Im Mai eröffnet Ubber Labour & Law in Frankfurt und München. Der Münchner Standort wird von Dr. Bettina Scharff, zurzeit Counsel bei A&O Shearman, sowie den Anwältinnen Beatrice Hotze und Dr. Felicia von Grundherr geleitet. So startet das Team mit vier Partnerinnen und Partnern sowie voraussichtlich zunächst vier Associates.
Dass Ubber, der in diesem Jahr 64 wird, A&O Shearman bald verlassen wird, war kein Geheimnis. Dass er es jedoch jetzt tut und sich mit einer eigenen Arbeitsrechtskanzlei selbstständig macht, kommt überraschend.
Dabei macht die Gründung einer arbeitsrechtlichen Boutique für die Beratungsschwerpunkte, die Ubber und sein Team abdecken, durchaus Sinn. Denn der Frankfurter Partner ist wie kein anderer mit dem Arbeitskampf- und Tarifrecht für deutsche Mandanten verbunden. Insbesondere die Deutsche Bahn und die Lufthansa setzen seit Jahren in ihren tariflichen Auseinandersetzungen auf ihn.
Dabei arbeitet er schon lange eng mit den Münchner Anwältinnen Scharff, Hotze und von Grundherr zusammen. Ein weiterer Schwerpunkt des Teams ist die Begleitung großer Restrukturierungen wie derzeit der Stellenabbau bei DB Cargo.
Internationales versus deutsches Geschäft
Als international ausgerichtete Großkanzlei konzentriert sich A&O Shearman schon lange auf ein anderes Geschäft. Insbesondere nach der 2024 vollzogenen Fusion von Allen & Overy mit der US-Kanzlei Shearman & Sterling konzentriert sich die Kanzlei noch mehr auf internationale Mandate – mit entsprechenden Stundensätzen.
Das verbleibende Arbeitsrechtsteam aus den drei Partnern Markulf Behrendt, Dr. Sebastian Schulz sowie Peter Wehner wird seinen Fokus weiterhin auf internationale Restrukturierungen, Compliance, regulierte Vergütung sowie Pensions legen. Beide Seiten wollen auch künftig projektbezogen zusammenarbeiten, wenn es sich inhaltlich anbietet.
Ubber, der 2011 von Hogan Lovells zu Allen & Overy gekommen war, zählte nicht nur zu den maßgeblichen Arbeitsrechtpartnern der Kanzlei. Von 2014 bis 2017 war er auch ihr Managing-Partner in Deutschland, anschließend ihr Senior-Partner. Lange Zeit prägten er und Dr. Hans-Peter Löw, der 2022 als Senior Counsel zu DLA wechselte, das Gesicht der deutschen Arbeitsrechtspraxis.