und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einen Vergleich. Die VC setzte den eigentlich für die Dauer von vier Tagen geplanten Streik nach nur einem Tag aus.

  Juve Plus Nachprüfungsverfahren

Der Weg für die weitere Planung des Neubaus der U-Bahnlinie 5 in Berlin-Mitte ist frei. Die Beschwerde einer unterlegenen Bietergemeinschaft wurde Anfang Februar bei der mündlichen Verhandlung vor der Vergabekammer des Landes Berlin erörtert, danach nahm die Bietergemeinschaft den Nachprüfungsantrag zurück.

  Juve Plus Vorsprung durch Technik

Für Unternehmen wird es in Zukunft leichter, ihre Werbeslogans auch als Marke sichern zu lassen. In einem aktuellen Urteil hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Fall der Audi AG entschieden, dass der Slogan 'Vorsprung durch Technik' einen vollständigen Markenschutz genießt.

  Juve Plus Blaue Tonne

Der Abfallentsorger Veolia muss im Landkreis Prignitz die Altpapiersammlung einstellen. So entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg und entsprach im einstweiligen Rechtsschutz der Unterlassungsverfügung des Landkreises. Das OVG änderte damit den Beschluss des Verwaltungsgerichts endgültig ab.

  Juve Plus ICC-Schiedsverfahren

Der belgische Agfa-Gevaert-Konzern ist nicht für die Insolvenz seiner ehemaligen deutschen Tochter AgfaPhoto verantwortlich. Dies hat ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) entschieden. Damit wies das Schiedsgericht auch die Schadensersatzforderung der AgfaPhoto Holding von über 265 Millionen Euro ab.

  Juve Plus Kundus-Affäre

Georg Klein, Oberst bei der Bundeswehr und verantwortlich für das umstrittene Bombardement zweier Tanklaster in Afghanistan, hat heute vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt. Schon vor seiner Vernehmung ließ er erklären, der Luftangriff sei rechtmäßig gewesen.

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