Das sagt JUVE
Azal Khan ist in Deutschland nicht als Anwältin zugelassen und arbeitet fast ausschließlich auf Englisch. Trotzdem zählt sie in Frankfurt zu den schwer beschäftigten Köpfen der Disputes-Praxis von Clifford Chance. Was im Umkehrschluss auch etwas über die Internationalität dieser Praxis sagt.
Khan hatte zunächst in indischen Kanzleien gearbeitet, zog 2016 für den Master in International Dispute Settlement nach Genf. Sie blieb danach zwei Jahre bei Sidley Austin, wo Schiedsverfahren insgesamt aber kein Schwerpunkt waren. 2019 traf sie Moritz Keller, der gerade von Freshfields zu Clifford gewechselt war und dort ein internationales Schiedsteam aufbauen wollte. Keller holte Khan nach Frankfurt.
Sie verhandelt von Frankfurt aus vor Tribunalen in London, Paris, Singapur, Hongkong. Khans prägendstes Mandat läuft seit fünf Jahren: Sie vertritt ein Unternehmen aus dem Nahen Osten in ICC-Verfahren gegen einen brasilianischen Eisenerzlieferanten – drei Teilschiedssprüche bislang, alle zugunsten ihrer Mandantin. Daneben stritt sie für Kroatien gegen den ungarischen MOL-Konzern und setzte für die österreichische B&C Group 120 Millionen Euro aus einer W&I-Police durch. Im Mai wurde Azal Khan zur Counsel befördert.
Das sagen andere
„Azal war ein fester Bestandteil des Clifford-Teams, das uns in zwei hochkarätigen und komplexen ICC-Schiedsverfahren in London vertreten hat. Sie hat einen ausgeprägten Blick fürs Detail, ist stets gut vorbereitet und äußerst anpassungsfähig. Das gilt für die Komplexität der Sachverhalte, aber auch in kultureller Hinsicht – für uns sehr wichtig, da unsere Schiedsverfahren mehrere Rechtsordnungen und Teilnehmer zahlreicher Nationalitäten umfassen. Ich schätze sie als positive, herzliche Person, mit der man gerne Zeit verbringt.“ (Mandant)
Das sagt Azal Khan selbst
Was wird in den nächsten zwölf Monaten der wichtigste Markttrend in Ihrem Tätigkeitsbereich sein?
Sanktionen und Lieferkettenstörungen aus geopolitischen Gründen, damit zusammenhängende Vertragsanpassungen und Force Majeure in Schiedsverfahren
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Weiterhin als Anwältin im Bereich internationale Schiedsverfahren und mit einer erweiterten Praxis als Schiedsrichterin
Warum Jura?
Es ist ein Bereich, der logisches Denken, Überzeugungskraft, Liebe zum Detail und einen Sinn für Gerechtigkeit erfordert – vier Dinge, in denen ich ziemlich gut bin.
Von wem haben Sie beruflich am meisten gelernt?
Simon Greenberg (Clifford Chance, Paris), Moritz Keller (Clifford Chance, Frankfurt), Nakul Dewan KC (Twenty Essex Street)
Greatest Hits
- War Teil des Clifford-Teams, das für die österreichische B&C-Gruppe nach einem missglückten Deal mit Lindsay Goldberg 120 Millionen Euro bei der W&I-Versicherung herausgeholt hat – eine der größten Zahlungen, die in Europa in einem solchen Fall je geleistet wurden.
- Spricht neben Englisch auch perfekt Hindi, Urdu und Kaschmiri.
- Man hatte sie vor Äppelwoi gewarnt: sehr speziell und nichts für jeden. Aber sie hat probiert und versichert: I like it!