Umsatz 2020

Noerr wächst wieder kräftig

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  • JUVE

Nach einer Wachstumspause 2019 ist Noerr zurück auf Kurs: Mit einem Plus von 9,3 Prozent stieg der Umsatz der deutschen Büros auf 253 Millionen Euro. Auch bei der Produktivität legte Noerr deutlich zu.

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Alexander Ritvay
Alexander Ritvay

Da die Zahl der Anwälte mit 372 Full Time Equivalents (FTE) annähernd gleich blieb (2019: 378), wuchs der Umsatz pro Berufsträger (UBT) um 11 Prozent von 612.000 Euro auf 680.000 Euro. Damit war Noerr, die im vergangenen Jahr Platz 5 in der JUVE-Liste der umsatzstärksten deutschen Kanzleien belegte, ähnlich produktiv wie Hogan Lovells (684.000 Euro), die vor Noerr auf Platz 4 landete. Allerdings kann Noerr auch mit ihrem neuen Ergebnis nicht an der Konkurrentin vorbeiziehen: Der Umsatz von Hogan Lovells legte zuletzt um gut 5 Prozent auf 268 Millionen Euro zu.

Während Noerr in Deutschland wuchs, erzielten die Büros der Kanzlei in Mittel- und Osteuropa in 2020 weniger Umsatz als noch 2019: Hier schrumpften die Zahlen um gut 11 Prozent von 21 auf 18,6 Millionen Euro. Die Umsätze der Gesamtkanzlei stiegen damit auf 271,6 Millionen Euro.

Besonders stark trug die Prozesspraxis zum Wachstum bei. Im Fokus standen hier zuletzt die Vertretung von Rückversicherern und Unternehmen im Zusammenhang mit der Regulierung von Schäden durch Betriebsunterbrechungen, die Vertretung von Unternehmen in Organhaftungsverfahren sowie in gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten und Post-M&A-Verfahren. Auch beim ersten vom Bundesgerichtshof entschiedenen Musterfeststellungsverfahren war Noerr dabei. Weitere Leuchtturmmandate des vergangenen Jahres waren das Insolvenzverfahren von Wirecard, das Noerr als Lead Counsel begleitet hat, die Beratung der Deutschen Finanzagentur bei einem Stabilisierungspaket für Tui sowie die Beratung der Bundesregierung beim Kohleausstieg.

Torsten Fett
Torsten Fett

Auch auf personeller Seite gab es 2020 ein Highlight: Mit dem Zugang der renommierten M&A-Partner Dr. Harald Selzner, Dr. Martin Neuhaus, Dr. Natalie Daghles und Rainer Wilke von Latham & Watkins machte Noerr einen großen Schritt auf dem Weg, ihre M&A-Praxis international auszubauen.

Daneben investierte die Kanzlei zuletzt verstärkt in Legal Engineers, um sowohl mithilfe von Legal Tech interne Prozesse effizienter zu gestalten als auch Produkte für ihre Mandanten zu entwickeln, beispielsweise im Bereich Compliance. Inwieweit sich diese Investitionskosten künftig auf die Umsätze auswirken, bleibt abzuwarten.

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