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DFB vergibt mit Klinkert Rechte an die Telekom

Der Deutsche Fußball-Bund hat die Fernsehrechte für die dritte Fußball-Liga, die Frauen-Bundesliga sowie die Länderspiele der DFB-Frauen neu vergeben. Die exklusiven Live-Rechte für die 3. Liga ab der Saison 2023/24 sichert sich MagentaSport, die Plattform der Deutschen Telekom.    

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Piet Bubenzer

Die Frauen-Bundesligaspiele übertragen künftig MagentaSport und DAZN, die Länderspiele der DFB-Frauen werden wie bisher von ARD und ZDF gezeigt. Magenta hat nun exklusive Live-Rechte für die 3. Liga erworben und kann in der vierjährigen Vertragslaufzeit alle 380 Spiele der dritten Klasse übertragen. Nur noch zehn Duelle je Saison müssen im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Bisher hatten ARD und ZDF die Rechte an 86 Spielen der Saison. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ein Paket zur Ausstrahlung von Highlights jeder Partie in einer Länge von bis zu 18 Minuten gekauft.

Deutliche Steigerung der Einnahmen

Andreas Hoppmann

Den vielfach nicht auf Rosen gebetteten Vereinen der 3. Liga bringt der Vertrag deutliche Mehreinnahmen. Ab der kommenden Spielzeit werden nach Mitteilungen des DFB 26,2 Millionen Euro an die 20 Klubs ausgeschüttet. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber der bisherigen Summe von 15,65 Millionen Euro. Bis 2018 waren jährlich lediglich 12,8 Millionen Euro erzielt worden. Der Vertrag hat ein Gesamtvolumen von 104,8 Millionen Euro.

Highlight-Pakete für die 3. Liga im Pay-Segment sicherten sich zudem DAZN und Sky. Beide können noch bis zu sechsminütige Sequenzen senden. MagentaSport zeigt ohnehin alle Zusammenfassungen.          

Deutlich höhere Einnahmen erzielte der DFB auch mit den Rechten zur Frauen-Bundesliga. Hier schlagen nun jährlich 5,17 Millionen Euro zu Buche. MagentaSport überträgt weiterhin die 132 Saisonspiele, parallel und in gleichem Umfang sendet auch die Streaming-Plattform DAZN, die zur in England ansässigen und global aktiven Perform Group gehört. Sie besitzt Rechte an nationalen europäischen Fußball-Ligen und ist auch Lizenznehmerin für die Uefa-Frauen-Champions-League. Mit der jetzt vereinbarten Summe steht die deutsche Frauen-Liga besser da als das spanische Pendant. Lediglich die Women’s Soccer League (WSL) in England ist mit einem Erlös von umgerechnet mehr als 11 Millionen Euro vorerst unerreichbar.

Sport1 hat sich die Rechte an einer Montagsübertragung im Free TV gesichert und hat 12 Mal pro Saison den ersten Zugriff auf ein Top-Duell des Spieltags. ARD/ZDF und Sky können Spieltags-Highlights anbieten.  

Pakete auf den Markt zugeschnitten

Erstmals hatte der DFB die Rechte für die Frauen-Liga separat ausgeschrieben. Der DFB bemühte sich darum, die drei in den Verfahren angebotenen Pakete von vorneherein auf den Markt zuzuschneiden. Die ,Interessen der unterschiedlichen Marktteilnehmer‘ sollten sich widerspiegeln, formulierte Dr. Holger Blask, Geschäftsführer der für die wirtschaftlichen Aktivitäten zuständigen DFB-Tochter, bei der Präsentation den Anspruch der Ausschreibung.      

Berater Deutscher Fußball-Bund
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Holger Blask (Federführung; Geschäftsführer Marketing und Vertrieb), Alexander Graeser (Justiziar), Kay Dammholz (Abteilungsleiter Medienrechte), Christian Schmitz (Head of Media Rights & Broadcasting), Lennox Günther (Junior Manager Medienrechte national), Christian Blodig (Junior Manager/Medienrechte & TV-Produktion)
Klinkert Rechtsanwälte (Frankfurt): Piet Bubenzer (Federführung; Urheber-, Medien- und Vertragsrecht); Dr. David Jahn (Urheber- und Medienrecht); Associate: David Müller (Vertragsrecht)

Berater Telekom
Inhouse Recht (Bonn): Manuela Stahn (Senior Legal Counsel), Andreas Hoppmann (Head of Legal Affairs TV & Content)

Berater DAZN
Inhouse Recht (Ismaning): Jörn Schulze-Hesselmann (Federführung; Leiter Recht), Thomas Krumrey (Associate Legal Counsel)

Berater SportA (ARD/ZDF) 
Inhouse Recht (München): Marc Freyberger, Daniel von Busse (beide Geschäftsführer), Maike Bremer (Senior Director), Miriam Kathol (Senior Manager) – aus dem Markt bekannt

Berater Sport1
Inhouse Recht (München): Annika Rody (Director Media Rights)

Berater Sky Deutschland
Inhouse Recht (Unterföhring): Hans Gabbe (Federführung; Senior Vice President Sports Rights & Commercialization), Charly Classen, Patrick Stüber (Head of Sports Rights & Commercialization), Nele Ansorge (Manager Sports Rights & Commercialization)

Hintergrund: Für die seitens einer Lizenzgeberin beteiligten Juristen kann die Vorarbeit zu einem Vergabeverfahren bis zu einem Jahr betragen. Aufseiten des DFB war neben dem bewährten Inhouse-Team um Geschäftsführer Blask und Justiziar Glaeser einmal mehr die Kanzlei Klinkert um Partner Bubenzer mandatiert. Bubenzer hatte im Vorjahr im Auftrag des Verbands auch die Vergabe der TV-Rechte für den DFB-Pokal begleitet. Klinkert war in diesem Jahr auch für den neuen Streaming-Anbieter S Nation Media im Mandat, hier unter der Federführung von Christian Frodl.

Im HBBL-Verfahren hatte sich die Telekom vergebens beworben. Im TV-Rechte-Bereich des Unternehmens verantworten die Inhouse-Juristen Spahn und Hoppmann weiterhin alle Verfahren.

Für ARD und ZDF war wieder die hauseigene Agentur SportA unter der Federführung der beiden Geschäftsführer Marc Freyberger und Daniel von Busse beteiligt. In Sachen 3. Liga können sich die öffentlich-rechtlichen Anbieter noch um Sublizenzen für weitere Spiele im Free TV bemühen. (mit Material von dpa)

 

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