Markt und Management

Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde, wird sich das Münchner Büro von Heuking Kühn Lüer Heussen Wojtek zum 1. Januar 2001 von der Kanzlei trennen, um sich PricewaterhouseCoopers Veltins anzuschließen.Heuking ist derzeit im Begriff sich intern umzustrukturieren. Betroffen sind davon u.a. die Managementstruktur und das bislang stark auf den einzelnen Anwalt zugeschnittene Vergütungssystem. „Wir mussten uns entscheiden, ob wir an dieser Integration teilnehmen wollen“, erklärt Heussen und betont, dass man in München generell eine andere Auffassung zum weiteren strategischen Vorgehen vertritt. „Die Einbindung in das Netzwerk der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bietet besonders für die IT-Bereiche große Akquisitionsvorteile“, kommentiert Heussen den Schritt in die einer WP-Gesellschaft angeschlossene Kanzlei.

Personalien

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Erste Alpen-MDP

Nach der Büroeröffnung in London vor kurzem (JUVE Rechtsmarkt 2/00.) hat Haarmann Hemmelrath & Partner nun eine weitere Expansion angekündigt. Am 1. Juli wird die Kanzlei mit der sehr angesehenen österreichischen Kanzlei Hügel & Partner fusionieren, um Haarmann Hemmelrath Hügel, so der Name in Österreich, zu bilden. Es ist die erste auf österreichischem Boden zugelassene multidisziplinäre Partnerschaft.

Kurz vor Redaktionsschluss wurde bekannt, dass sich ein Team von Partnern und Associates aus den Bereichen Telekommunikation, Informationstechnologie und M&A vom Frankfurter Büro von Clifford Chance Pünder trennen wird.Thomas Heymann (IT), Sven-Erik Heun (TK) und Dr. Bernhard von Braunschweig (M&A) werden zusammen mit einigen Associates ab dem 1. Oktober 2000 in Deutschland ein Büro der US-amerikanischen Kanzlei Willkie, Farr & Gallagher aufbauen. Ähnlich wie in ihrem erfolgreichen Pariser Büro will Willkie sich in Frankfurt auf die Kombination von Kommunikation mit Transaktionsexpertise und Finanzierung konzentrieren. Die New Yorker Kanzlei, die von Beobachtern des US-Marktes als „the mystery firm“ beschrieben wird, da über ihre Strategie und Struktur relativ wenig bekannt ist, taucht in den US-Profitabilitäts-Listen regelmäßig unter den Top-fünfzehn Kanzleien auf. Laut The American Lawyer betrug der Gewinn pro Partner in der ca. 400 Anwälte starken Kanzlei 1998 $ 955 000.

Frankfurt Drei Sozien und drei Partner haben zusammen mit drei weiteren Anwälten das Frankfurter Büro von Feddersen Laule Ewerwahn Scherzberg Finkelnburg Clemm verlassen. Die neue Kanzlei fimiert seit dem 1. Juni als Schulte Rechtsanwälte in Frankfurt. Die Kanzlei wird sich zukünftig auf die Bereiche M&A (MBO und Private Equity) und Kartellrecht spezialisieren. Dr. Josef Lothar Schulte und Horst Henschen blicken zusammen mit Michael Ewen im nationalen und internationalen Kartellrecht sowie im Fusionskontrollrecht auf eine langjährige Erfahrung bei Feddersen zurück und haben sich für ihre Arbeit einen Ruf im Markt gemacht. Dr. Anne-Marie Peter ist im Gesellschaftsrecht mit transaktionsbezogenem Schwerpunkt tätig und verfügt über enge Beziehungen zu französischen Mandanten. Die neuen Anwälte um Schulte haben sich bereits im Vorfeld der Großfusion von Feddersen mit White & Case ab 1. Juli zur eigenen Kanzleigründung entschieden. Schulte begründet diesen Schritt „als bewusste Gegenreaktion zu den zahlreichen Großfusionen in der Branche.“ Partner Christian Just erläutert stichwortartig zudem die Entscheidung, nicht länger in einer internationalen Kanzleigruppe arbeiten zu wollen: „Die Vorteile einer partnerschaftlichen Beteiligung bewusst nutzen.“ Peter betont als Ziele der Mittelstandsorientierung „Spitzenqualität in engster Abstimmung mit dem Mandanten zu leisten“. Mit ihrem Schritt und ihrer Ausrichtung liegt die Kanzlei in einem Trend von Abspaltungen im Zuge von Großfusionen, die eine flexible und persönliche Bindung an mittelständische Mandanten suchen. Berlin Im Zuge der Fusion mit White & Case werden sich auch in Berlin und Potsdam 3 Partner von der Kanzlei trennen. Dr. Ernesto Loh (Berlin), Dr. Karl-Christoph von Hülsen und Dr. Gerhard Michael haben sich gemeinsam mit zwei Associates zum 1. Juli mit einem Büro in Berlin selbständig gemacht. „White & Case ist sicher der richtige Partner für Feddersen, aber für unsere Arbeitsbereiche ergaben sich keine Synergien“, kommentiert Michael die Entscheidung zum Alleingang. Die Neuformation mit Spezialisierungen im Arbeitsrecht, allgemeinen Wirtschaftsrecht, Planungsrecht und gewerblichen Mietrecht möchte sich als Boutique mit Mehrfachspezialisierung platzieren und plant, weiter zu wachsen.

