Hamburg

Gleiss verliert Corporate-Partnerin an Hogan Lovells

Das Hamburger Büro von Gleiss Lutz muss erneut einen Abgang hinnehmen: Voraussichtlich zum Januar wechselt die Corporate-Partnerin Dr. Urszula Nartowska zu Hogan Lovells. Die 41-Jährige verlässt Gleiss nach gut zwölf Jahren. Es ist bereits der zweite Verlust für die Hamburger Corporate-Praxis innerhalb kurzer Zeit.

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Urszula Nartowska
Urszula Nartowska

Nartowska war 2013 in das Hamburger Büro von Gleiss gewechselt, das drei Jahre zuvor durch den Zusammenschluss mit der Corporate-Boutique Rittstieg eröffnet worden war. Anfang 2015 wurde sie zur Equity-Partnerin ernannt. Nartowska ist auf Corporate und M&A spezialisiert, bei Gleiss hat sie sowohl Private-Equity-Fonds als auch Unternehmen aus den Branchen Chemie, Logistik und Finanzdienstleistungen beraten. 2017 hatte sie die Hamburger Reederei Rickmers Holding zunächst zu deren finanziellen Restrukturierung und später auch bei deren Verkauf beraten. Auch bei diversen Deals für den Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel hatte Nartowska gemeinsam mit dem Hamburger Corporate-Partner Dr. Fred Wendt eine federführende Rolle inne, zuletzt etwa beim Verkauf von VDM Metals im Frühjahr.

Für Hogan Lovells bedeutet der Zugang eine wichtige Verstärkung am Hamburger Standort: Nartowska, die soweit bekannt mit einem Associate wechselt, wird die dritte Corporate-Partnerin vor Ort neben Dr. Matthias Hirschmann und Dr. Andreas Meyer. Dazu kommen noch zwei Counsel sowie sechs Associates. Vor allem aber die Praxis von Hirschmann gilt aufgrund zahlreicher großer Transaktionsmandate im Umfeld der Energiebranche als sehr erfolgreich. Mit ihrem Fokus auf Private Equity und Logistik ist Nartwoska eine gute Ergänzung. Zudem stärke ihr Zugang auch die „Kompetenzen in Europa, unter anderem mit Blick auf Inbound-Mandate aus Osteuropa“, sagte Hirschmann, der auch Mitglied des globalen Corporate Leadership Committees bei Hogan Lovells ist. „Die Internationalität sowie der starke Fokus der Kanzlei auf regulierte Sektoren sind für mich eine ideale Plattform, um meine Praxis weiter zu entwickeln und mich einzubringen“, sagte Nartowska.

Viele Hamburger Wettbewerber beobachten die Entwicklung des Hamburger Gleiss-Büros schon seit einiger Zeit mit Skepsis. Wiederholt hatte es seit der Eröffnung Partnerabgänge gegeben, darunter etwa auch der ehemalige Namenspartner Dr. Andreas Rittstieg, der zu Burda wechselte. Dass nun zwei Corporate-Partner innerhalb kurzer Zeit die Kanzlei verlassen, ist ein erneuter Einschnitt. Doch Co-Managing-Partner Alexander Schwarz hält dagegen: „Unser Ziel ist es, in allen wichtigen Wirtschaftsregionen präsent zu sein. Daher stehen wir zu unserem Hamburger Büro als Baustein unserer Strategie. Es hat über die letzten Jahre einen positiven Wertbeitrag zum Gesamterfolg der Sozietät geleistet. Entsprechend ist unser Engagement dort langfristig.“  Der Standort solle dauerhaft weiter ausgebaut und mit eigenem Nachwuchs gestärkt werden.

Nach den beiden Abgängen verbleiben zunächst in Hamburg nur drei Partner, zwei Counsel und zehn Associates. Ein Arbeitsrechtspartner teilt sich zudem seine Arbeitszeit zwischen Berlin und Hamburg auf. Die Kanzlei plant jedoch, dass der Berliner Corporate-Partner Dr. Johannes Niewerth nach Hamburg wechselt und dort mit Dr. Fabian Kutz, der zum Jahreswechsel zum Counsel ernannt wird, einen Immobilienrechtsschwerpunkt aufbaut.

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