Modekrise trifft Energiekrise

Schuhhändler Görtz will sich mit White & Case, PwC und Finkenhof sanieren

Schuh-Gigant Görtz muss sich sanieren. Die Muttergesellschaft Ludwig Görtz geht in ein Schutzschirmverfahren, die beiden Töchter Görtz Retail und Görtz Logistik in eine klassische Eigenverwaltung. 

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Das Hamburger Mode-Unternehmen hat im vergangenen Jahr bereits 28 Millionen Euro vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung erhalten und ist zudem über das Corona-Sonderprogramm mit 22 Millionen Euro von der staatlichen KfW-Bank unterstützt worden. Nun führt die Geschäftsleitung um CEO Frank Revermann die infolge des Ukraine-Kriegs gestiegenen Energiekosten als wesentlichen Grund für die Insolvenz an. Zudem habe die starke Inflation die Kunden verunsichert und zu einer Kaufzurückhaltung geführt.      

Sven-Holger Undritz

Der Geschäftsbetrieb in den 160 Filialen in Deutschland und Österreich sowie der Zentrale in Hamburg und den beiden Zentrallagern soll uneingeschränkt weiterlaufen. Die Löhne der 1.800 Mitarbeiter werden bis einschließlich November von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt, ab Dezember will Görtz wieder aus eigenen Mitteln zahlen. Wie bei einem Schutzschirmverfahren und in der klassischen Eigenverwaltung üblich, bleibt die Geschäftsführung voll handlungsbevollmächtigt, der vom zuständigen Amtsgericht Hamburg berufene Sachwalter Sven-Holger Undritz führt die Aufsicht. Ziel der Verfahren ist die Aufstellung eines Sanierungsplans, im Schutzschirmverfahren muss dies innerhalb von drei Monaten geschehen.  

Sachwaltung
Dr. Sven-Holger Undritz (White & Case; Hamburg)

Berater des Sachwalters
White  & Case (Hamburg): Hendrik Röger (Arbeitsrecht), Dr. Ellen Meyer-Sommer, Dr. Henning Mordhorst (beide Restrukturierung/Insolvenzrecht); Associate: Dr. Janina Ruster (Restrukturierung/Insolvenzrecht)

Sebastian Knapp

Berater Ludwig Görtz GmbH
PwC Legal (Frankfurt): Dr. Sebastian Knapp (Federführung; Restrukturierung/Insolvenzrecht); Associates: Jessica Marx, Sina Wasmus (Corporate/M&A)  

Berater Görtz Retail GmbH, Görtz Logistik GmbH
Finkenhof (Frankfurt): Dr. Lorenzo Matthaei (Federführung), Dr. Maximilian von Mangoldt; Associates: Robert Jödicke, Michael Dorst, Oliver Köhler, Freya-Alena Hanf, Dr. Kaan Güzel (alle Restrukturierung/Insolvenzrecht)

PwC Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: André Bäcker, Stefan Schwertel (beide Federführung), Alexander Nix (alle Frankfurt), Paul Bruns (Düsseldorf)

Hintergrund: Undritz leitet die deutsche Restrukturierungs- und Insolvenzpraxis von White & Case. Er wird von den Amtsgerichten in Hamburg und anderen norddeutschen Städten regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt und hat im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit zahlreiche Gesellschaften in der Krise durch die Insolvenz geführt.

Lorenzo Matthaei

Der PwC-Restrukturierungs- und Insolvenzrecht-Spezialist Knapp begleitet als Generalbevollmächtigter das Schutzschirmverfahren der Muttergesellschaft Ludwig Görtz. Finkenhof um den federführenden Lorenzo Matthaei berät in entsprechender Position die beiden Töchter Götz Retail, die alle Filialen betreibt und Arbeitgeberin eines Großteils der Mitarbeiter ist, und Görtz Logistik, die die Logistikdienstleistungen im Konzern erbringt. Matthaei steht der Görtz-Gruppe schon seit Beginn der Corona-Krise zur Seite und koordiniert konzernübergreifend die rechtliche und strategische Beratung in den gerichtlichen Verfahren.  

Die PwC-Wirtschaftsprüfer um Bäcker und Schwertel haben die für das Schutzschirmverfahren notwendige Bescheinigung nach Paragraf 270d der Insolvenzordnung (InsO) ausgestellt. Hier wird dokumentiert, dass zwar eine Zahlungsunfähigkeit droht, diese aber noch nicht gegeben ist. Wichtiger Bestandteil des Zertifikats ist auch, dass die Sanierung eines Unternehmens als nicht offensichtlich aussichtslos eingeschätzt wird. Über diese Bescheinigung hinaus begleitet das PwC-Team alle Unternehmen der Gruppe bei der Lösung betriebswirtschaftlicher Fragestellungen während des Verfahrens.         

 

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