Olthoff startete ihre Karriere 2008 bei Freshfields, 2022 wurde sie Partnerin in Brüssel, gehörte aber auch zum Kern der deutschen Kartellrechtspraxis. Ihre Schwerpunkte sind komplexe Fusionskontrollen, Investitionsprüfungen und die EU-Drittstaatensubventionsverordnung (FSR). Besonders gefragt ist ihre Erfahrung mit dem Digital Markets Act: Sie begleitet globale Tech-Konzerne von der Compliance bis in die Durchsetzungsphase und hat dabei auch die Prozessrisiken im Blick. Außerdem vertritt sie Mandanten in kartellrechtlichen Ermittlungsverfahren sowie in Beihilfeverfahren vor der EU-Kommission und den europäischen Gerichten. Zu ihren Mandanten zählen Technologie- und Medienunternehmen, Finanzinstitute, Private-Equity-Häuser und Industrieunternehmen im Umbruch.
Zuletzt beriet Olthoff zur Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group. Anfangs war sie für die FSR-Aspekte zuständig. Als sich abzeichnete, dass die EU-Kommission den Deal genau prüfen würde, übernahm sie gemeinsam mit dem Berliner Partner Dr. Frank Röhling die Federführung in der kartellrechtlichen Beratung. Im April gab die Kommission grünes Licht, und zwar ohne Auflagen, obwohl RTL zwischenzeitlich schon Zugeständnisse angeboten hatte.
Amerikaner stärken Brüsseler Praxen
Bei Skadden ergänzt Olthoff ein rund 40-köpfiges Team mit sieben Partnern, sie selbst eingeschlossen. Geleitet wird es von Giorgio Motta, ebenfalls Kartellrechtler. Für die US-Kanzlei schließt sie eine Lücke insbesondere zum deutschen Markt, wo Skadden in Frankfurt und München mit rund 50 Berufsträgern vor allem im Transaktionsgeschäft auffällt. Zuletzt beriet die deutsche Praxis mit Londoner und Brüsseler Partnern den finnischen Aufzughersteller Kone bei der Übernahme von TK Elevator. Im Brüsseler Büro trifft Olthoff auch auf Rafique Bachour, Freshfields ehemaligen Managing-Partner, der sich im Januar nach 26 Jahren Skadden angeschlossen hatte.
US-Kanzleien bauen gerade sehr aktiv ihre Brüsseler Kartellrechtspraxen aus. Besonders deutlich wurde das im Mai, als Kirkland & Ellis dem langjährigen Marktführer Cleary Gottlieb Steen & Hamilton gleich vier Kartellrechtspartner abwarb. Darunter waren die Brüsseler Schwergewichte Thomas Graf und Robbert Snelders. Kurze Zeit später folgte der nächste prominente Abgang: Sascha Schubert, Spezialist für Fusionskontrolle und DMA-Verfahren, ging nach fast zwei Jahrzehnten bei Freshfields zu Latham & Watkins.
Freshfields lässt viele Partner ziehen
Trotz der drei Abgänge bleibt Freshfields in Brüssel eine der ersten Adressen. Die Brüsseler Praxis um Dr. Andreas von Bonin gehört mit rund 80 Berufsträgern und zwölf Partnerinnen und Partnern weiterhin zu den marktführenden Einheiten.
Bei Freshfields ist derzeit allerdings auch abseits von Brüssel viel in Bewegung. Mehrere Partnerinnen aus der jüngeren Generation haben die Kanzlei zuletzt verlassen: Elizabeth Oberholzer ging in München zu Jones Day, Dr. Natascha Doll in Hamburg zu White & Case und Dr. Olga Stürmer in Frankfurt zu Weil Gotshal & Manges.