Frankfurt

Hogan Lovells holt Corporate-Team von Watson Farley

Autor/en
  • Norbert Parzinger

Hogan Lovells verstärkt ihre Frankfurter Praxis mit zwei Transaktionsspezialisten von Watson Farley & Williams: Zum Dezember kommt Dr. Christoph Naumann, zum Januar Dr. Torsten Rosenboom, mit ihnen wechseln mehrere Associates. Watson Farley verliert damit zwei ihrer profiliertesten Corporate-Partner. 

Teilen Sie unseren Beitrag

Die beiden Transaktionsexperten bringen sowohl Erfahrung mit strategischen M&A-Deals als auch an der Seite von Finanzinvestoren mit. Gemeinsam waren sie unter anderem aufseiten des Autobahnraststättenbetreibers Tank & Rast zu sehen: Rosenboom (45), Stammberater des Unternehmens seit Associate-Zeiten, begleitete 2015 schon dessen Verkauf durch den Finanzinvestor Terra Firma an ein Konsortium um den Versicherer Allianz. In den Jahren darauf folgten diverse Refinanzierungs- und Kapitalmarkttransaktionen, an denen auch Naumann (43) beteiligt war.

Torsten Rosenboom

Rosenboom begann seine Karriere 2005 bei Linklaters und wechselte 2011 als Counsel zu der Steuer- und Investmentboutique Berger Steck & Kollegen, machte sich aber kurze Zeit später unter eigenem Namen selbstständig. Berger Steck zerfiel bald darauf wegen des sich anbahnenden Skandals um Cum-Ex-Geschäfte, als deren geistiger Vater der inzwischen festgenommene Steuerrechtler und damalige Namenspartner Dr. Hanno Berger gilt.

Breites Deal-Spektrum

2013 stieg Rosenboom als Partner bei Watson Farley ein. Neben dem Tank & Rast-Mandat beriet er federführend unter anderem den vom Private-Equity-Haus Bain gehaltenen Reifenhändler Fintyre bei Zukäufen in Deutschland, den Öllagerbetreiber Unitank bei dessen Verkauf an die Infrastrukturinvestoren DIF und Aberdeen Standard Investment sowie die Deutsche Börse beim Verkauf der Sparte Regulatory Services.

Naumann war zunächst bei Clifford Chance und Allen & Overy tätig, ging 2014 als Counsel zu Norton Rose Fulbright und wechselte 2016 zu Watson Farley. Neben M&A- und Private-Equity-Deals begleitete er immer wieder auch Venture-Capital-Transaktionen.  In den vergangenen Jahren beriet er unter anderem den französischen Finanzinvestor Naxicap beim Kauf des Soundsystemproduzenten Teufel und den Dax-Konzern Sartorius bei einem Investment in das Biotech-Start-up Curexsys.

Christoph Naumann

Seltenes Ereignis

Bei Hogan Lovells verstärken die Neuzugänge eine M&A-Praxis, die mit gut 60 Berufsträgern, davon nun 23 Partnern, zu den größeren im deutschen Markt gehört. Partnerzu- oder -abgänge gibt es in der Kanzlei traditionell selten. 2019 verstärkte am Hamburger Standort Dr. Urszula Nartowska von Gleiss Lutz das Team. Sie begleitet M&A-und Private-Equity-Transaktionen. Ähnliche Schwerpunkte setzte der Düsseldorfer Partner Lars Benger, der kurze Zeit später mit einem Counsel zu PricewaterhouseCoopers Legal ging. Mit stärkerem Fokus auf Finanzinvestoren stieß 2020 in Frankfurt Nikolai Sokolov von Allen & Overy dazu. Die Private-Equity-Praxis bei Hogan Lovells besteht mit den Neuzugängen aus 25 Anwälten, davon 10 Partner.

„Wir sind froh über diesen Zugewinn, der nun fester Bestandteil unserer Wachstumsstrategie für die deutsche Corporate & Finance Praxis ist“, sagte der Leiter der deutschen Corporate-Praxis, Dr. Nikolas Zirngibl.

Weniger Gleichgewicht

Watson Farley bemühte sich in den vergangenen Jahren verstärkt darum, im Corporate-Geschäft den traditionell ausgeprägten Fokus auf Mandanten aus dem Energie- und Schifffahrtssektor mit größeren Gegengewichten in anderen Branchen auszubalancieren. Für diese Tendenz standen allerdings neben den Münchner Partnern Dr. Dirk Janssen und Dr. Simon Preisenberger gerade Rosenboom und Naumann. Die bislang letzten Corporate-Quereinsteiger, ein Pinsent Masons-Team um die Partner Dr. Thorsten Volz und Dr. Torsten Wielsch am neuen Düsseldorfer Standort, sind wiederum ausgewiesene Energiesektorspezialisten. In M&A verbleiben bei Watson Farley rund 40 Berufsträger, davon 11 Partner. 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Deals Erdölreserven

Hamburger Unitank geht mit Watson Farley an Ashurst-Mandantinnen

Deals Tank & Rast

Allianz-Konsortium setzt sich mit White & Case durch