Feddersen

Die erste großangelegte Fusion einer reindeutschen mit einer bedeutenden US-amerikanischen Kanzlei ist perfekt. Die Partner von Feddersen Laule Ewerwahn Scherzberg Finkelnburg Clemm und White & Case haben beschlossen, ihre Kanzleien zum 1. Juli zu verbinden. Mit 265 Partnern und mehr als 1200 Berufsträgern weltweit wird sich die Kanzlei, die in 24 Ländern bereits schlicht White & Case LLP heißt, in Deutschland, Tschechien und der Slowakei White & Case, Feddersen nennen.

Noch im Juni konnte das Projekt Condor positiv im Sinne der Beteiligten abgeschlossen werden. Unter dem Decknamen des Andenvogels verbarg sich Bruckhaus Westrick Heller Löber während der gut ein halbes Jahr andauerndern Fusionsverhandlungen mit Freshfields. Mit der im Juni erfolgten Abstimmung beider Partnerschaften zur Fusion ging ein Tauziehen zu Ende, das die europäische Anwaltslandschaft in Atem gehalten hatte.Condor nannten die Freshfields-Partner in ihren Papieren und Positionsbestimmungen Bruckhaus, um geheimzuhalten, was entgegen den Gepflogenheiten bei Fusionen von Anwaltskanzleien von Anfang an bekannt war: dass nach der Fusion des britischen Giganten mit der deutschen Top-Adresse Deringer – die zwei Jahre zuvor ihrerseits mit dem Codenamen Eagle chiffriert worden war – noch ein weiterer deutscher Partner gesucht wurde und Bruckhaus der vielversprechendste Kandidat war. Da die Geheimhaltung der Verhandlungen wegen undichter Stellen innerhalb der Partnerschaften nicht funktionierte, war die europäische Legal Press und damit auch die Öffentlichkeit zu jeder Zeit ungewöhnlich gut über den Stand der Dinge informiert.

Dr. Uwe Jahn, vorher Chef der Rechtsabteilung Investment Banking bei der Commerzbank, wird in das Frankfurter Büro von Morgan, Lewis & Bockius wechseln. Jahn wird den Bereich Financial Services in Frankfurt leiten.

Carsten Bartholl wechselte zum Mai aus dem Hamburger Büro von Wessing & Berenberg-Gossler zu der auf die Medien- und Musikbranche spezialisierten Kanzlei Lichte Schramm & Scheuermann. Die Boutique, die neben Hamburg Büros in Köln, Berlin und München unterhält, arbeitet zur Zeit mit 14 Anwälten. Bartholl wird wie bereits bei Wessing Mandanten aus der Medienbranche an der Schnittstelle von gewerblichem Rechtsschutz und Gesellschaftsrecht betreuen. „Nach der Fusion im vergangenen Jahr war mir die Kanzlei einfach zu groß“, erläutert Bartholl seine Beweggründe für den Wechsel.

Zum 1. August wird Herr Phillipi, vorher vier Jahre Justitiar beim Transportunternehmen Kühne & Nagel, zu Blaum, Dettmers, Rabstein wechseln. Blaum, Dettmers unterhält Standorte in Bremen und Hamburg und ist spezialisiert auf See- und Transportrecht.

Baurechtler Hans Thomas Kessler, bisher Partner bei Lauenroth & Partner, verstärkt seit Ende Mai das Düsseldorfer Büro von BBLP Beiten Burkhardt Mittl & Wegener. Kessler wird bei BBLP das baurechtliche Dezernat mit internationalem Schwerpunkt aufbauen und auch weiterhin in seinen Spezialgebieten, dem privaten Baurecht und Architektenrecht tätig sein.

Die Frankfurter Baurechtskanzlei Schilling, Dr. Marbach, Niemöller & Partner hat zum 1. Mai Klaus Heinlein als neuen Partner gewonnen. Bisher war Heinlein, der auf Architekten- und Ingenieurrecht spezialisiert ist, bei Heinlein & Engler in Offenbach tätig. „Mit Heinlein haben wir die ideale Ergänzung für unsere Kanzlei gefunden und werden Mandanten verstärkt auch im Vorfeld von Bauvorhaben beraten“, erklärte Partner Christian Niemöller.

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