Prozessbeginn in Köln

Bernsmann Rausch verteidigt Ex-Sparkassenchef

In Köln geht es ein weiteres Mal um die Immobiliengeschäfte der Oppenheim-Esch-Holding: Vor dem Landgericht müssen sich der Immobilienunternehmer Josef Esch und der ehemalige Chef der Sparkasse Köln Bonn Gustav Adolf Schröder verantworten. Ihnen wird Bestechung, Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Angeklagt ist außerdem ein weiterer Ex-Vorstand der Sparkasse.

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Klaus Bernsmann
Klaus Bernsmann

Im Wesentlichen geht es in dem komplexen Verfahren um das Film- und Fernsehgelände Coloneum. Die Sparkasse als Eigentümerin drohte mit dem Gelände Verluste zu machen. Esch, so heißt es in der Anklage, sei eingesprungen und habe Millionen zugeschossen, um die Verluste auszugleichen. Im Gegenzug soll Schröder sich für Esch stark gemacht haben, der sich mit seiner Oppenheim-Esch-Holding um den Neubau der Kölner Messe bemüht habe. Schröder habe damit Dienstpflichten eines Amtsträgers verletzt, heißt es. So sei es zu einem zweistelligen Millionenschaden für die Sparkasse gekommen. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe.

Ursprünglich waren die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft noch deutlich umfangreicher. Nach Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln von 2014 werden nun neun statt vierzehn Anklagepunkte verhandelt.

Esch war im Prozess gegen ehemalige Verantwortliche der Bank Sal. Oppenheim mitangeklagt. Er kam mit einer Millionenzahlung davon, während die übrigen Angeklagten zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt wurden.

Vertreter Josef Esch
Kempf Schilling (Frankfurt): Eberhard Kempf, Dr. Tobias Groscurth
Redeker Sellner Dahs (Bonn): Prof. Dr. Heiko Lesch

Eberhard Kempf
Eberhard Kempf

Vertreter Franz-Josef S.
Prof. Dr. Karsten Fehn (Köln)
Dr. Schneider & Partner (Frankfurt): Dr. Friedrich Schultehinrichs

Staatsanwaltschaft Köln
Alexander Fuchs, Dr. Christoph Nießen

Landgericht Köln, 18. Große Strafkammer
Christof Wuttke (Vorsitzender Richter), Dr. Sophia Gehlen, Dr. Axel Buchwald

Hintergrund: Schröder ließ sich in dem Komplex anfangs von der renommierten Kölner Strafverteidigerin Gaby Münchhalffen von Gatzweiler & Münchhalffen vertreten. Nach der Schließung der Kanzlei vor zwei Jahren hatten die beiden Namenspartner ihre laufenden Mandate an vertraute Anwälte übergeben. So ging das Schröder-Mandat an Rausch und Bernsmann über, mit denen Prof. Norbert Gatzweiler und Münchhalffen schon seit 2013 zusammen gearbeitet hatten. Der angesehene Bochumer Professor für Strafrecht Bernsmann und die ehemalige E.on-Inhousejuristin Rausch gründeten dann 2016 ihre Kölner Kanzlei Bernsmann Rausch.

Esch vertraut weiter auf Kempf und Lesch, die ihn auch schon im Oppenheim-Strafverfahren erfolgreich verteidigt hatten. Neu im Team ist der Kempf Schilling-Anwalt Groscurth. Er ist seit 2016 in der Kanzlei und verfügt unter anderem über langjährige Erfahrung auf Behördenseite. Unter anderem leitete er die Rechtsabteilung des hessischen Landeskriminalamtes und vertrat das hessische Innenministerium in der Kommission zur Änderung der hessischen Landesverfassung.

Heiko Lesch
Heiko Lesch

Die Vertreter des zweiten ehemaligen Sparkassenvorstandes sind ebenfalls aus zahlreichen Wirtschaftsstrafverfahren bekannt. Schultehinrichs war beispielsweise im Deutsche Bank-Prozess und in einem Verfahren um Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten mandatiert. Fehn tritt häufig in Wirtschaftsstrafverfahren mit Kölner Bezug auf. Er verteidigte unter anderem im sogenannten Ford-Korruptionsprozess und im Kölner Müllskandal. Fehn und Schultehinrichs haben gemeinsam bei Dr. Schneider & Partner gearbeitet, seit 2014 ist Fehn wieder selbstständig.

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